Fans des FC Sevilla vor dem Anpfiff. Foto: MTI/ Robert Hegedüs

Fußball-Spektakel

Puskás-Arena erlebt ein Drama

Das Finale der Europa League zwischen dem FC Sevilla und AS Rom brachte der ungarischen Hauptstadt eine anständige Fiesta.
2. Juni 2023 12:16

Das Fußballspiel selbst sorgte für ein Drama: Während der regulären Spielzeit zuzüglich der Verlängerung fielen nur zwei Tore, und obgleich beide durch Spieler der AS Rom erzielt wurden, mussten am Ende die Elfmeter über den Spielausgang entscheiden. Da hatten die Spanier dann eindeutig die stärkeren Nerven, die nach einem 4:1 die Trophäe vor 61.000 Zuschauern in der Budapester Puskás-Arena in die Höhe heben konnten.

Während der regulären Spielzeit trafen nur die „Römer“. Foto: MTI/ Tamás Kovács

Aus der Abstiegszone in die Champions League

Der legendäre Trainer des Verlierers, José Mourinho, war logischerweise frustriert, machte für die Niederlage den Schiedsrichter verantwortlich und meinte, das Spiel hätte gut und gerne 150 Minuten gedauert. Verständlicherweise entspannter erklärte der Trainer des Siegerteams, José Luis Mendilibar, seine Mannschaft habe hart für diesen Erfolg gearbeitet und den Pokal verdient gewonnen. Der Baske ist erst seit Mitte März Trainer in Sevilla, wo er ein wahres Wunder vollbrachte, indem er den Traditionsklub aus der Abstiegszone und in das Finale des europäischen Wettbewerbs führte. Drohte Sevilla vor wenigen Wochen noch der Abschied aus dem europäischen Klubfußball, darf man sich nun auf die Teilnahme an der Champions League freuen.

Fans im Fußballfieber

Budapest befand sich bereits Stunden und sogar Tage vor dem Anpfiff im Fußballfieber. Die in- und ausländischen Fans belagerten die Stadt weit über die speziell für das Finale eingerichteten Fan-Zonen hinaus. Leider kam es immer wieder auch zu Auseinandersetzungen zwischen italienischen und spanischen Fans, unter denen mehrere notärztlich betreut werden mussten. Die Polizei ergriff neben randalierenden Italienern und Spaniern aber auch zwei Polen, die Fans beider Fußballklubs offenbar wahllos in der Innenstadt verprügelten. Ultras ungarischer Fußballklubs mischten sich ebenfalls in die Rivalitäten ein. Da das Fußballspektakel erst nach Mitternacht ein Ende fand, schienen selbst die frustrierten Fans des Verliererlagers zu müde, um weiteren Schaden in der Stadt anzurichten. Ähnlich verebbte die Siegerfeier der Spanier in der kühlen Juni-Nacht recht schnell.

Das spanische Siegerteam mit der Trophäe.
Foto: MTI/ Tamás Kovács

Insgesamt 14 Festnahmen

Am Donnerstagnachmittag sprach die Polizei von insgesamt 14 Festnahmen. Nach ihren Angaben seien rund 16.000 italienische und 13.000 spanische Fans zum Finale nach Budapest gereist, zu denen sich Fußballfreunde aus zahlreichen anderen Ländern gesellten. Die überwiegende Mehrheit habe das Fußballfest friedlich gefeiert. Gegen neun Polen, einen Italiener und einen Ungarn wurden Verfahren wegen verschiedener Vergehen (Drogen, Pyrotechnik) eingeleitet, zwei Polen und ein Deutscher wurden wegen Randalen in Gewahrsam genommen.

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