Ministerpräsident Viktor Orbán: „Eine Welle von Gewalt rollt durch die vormals friedlichen Städte der westlichen, zivilisierten Welt. Statuen werden gestürzt und Bandenkriege toben." (Auf dem Foto am Sonnabend bei der Ofiziersweihe von Absolventen der Budapester Verwaltungsuniversität.) (Foto: MTI / Szilárd Koszticsák)

Die rechte Seite: Kommentar zur unterschiedlichen Lebenswirklichkeit in West- und Mittelosteuropa

Unsere und ihre Normalität

Die schlechte Nachricht für die Verfechter einer neuen Normalität ist, dass Mittelosteuropa einschließlich der Visegrád-Länder zum unumgänglichen Faktor geworden ist und auch für Bürger aus dem Westen zunehmend attraktiver wird.

„Eine Welle von Gewalt rollt durch die vormals friedlichen Städte der westlichen, zivilisierten Welt. Statuen werden gestürzt und Bandenkriege toben. Ich schaue auf diese Länder, die uns hierzulande sagen wollen, wie man richtig lebt, gut regiert, eine gute Demokratie führt, und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll“, so Ministerpräsident Viktor Orbán kürzlich im Kossuth-Radio.

Kein Interesse an neuer westlicher Normalität

Am Tag darauf ereignete sich prompt im englischen Städtchen Reading ein Terroranschlag und in Stuttgart kam es in der Innenstadt zu nächtlichen Gewalt­exzessen und Krawallen in bisher unbekanntem Ausmaß.
Wenn man über die neue Normalität spricht, die durch das Coronavirus ausgelöst wurde, dann muss angemerkt werden, dass sich in Westeuropa schon seit langem eine andere „neue Normalität“ herauskristallisiert. Zu ihr gehören Parallelgesellschaften, Ghettos, No-Go-Areas, Terroranschläge und Plünderungen. In Mittelosteuropa ist man sich einig: „Diese neue Normalität wollen wir hier nicht haben.“

An den Erfolgen der rechtsgerichteten Parteien im Westen kann man erkennen, dass auch immer mehr Bürger im Westen von der dortigen neuen Normalität nichts wissen wollen. Immer mehr Bürger im Westen sehen das Gesellschaftsexperiment der letzten Jahrzehnte als gescheitert an. (…) Auf Probleme wird seitens der Politik meist mit Wegschauen und Schweigen reagiert. Die Schweden bezeichnen etwa No-Go-Areas, in die Ärzte und Feuerwehrleute sich nur noch mit bewaffnetem Polizeischutz trauen können, als „gefährdete Gebiete“.

Die Entscheidungsträger halten starrköpfig weiter an ihrem Glaubenssatz fest, dass das, worüber nicht gesprochen wird, auch nicht existiert. Die Probleme werden sich schon irgendwie lösen, wenn anstatt hässlicher – sprich offener – Worte blumige Umschreibungen benutzt werden. Kent Ekerothot, ein Politiker der einwanderungskritischen Schweden-Demokraten ist sich jedoch sicher: „Schweden ist nicht das Land von Fatima und Mohamed, auch wenn die linksliberalen Kräfte uns das weismachen wollen“.

Westliche Verhältnisse sollen nach Mitteleuropa exportiert werden

Es ist schon traurig genug, dass sich die Zustände in den westlichen Ländern immer mehr verschlechtern, viel schlimmer aber ist, dass die Vorkämpfer dieser sogenannten neuen Normalität auch andere bekehren und mit sich reißen wollen. Spätestens seit der Migrationskrise von 2015 ist klar, dass sie ihre Probleme auf ganz Europa abwälzen wollen. Die Zwangsquote ist ein offensichtlicher Versuch, ebenso der UN-Migrationspakt.

Zur liberalen, westeuropäischen Gehirnwäsche gehört selbstverständlich auch, dass uns deren Verfechter weismachen wollen, dass nur derjenige ein guter Europäer sei, der so ist wie sie. Ein mittelosteuropäischer Politiker kann nur dann ihr Liebling werden, wenn er sein Land verrät und immer wieder unter Beweis stellt, dass er ein Mustereuropäer in ihrem Sinne und nicht etwa ein Pole oder Ungar ist. Dazu gehört natürlich auch, dass man von der liberalen Elite ohnehin nur abfällig von oben betrachtet wird.

Wir bekommen seit Jahren immer wieder zu hören, dass unsere Region nur EU-Gelder „einkassieren“ würde, ohne sich an die Regeln der Gemeinschaft zu halten. Die „neuen“ Mitgliedsländer werden lediglich als EU-Mitglieder zweiter Klasse empfunden. Dabei sind EU-Gelder alles andere als Almosen. Die Visegrád-Länder erhalten sie unter anderem deswegen, weil sie ihre Märkte für westliche Waren geöffnet haben. (…)

Die schlechte Nachricht für die Verfechter einer neuen westlichen Normalität aber ist, dass die Visegrád-Länder nicht mehr übergangen werden können. Außerdem werden sie zunehmend attraktiver für Westeuropäer, die nach einem sicheren Platz zum Leben und Arbeiten suchen. Unsere Normalität entspricht nämlich der wahren europäischen Identität, und nicht etwa die verquere, immer gewalttätigere, die im Westen immer mehr um sich greift.

Aus dem Ungarischen von Anita Weber

Der Artikel erschien am 23. Juni auf dem Portal der regierungsnahen Zeitung Magyar Hírlap.

4 Antworten auf “Unsere und ihre Normalität

  1. Diese Analyse von Frau Mariann Öry ist treffend gelungen. Erfreulich und Mut machend die Feststellung, dass die Visegrad-Staaten an Gewicht deutlich gewonnen haben. Der Verlust an nationaler Identität wird unlängst deutlich durch die marodierenden Jungmännerhorden in Deutschland, Frankreich, Belgien, Österreich, u.a.m.. Die staatlichen Institutionen überschlagen sich im Wegschauen, Beschönigen und Verfälschungen. Zu der Aufzählung des Ordnungsverfalls wie Frau M. Öry deutlich macht, sind nicht nur Parallelgesellschaften (treffender: Gegengesellschaften), Ghettos, No-Go-Areas, Terroranschläge, Plünderungen zusätzlich fast täglich in den Medien zu lesen Vergewaltigungen von Mädchen und Frauen, schwere Körperverletzungen bis hin zu Messermorden und anderer Straftaten quer durch das Strafgesetzbuch durch Zugewanderte und „schutzbedürftige“ Asylbewerber. Einen geschichtlichen Abriss über diese Zustände hat der eingebürgerte deutsche Patriot u. erfolgreicher internationaler Autor aus Anatolien (als 9-Jähriger in D. eingewandert) Akif Pirinçci
    mit folgendem Arikel hervorragend dargestellt: “ https://der-kleine-akif.de/2020/06/27/kein-mensch-braucht-gar-nichts/ „. Ja, die wahre europäische Identität findet man nun in den Visegradstaaten!!

  2. Die bürgerkriegsartigen Zustände, wie man sie in den letzten Tagen zu gewissen Stunden in Stuttgart, Brüssel, Wien, New York, Dijon, … erleben konnte, sind nur ein Vorgeschmack auf das, was kommen könnte.
    Findet denn wirklich eine offene Debatte statt, oder wird nicht vieles von Medien und Politik vertuscht oder verdreht, so dass es dem Ziel der grenzenlosen Multi-Kulti-Gesellschaft dient? Wird nicht jeder, der nicht 100% politisch korrekt denken und reden will, abgesägt? Die offene Debatte ist gar nicht erwünscht. Daher ist die Position der ungarischen Wähler in Brüssel und Berlin nicht erwünscht!
    Statt dessen wird unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft nun der erneute Versuch unternommen, die Visegradländer in die Knie zu zwingen. Deutschland hat seine negative und autoritäre Rolle niemals aufgegeben.

    Was es sie kostet, wenn man man sich in hoher Position verplappert:
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Aussage-kostet-Adidas-Managerin-den-Posten-article21882267.html

  3. Auch wenn ich den Kommentar in einigen Punkten nachvollziehen kann, ist er in meinen Augen alles andere als gelungen. Die Krawalle in Stuttgart beispielsweise haben absolut nichts mit Migration zu tun. Vielmehr mit der durch Schließung von Discotheken und anderen bedingte Langeweile von Jugendlichen. Das hat es in meiner Jugend vor 40 Jahren schon gegeben und kaum ein Junge wird erwachsen, ohne nicht Straftaten wie Sachbeschädung oder ähnliches begangen zu haben.
    Zutreffend ist, dass in der öffentlichen Meinung in Deutschland die Vorstellung vorhersscht, es gehöre zu den Grundwerten der EU, Flüchtlinge aufzunehmen und solidarisch zu verteilen. Und dass Länder wie Ungarn diese „Regeln“ nicht einhalten würden, sondern nur „kassieren“ wollen. Die Wahrheit ist natürlich eine völlig andere. Ungarn ist wie alle weiteren Länder 2005 einer EU beigetreten, die mitnichten einen Verteilungsmechanismus von Flüchtlingen nach Quoten vorsah, sondern das bis heute gültige Dublin-System. Zu den „europäischen Werten“ gehört tatsächlich die Genfer Flüchtlingkonvention — aber nach der gehen z.B. Ungarn die in Italien oder Griechenland strandenden Menschen schlicht nichts an. Und nach dem in der EU geltenden Dublin-System auch nicht. Im Gegenteil ist Ungarn berechtigt, Flüchtlinge, die die EU in diesen Ländern betreten haben, postwendend dorthin zurück zu schicken.
    Ob dieses Sytsme gut ist oder schlecht, ist einen andere Frage. Außer Frage steht, dass Ungarn diese Regeln — wie alle anderen der EU — strikt einhält. Wer darüber reden will, welches Land, welche Regierung wie vertragstreu ist, der müsste mal die Zahl der Vertragsverletzungsverfahren anschauen. Ich gehe jede Wette ein, dass Deutschland da zu den Spitzenreitern gehört und Ungarn weit hinter sich lässt.
    Nun liegt es auf der Hand, dass dieses Dublin-System so nicht haltbar ist. Und ja, die EU-Mitgliedschaft erfordert auch eine Solidarität untereinander. Ja, die EU ist auch mit Ungarn solidarisch, es fließt viel Geld in das kleine Land. Das ist auch gut so und wir alle profitieren letztlich davon. Denn wir alle leben in der EU und wir wollen, dass alle zu ihr gehörenden Ländern wachsen und gedeihen können, dass sie einen guten Lebensraum für uns alle bilden. Wir alle profitieren und es gehört zur Solidarität, dass wir die Länder im Osten, die wesentlich härter von den europäischen Verherungen des 20. Jahrhunderts betroffen waren als der Westen, gemeinsam wieder aufbauen.
    Wir können aber auch die Länder, die besonders von der Migration betroffen sind, auch nicht dauerhaft mit diesem Problem allein lassen. Zum einen ist auch das unsolidarisch und zum anderen gehören vor allem die reichen Länder im Norden und Westen auch zu den größten Verursachern von Fluchtbewegung in Richtung EU. Stichwort Agrar- und — viel wschlimmer noch — Waffenexporte.
    Die EU muss also neue Wege finden. Und das geht freilich nur gemeinsam und unter Berücksichtigung der berechtigten und nachvollziehbaren Interessen der Mitgliedsstaaten. Ich kann gut verstehen, dass die Lage in Ungarn da eine andere ist als in Deutschland. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Ungarn, die V4-Länder und andere das auch zum Ausdruck bringen und auf EU-Ebene entsprechend agieren. Die beschriebenen Diffamierungen, die sie deswegen erdulden müssen, sind nicht in Ordnung.
    Es ist aber auch nicht in Ordnung, im Gegenzug die Flüchtlinge zu diskriminieren, sie pauschal als Kriminelle und was immer zu diffamieren, ihre Religion anzugreifen etc. pp. Das ist purer Rassismus und das darf man auch so nennen. Es gibt gute Gründe, sich gegen Migration ins eigene Land zu wehren, die geflüchteten Menschen selbst sind es aber nicht. Es geht also Fehl, sie und ihre Situation als Begründung anzuführen und es ist zudem menschenfeindlich.
    Natürlich ist die Integration großer Gruppen von Menschen aus anderen Kulturen und Religionssphären eine immense Herausforderung, bei der sich reiche Lämnder wie Deutschland nicht eben mit Ruhm bekleckern. Und es ist keine Schande, wenn kleine und deutlich ärmere Länder derzeit sagen: Wir schaffen das auf gar keinen Fall. Wir haben genug eigenen Probleme, die Folgen von 40 Jahren kommunistischer Diktatur zu bewälltigen.
    Für Ungarn gehört zweifelsohne die Überwindung des Traumas von Trianon dazu. Seine Regierung ist auf einem guten Weg, das Verhältnis zu den Ländern und Nationen seiner Nachbarn grundlegen zu verändern. Aber das ist ein langer Weg, der einen langen Atmen erfordert und bei dem man vor allem die Menschen in Ungarn und drumherum mitnehmen muss. Das lässt sich auch nicht einfach auf Knopfdruck aus der Budaer Burg erledigen. Ebensowenig wie die Deutschen ihr Verhältnis mit den Nachbarn nach dem 2. Weltkrieg mal soeben neu ausrichten konnten — auch wenn der Vergleich hinkt, das Ungarn an Trianon kaum eine Schuld trifft.
    Meine Hoffnung ist, dass Ungarn durch die jüngere Entwicklung nicht nur mehr Gewicht in der EU erhält, sondern auch zu mehr Selbstbewusstein findet. Denn nur letzteres ermöglicht es, mit leiserer Stimme zu sprechen und angemessenere Töne unter anderem in der Migraionsdebatte zu finden. Und vor allem davon abzulassen, die ärmsten der armen, die verzweifelten Flüchtlinge und ihr Elend dafür zu instrumentailisieren, Vorurteile und Rassismuss gegen sie zu schüren, Wenn Europa etwas nicht braucht, dann diese rechte Hetze. Und Ungarn hat das auch nicht nötig. Das ist meine Hoffnung.
    Niemand weiß so gut wie ich, der ich die Flüchtlingskrise vom Sommer 1989 hautnah in Ungarn miterlebt habe, dass die Ungarn — wie übrigens die meisten Menschen Menschen überall auf der Welt — ausgesprochen Solidarisch und hilfbereit sind, wenn vor ihrer Haustüre Menschen in Not sind. Und nicht nur dann. Die Gastfreundschaft der Ungarn ist berühmt und ich habe sie von frühester Jugend an ausgiebigst genießen können.
    Aber liebe Ungarn, die Debatte über Rassismus ist auch keine rein ideologische und „linksliberale“ und schon gar keine nutzlose. Betrachtet an es einmal nüchtern, dann ist Rassismus eine dem Menschen angeborenen Eigenschaft. Er steckt uns in den Genen, weil es vor 10000 Jahren lebenswichtig war, Angehörige der eigenen Sippe von „Fremden“ zu unterscheiden. So wie das jedes Tier tut. Jeder Bär geht sofort auf einen anderen los, wenn der in sein Revier eindringt, es sei denn, es handelt sich um einen Angehörigen.
    Aber ganz nüchtern betrachtet ist diese Eigenschaft heute störend. Sie bringt uns nicht weiter, ganz im Gegenteil. Der Rassissmus, der sich durch unsere Gesellschaften zieht, behindert uns. Wir grenzen Menschen aus, die wir dringend brauchen. In meinem Büro arbeite ein junger Mann, intelligent, gebildet, fleißig und wir sind froh, ihn zu haben. Solche jungen Leute findet man als Unternehmen heute schwer. Der junge kann Geschichten erzählen, was er in seinem erst kurzen Leben an Rassismus erfahren hat, weil er dunkle Haut und einen fremd klingenden Namen hat. Das abzustellen ist eine Aufgabe, voir der wir alle stehen.
    Und liebe Ungarn: Ihr steht wie eure Nachbarländer auch vor der immensen Aufgabe, Euch um die Integration der Roma zu kümmern. Darum beneidet Euch niemand, denn das ist verdamt schwer. Aber es gibt dazu keine Alternative. Und euer — leider — weit verbreitet Rassissmus wird Euch dabei nicht helfen, sondern im Weg stehen. Ich muss gestehen, dass ich ihn sogar teile und es auch mir nicht gelingt, ihn abzulegen. Das ist verdamt schwer und so bin ich recht froh, nicht an einer verantwortlichen Stelle in Ungarn, Rumänien oder Bulgarien zu sitzen, und mich damit herumschlagen zu müssen. Letztlich führt auch daran kein Weg vorbei.

  4. Lieber Tim!
    Als man Ihren Satz las: „Die Krawalle in Stuttgart beispielsweise haben absolut nichts mit Migration zu tun. Vielmehr mit der durch Schließung von Discotheken und anderen bedingte Langeweile von Jugendlichen.“ Da wusste man bereits, wie Ihr langer verschwurbelter Kommentar weiter geht und … einzuordnen ist.
    Abschließend: Nein, Sie sind ganz bestimmt kein Rassist, nein, das sind Sie nicht!!

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