Torhüterin Glauser bewahrte Audi ETO vor der Pause vor dem Untergang. Foto: Sozialmedien/ Audi ETO Győr

Handball-CL

Mit dem Glück der Tüchtigen

Brest Bretagne ist nicht erst seit dem dramatischen Halbfinale der Champions League (CL) im vorigen Jahr ein Angstgegner für Audi ETO Győr.
3. Mai 2022 14:27

Am Wochenende stand das Viertelfinale des diesjährigen Wettbewerbs an; die Handballerinnen vom fünffachen CL-Gewinner um Spielmacherin Oftedal können von Glück reden, dass beim Hinspiel in Frankreich ein Unentschieden gelang (21:21). Denn zur Halbzeitpause stand es 8:11, und das waren „nur“ drei Tore Rückstand.

Gerettet durch Torhüterinnen

Brest ließ praktisch keine Anspiele zum Kreis zu, Oftedal wurde von der beweglichen Abwehr weitgehend aus dem Spiel genommen. Also zog Győr das Spiel auf die Flügel, wo sich jedoch nach anfänglichen Erfolgen die Fehlwürfe häuften. Trainer Ambros Martín musste bereits nach 14 Minuten die erste Auszeit nehmen – vier Treffer hatte Audi ETO bis dahin zustande gebracht. Sein Team aufrütteln konnte er damit nicht, fünf Minuten später stand es bereits 5:10. Dann aber folgten die Minuten von Torhüterin Glauser. Die Französin parierte in den letzten zehn Minuten der 1. Spielzeit sechs Würfe, darunter zwei Siebenmeter! Das Győrer Angriffsspiel war keinen Deut besser geworden, der Gegner aber nun wieder in Sichtweite.

Eine waghalsiger als der andere

Die 2. Halbzeit begann mit einer kleinen Sensation: Der Trainer ersetzte seine beste Stütze im Tor durch die andere Französin Leynaud. Sie brachte sich sogleich mit einer waghalsigen Aktion ins Gespräch: Nach einem wieder mal schwachen Angriff versuchte Brest zu kontern, den langen Ball nach vorne fing Leynaud jedoch mitten auf dem Spielfeld ab. Audi ETO spielte weiter unkonzentriert und formschwach, Brest aber leistete sich immer mehr Schnitzer. So bewegten sich die Teams im Gleichschritt, nach 45 Minuten stand es 17:15 für die Gastgeber. Als Leynaud dann drei Paraden nacheinander vollbrachte und Győr endlich einmal drei Angriffe in Folge mit Torerfolgen abschließen konnte, schien eine Wende möglich: Zehn Minuten vor Schluss stand es endlich einmal Unentschieden (18:18), in der 53. Minute gingen die Gäste sogar in Führung (19:18). Der Krampf hatte aber kein Ende, schnell wechselte der Vorteil zurück zu Brest, am Ende kam es wieder zum „gewohnten“ Remis.

Für das Rückspiel am Samstag (Anpfiff 16 Uhr) vor heimischem Publikum gilt nun Audi ETO als Favorit für den Einzug in die Final Four im Mai in Budapest. Entscheidend wird aber sein, welche Mannschaft schneller zu ihrer gewohnten Form zurückfindet. Seit 2020 gab in fünf Pflichtspielen zwischen Győr und Brest maximal ein Tor den Ausschlag.

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