Ferencváros
Auf diese – nach bundesdeutscher Einschätzung – gemeingefährlichen Ferencváros-Fans wurden kurz zuvor an der tschechisch-deutschen Grenze Hunderte Polizisten angesetzt. Foto: MTI/ Tamás Kovács

Kommentar zur deutschen Polizeiaktion vor dem Leverkusen-Spiel von Ferencváros

Schikane gegen ungarische Fußballfans

Fußballspiele sind wegen schwieriger Fans leider nicht selten mit einem großen Polizeiaufgebot verbunden.

Auch der harte Kern des Fradi-Fanlagers vom ungarischen Meister Ferencváros mag auf friedliche Passanten einschüchternd wirken, die „Gewaltausbrüche“ sind tatsächlich aber der pyrotechnischen Art, und auf das Umfeld des jeweiligen Spielortes beschränkt.

Lautstarke Ferencváros-Fans

Am Donnerstagabend unterlag der ungarische Meister in der Europa League bei Bayer Leverkusen mit 0:2. Papierform gewissermaßen. Fradi versuchte, tapfer gegenzuhalten, doch die Werkself war insgesamt abgeklärter und hatte das nötige Glück auf ihrer Seite. Mal schauen, wie sich der Bundesligist in der hoffentlich vollbesetzten Puskás-Arena behauptet, wenn 65.000 fanatische Fans die Stimmung im Rückspiel so richtig aufheizen werden.

Selbst die Welt stellte in ihrer Reportage nach dem gewonnenen Heimspiel fest: „Die über 2.000 Fans, die den ungarischen Meister begleiteten, waren phasenweise so lautstark, dass die Leverkusener Anhänger sich Mühe geben mussten, dagegen anzusingen.“ Leverkusen ist halt nicht Dortmund. In Budapest werden zumindest auf den Rängen andere Kräfteverhältnisse herrschen. Dass die Fradi-Fans in der BayArena überhaupt für Stimmung sorgen durften, haben sie aber gewiss nicht der bundesdeutschen Innenpolitik zu verdanken.

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Magere Bilanz des Polizeigroßaufgebots: Drei Anzeigen. Foto: Sozialmedien/ Fradimob

Taschenmesser, Böller und Masken

Die setzte nämlich 500 (!) Polizisten auf den Sonderzug an, sobald dieser bei Bad Schandau die tschechisch-deutsche Grenze passiert hatte. Diesen Zug hatte der Klub für knapp tausend Fans organisiert, und die wurden nun nacheinander auf den Bahnsteig geschickt, zur „Tiefenkontrolle“ – so, als gäbe es in deutschen Stadien keine Einlasskontrollen mehr …

Das Bundesministerium von Nancy Faeser hatte die Polizeibeamten in die Spur geschickt, denn die Fradi-Fans gelten als „extrem gewaltbereit“, man sah mal wieder Deutschland in Gefahr. Tatsächlich wurden Taschenmesser, Böller und Masken gefunden. Es gab – nach zwei Stunden gründlichster „Arbeit“ – insgesamt drei (!) Anzeigen. Während deutsche Leitmedien von einer Routineaktion schreiben, hatten die betroffenen Fans einen ganz anderen Eindruck.

Anti-Antifa mit Luftballons

Das Durchwühlen ihres Gepäcks und die Leibesvisitationen empfanden sie eher als Schikane. Und das war wohl auch das Ziel dieser Aktion: den „Gegner“ zu demütigen. Der Klub Ferencváros beschwert sich nun offiziell bei der UEFA, aber es ist schon klar, dass dieses Eingreifen des deutschen Polizeistaates „verhältnismäßig“ gewesen sein wird.

Das ungarische Außenministerium unter Leitung des fußballbegeisterten Péter Szijjártó musste alle konsularische Unterstützung aufwenden, damit die Fans wegen der gründlichen Polizeiarbeit gegen gemeingefährliche Elemente am Ende nicht noch das Spiel verpassen. Im Stadion ließen sich die ungarischen Fußballfans ihren Frust jedenfalls nicht mehr anmerken; mit Luftballons signalisierten sie den Ordnern, wie die Anti-Antifa tickt.

„Soll das ein Witz sein? Deutsche Bundespolizei stoppt den Fradi-Sonderzug! Unsere „Freunde“ im Westen belehren uns in Sachen Demokratie und Rechtsstaat.“

Moralisierende Gastgeber

In den Sozialforen aber brodelte es. Springt man so mit „Freunden“ um? Können die Deutschen – nach dem peinlichen Regenbogen-Theaterstück bei der EM 2021 – überhaupt noch anständige Gastgeber sein? Sollten die Leverkusener Fans in Budapest die Gastfreundschaft der Antiterrorzentrale TEK erfahren? All diese Fragen gingen den Leuten so durch den Kopf, im Angesicht eines Großaufgebots deutscher Polizei-Hundertschaften, die sich an einem Sonderzug abarbeiten.

Hätte die Frau Innenministerin die Ungarn nicht besser mit einem Fahndungserfolg beglücken sollen? Seit nunmehr einem Monat ruht still der See; so lange ist die internationale Fahndung nach den Terroristen ausgeschrieben, die in Budapest eine Menschenjagd mit acht zum Teil Schwerverletzten veranstalteten. Die größten Zellen der internationalen Antifa-Bande, die für diese Anschläge verantwortlich zeichnete, sind laut Ermittlern in Deutschland zu Hause. Drei mutmaßliche Täter, bekannt mit Namen und Adresse, werden steckbrieflich gesucht. Ist es zu viel verlangt, dass Nancy Faeser lieber ihre eigentliche Arbeit machen sollte?

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Ferencváros-Ultras erinnerten die deutsche Innenpolitik während des Spiels in der BayArena  an eine offene Hausaufgabe. Foto: Sozialmedien/ Fradimob

7 Antworten auf “Schikane gegen ungarische Fußballfans

  1. Das ist billige Rache der SAntifa-Ministerin Faeser an den ungarischen Fans, weil Faesers steuergeldfinanzierte gewalttätige Freunde in ungarischen Gefängnissen einsitzen.
    Es ist zum Fremdschämen! Ich entschuldige mich bei allen Ungarn für diese erneute, ehrabschneidende Provokation seitens der deutschen Polizei.
    Gute Reaktion der ungarischen Fans, sich auf dem Banner als Anti-antifa zu gerieren.
    Ungarn wird die Leverkusen-Fans dagegen als Gäste begrüßen. Anders als ihr linken, deutschen Ungarn-Hasser!

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  2. Das ist schon ein saudummer Bericht, diese “Ultras” sind auch in Ungarn bekannt, und diese Kontrollen werden auch in den hiesigen Stadien durchgeführt. Und die Polizisten hier verhalten sich nicht gerade zimperlich. Das jetzt wieder so darzustellen, dass hier den Ungarn eine ausgewischt werden sollte ist Quatsch. Auch war der Sieg verdient, das war kein Glück, Leverkusen war über 90 Minuten die bessere Mannschaft, und auch wenn in der Puskas Arena 200 000 Mann brüllen, aendert das nichts an den Kräfteverhältnissen. Der Bericht ist einfach nicht sachlich, das ist eher ein Kommentar und sollte dann als solcher gekennzeichnet sein.

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    1. Steht doch da: Kommentar, ganz am Anfang.
      Mit “saudumm” haben Sie sich ja auch einen netten Kommentar erlaubt.
      Das Ultra- und Hooligan-Problem ist uns sehr wohl bekannt.
      Aber wenn wir uns die Mühe machen, die Dinge etwas differenzierter zu betrachten, kommen wir hin und wieder zu interessanten Schlüssen.
      Ob Sie die nun nachvollziehen wollen, bleibt Ihnen völlig frei überlassen.
      Nicht nur in einem Kommentar, aber dort erst recht.

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  3. Entschuldigung Herr Ackermann, Sie haben Recht (Wurde als Kommentar bezeichnet). Die Wortwahl von mir war auch auf unterster Ebene. Aber dieses dauernde – Ungarn gegen den Rest der Welt – auf wirklich alles zu transportieren, halte ich für Falsch. Ich kann schon von mir behaupten in der Fussballszene mich einigermassen auszukennen, auch besuche ich sehr viel Spiele live. In Ungarn sowie in anderen Ländern. Da gibts keine Unterschiede. Es sind halt leider bei jedem Verein irgendwelche Deppen dabei, die eben nicht wegen dem Fussball ins Stadion gehen. Wegen dieser Handvoll Idioten müssen alle anderen Fans darunter leiden. Un der Fussball hier in Ungarn hat nochmal ganz andere Probleme als z.Bsp. in Deutschland.

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    1. Da gebe ich Ihnen wiederum Recht, und ich konnte mich auch gut erinnern, dass Sie ein ausgewiesener Fußballfan (wohl auch mit eigenem Engagement) sind.
      Uns geht es als Zeitung darum, für Ungarn einzustehen. Polizei-Hundertschaften auf einen vom Klub organisierten, ergo halbwegs offiziellen Sonderzug anzusetzen, zeugt nicht von Sympathien des deutschen BIM gegenüber den Ungarn. Man muss erst recht nicht über BILD kommunizieren, Deutschland habe eine Gefahr abzuwenden, während Ungarns Außenminister sieben (!) Konsule in die Spur schickt, dass alles glatt abläuft.
      Ich bin zuversichtlich, dass die Ungarn den Leverkusener Fans nette Gastgeber sein werden. Die Deppen und Idioten, die es in Stadien wie überall in unseren Gesellschaften gibt, werden hoffentlich von der weisen Mehrheit unterdrückt.

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