Selbst zwei fantastische Kopfballtore von Barnabás Varga waren zu wenig zum Punktgewinn gegen Portugal. Foto: MTI/ Tibor Illyés

Fußball-WM-Qualifikation

Rossi: „Für Wunder war Jesus da“

Vier Tore in zwei Spielen, aber nur ein einziger Punkt – eine Bilanz mit Licht und Schatten nach dem ersten Drittel des Turniers.
10. September 2025 21:00

So torhungrig haben wir Ungarns Nationalmannschaft lange nicht erlebt: Zwei Treffer am Samstag in Dublin, und am Dienstagabend dann ein Doppelpack von Mittelstürmer Varga gegen das Ronaldo-Team Portugal in der mal wieder ausverkauften Puskás-Arena. Am Ende von zwei Mal neunzig Minuten stand dennoch kein einziger Sieg: Gegen Irland konnten die Ungarn ihren früh erkämpften Vorteil in Unterzahl nicht über die Nachspielzeit retten, gegen Portugal rächte es sich, dass mehr abgebrühte Profis im Gästeteam spielten.

Patzer eiskalt bestraft

So bedankte sich Kapitän Ronaldo für das händige Ungeschick von Verteidiger Nego mit einem haarscharf platzierten Elfmetertor, das den Portugiesen nach einer Stunde Spielzeit zum ersten Mal in Budapest überhaupt zur Führung verhalf. Und obgleich Varga mit einem zweiten sicheren Kopfstoß fünf Minuten vor dem Abpfiff ein sensationell anmutendes Unentschieden machbar erschienen ließ, zerstörte ein Kurzschluss beim Aufbauspiel nur zwei Minuten später alle Illusionen. Ausgerechnet die beiden „Liverpooler“ Kapitän Szoboszlai und Kerkez ließen sich den Ball in der eigenen Hälfte des Spielfelds abjagen, mit Cancelo nutzte ein Verteidiger die sich bietende Chance eiskalt aus.

Viele Punkte verschenkt

Es ist zum Haareraufen, hätte sich der Italo-Ungar Marco Rossi auf der Trainerbank der Magyaren an seinem 61. Geburtstag denken können. Erst verschenkten seine Jungs zwei Punkte auf der grünen Insel, drei Tage später retteten sie den einen Glückspunkt nicht über die Zeit. Tatsächlich räumte das Geburtstagskind auf der anschließenden Pressekonferenz ein, der Sieg von Portugal sei nach dem Spielverlauf zu urteilen durchaus gerechtfertigt. Aber im Gegensatz zu dem typischen Defizit früherer Zeiten holten seine Spieler dieses Mal aus den wenigen Torgelegenheiten gleich eine Ausbeute von zwei Toren heraus, eine Viertelstunde lang lag sein Team sogar in Führung. Das war auch großartigen Reflexen von Torhüter Tóth zu verdanken, der für den verletzten Dibusz von den Blackburn Rovers kommend eingesprungen war. Besonders sehenswert war, wie der Ersatzmann Ronaldos Schuss aus Nahdistanz parierte.

Der überzeugende Ersatz-Keeper Balázs Tóth musste sich Cristiano Ronaldo nur beim Elfmeter geschlagen geben. Foto: MTI/ Tibor Illyés

Mut zu Neulingen

Sehenswert waren auch so manche Aktionen weiterer Neulinge, die Trainer Rossi gegen den Gruppenfavoriten mutig ins tiefe Wasser warf: Tóth und Ötvös mischten selbstbewusst im Mittelfeld mit, Lukács schaltete sich aktiv in die sporadischen Angriffsaktionen der letzten halben Stunde ein. Eine weniger glückliche Hand hatte der Trainer in der Abwehr, denn die Auswechslung von Kerkez kam definitiv zu spät. Das ausgebliebene Wunder bedauernd meinte der temperamentvolle Italiener, er sei schließlich nicht Jesus Christus.

Marco Rossi blieb an seinem 61. Geburtstag ohne Geschenk. Foto: MTI/ Robert Hegedüs

Klare Verhältnisse

Unterdessen sorgte der Außenseiter der Gruppe, Armenien, mit einem 2:1 in Jerewan gegen Irland für eine faustdicke Überraschung. Damit ist klar, dass sich Ungarn keine weiteren Punktverluste mehr leisten kann, beide verbleibenden Heimspiele muss man unbedingt gewinnen. Mit der nötigen Schützenhilfe durch Portugal wäre der für die Relegation angestrebte 2. Platz dann schon mit einem Unentschieden in Armenien zu schaffen.

Ungarn-Portugal 2:3 (1:1)

vor 61.500 Zuschauern in der Puskás-Arena von Budapest

Tore: 1:0 Varga (21.), 1:1 B. Silva (36.), 1:2 Ronaldo (58.), 2:2 Varga (84.), 2:3 Cancelo (86.)

Genießen Sie die Spielzusammenfassung mit einem portugiesischen Kommentar:

https://www.youtube.com/watch?v=JRTS1qJP7ds

Die weiteren Spieltage für Ungarn: 11. Oktober (Samstag) H-Armenien, 14. Oktober (Dienstag) A-Portugal, 13. November (Donnerstag) A-Armenien,  16. November (Sonntag) H-Irland.

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