EM-Qualifikation
Trainer Marco Rossi lobte die mentale Stärke seines Teams, aus dem in Belgrad Loic Nego herausragte. Fotos: MTI/ Zsolt Czeglédi

Fußball EM-Qualifikation

Rossis nächster Triumph

Ungarn hat das Spitzenspiel in Gruppe G der EM-Qualifikation in Belgrad gegen Serbien mit 2:1 gewonnen. Die Endrunde 2024 in Deutschland ist damit zum Greifen nah.

Das Team des Italieners Marco Rossi begann diese Partie der EM-Qualifikation sehr mutig. Wer die Entwicklung der Nationalelf in den letzten Jahren verfolgt hat, wurde dadurch keineswegs überrascht, denn die Ungarn gelten längst als Favoritenschreck: Ihre besten Spiele absolvieren sie gewöhnlich gegen weitaus stärker eingeordnete Teams. Man denke nur an das historische 4:0 in England oder auch das 1:0 in Deutschland in der A-Division der Nations League. Vor einem Jahr beendeten die Magyaren in Leipzig die Erfolgsserie eines Hansi Flick, nun zog das seit vier Jahren daheim unbezwungene serbische Team von Dragan Stojkovics den Kürzeren.

Das Spiel binnen zwei Minuten gewendet

Dabei waren die Serben nach zehn Minuten aus heiterem Himmel in Führung gegangen, dank eines kapitalen Abwehrfehlers der Ungarn. Es war überhaupt die erste Gelegenheit der Gastgeber, denen der ungarische Verteidiger Attila Szalai den Gefallen tat, den Ball ins eigene Tor zu schieben. Hatte Serbien bei dieser Aktion das Glück auf seiner Seite, kehrte sich dieses in der 34. Minute um: Einen Torschuss von Roland Sallai konnte der serbische Torhüter zwar noch abwehren, der Ball sprang aber zurück zum ungarischen Stürmer und von diesem unkontrolliert weg, woraus ein Abstauber des Torjägers Barnabás Varga wurde.

Die Serben hatten diesen Schock noch gar nicht verarbeitet, da waren sie bereits ins Hintertreffen geraten: Die Ungarn erkämpften sich einen Eckball, den die Serben nur leidlich abwehren konnten. Der Ball gelangte zu Außenverteidiger Ádám Lang, der diesen aufs lange Eck lupfte, wo Innenverteidiger Willi Orbán freistehend zum 2:1 einschob. In nur zwei Minuten hatten die Ungarn das Spiel gewendet!

Fortan übernahmen die spielerisch gewandteren Serben die Regie, die kampfstarken Ungarn verteidigten jedoch einmal mehr den Vorsprung. Dabei durfte sich Torhüter Dénes Dibusz mit zwei Glanzparaden auszeichnen, während Loic Nego und Dominik Szoboszlai bei Kontern in der Schlussphase den dritten Treffer auf dem Fuß hatten. Am Ende sprach Rossi von einem verdienten, wenn auch glücklichen Sieg, der seiner Mannschaft insbesondere in der zweiten Spielhälfte viel Schweiß abverlangte. Stojkovics vertröstete seine Mannen mit dem Hinweis, abgerechnet werde erst nach dem Rückspiel.

Mitte Oktober den Sack zumachen

Tatsächlich steigt die von den Serben versprochene Revanche am 14. Oktober. Eine mit 65.000 Zuschauern ausverkaufte Puskás-Arena will das Rossi-Team dann natürlich zum nächsten Erfolg treiben. Gelingt das gegen Serbien nicht, gilt es, in den folgenden Wochen in Litauen und Bulgarien Punkte zu sammeln, damit das abschließende Heimspiel gegen Montenegro am 19. November nicht über die EM-Teilnahme entscheiden muss.

Nach dem Überraschungssieg in Serbien liegt Ungarn drei Punkte vor dem großen Rivalen an der Tabellenspitze in Gruppe G, auf Montenegro beträgt der Vorsprung fünf Punkte. Rossi hat einen weiteren Skalp eingesammelt, nun müssen Pflichtsiege folgen.

„Halbzeit“-Tabelle in Gruppe G

  1. Ungarn 10 Punkte (7:1 Tore), 2. Serbien 7 (6:3), 3. Montenegro 5 (3:4), 4. Litauen 2 (3:7), 5. Bulgarien 2 (2:6).
EM-Qualifikation
Ungarns aktuell gefährlichster Torjäger Barnabás Varga leitete die Wende im Spitzenspiel gegen Serbien ein.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

19. Juni 2024 21:57 Uhr
19. Juni 2024 16:48 Uhr
15. Juni 2024 20:05 Uhr