Nicht zuletzt für deutsche Rentner wird Ungarn aus vielen Gründen immer attraktiver. Foto: BZT / Jan Mainka

Ungarn für Neu-Ungarn, Teil 11

Paradies für Rentner

Ungarn ist ein Paradies für Rentner und lockt daher immer mehr deutsche Senioren an.

Auch die meisten unserer Bekannten sind im vorgerückten Alter. Ich selbst gehöre da noch zu den jüngeren Exemplaren… quasi das Küken der Alten Garde!

Trotzdem bin ich – zumindest altersgemäß – ein echter Rentner. In Deutschland darf ich heute mittlerweile den „Seniorenteller” bestellen. So schnell vergeht die Zeit. Dabei kommt es mir wie gestern vor, dass man mich mit dem „Pinocchio-Teller“ abspeiste.

Trotzdem genieße ich mein Rentner-Dasein… Und das besonders gut und gerne in Ungarn! Da geht das auch viel lockerer und angenehmer. In Deutschland würde ich meinen Lebensabend heute nicht mehr verbringen wollen: in einem Land, wo man dem Alter keinen Respekt mehr zollt, wo etwas wie Lebensleistung nicht mehr zählt, wo man im Alter schnell der Armut anheim fällt und man seine karge Rente zur Not noch mit Nebenjobs aufpeppen muss.

Ungarn lag auf der Hand

Auf der Suche nach einem Land, in dem wir später mal unseren Ruhestand verleben wollten – bei besserem Wetter, günstigeren Preisen, wo man ruhiger, entspannter und auch sicherer leben kann – lag für meine Frau und mich Ungarn zwar nicht gerade um die Ecke, aber auf der Hand.

Vor allem finanziell war das für uns interessant: zwar zehre ich von einer mickrigen Künstlerrente, die gerade für die Krankenkasse reicht und habe frühzeitig mit einer Lebensversicherung fürs Alter vorgesorgt, trotzdem war es eine simple Rechenaufgabe: in Deutschland mit seinen Preisen reicht mein Guthaben bis ich 82 bin.

Dann muß ich den Löffel abgeben, da ich dann pleite sein werde. Flaschensammeln lehne ich als adäquate Altersbeschäftigung ab, auch wenn diese im reichen Deutschland heute zum gewohnten Straßenbild gehört. In Ungarn dagegen reicht meine Kohle bis weit über 95! Das sind doch mal schöne Aussichten, oder?

Alles ist deutlich günstiger

So liegen allein die Verbraucherpreise weit unter denen in Deutschland: Gas oder Strom kosten nur ein Drittel, Versicherungen, Grundsteuer, Benzin… alles ist deutlich günstiger. Und die Rente, die man vom deutschen Staat bekommt, muss man hier nicht einmal versteuern.

Zudem wird die ältere Generation hier ganz anders gewürdigt als in Deutschland. Ab 65 kann man in Ungarn kostenlos mit Bus, Straßenbahn oder Metro fahren… ebenso mit der Bahn – auf dem gesamten ungarischen Streckennetz!

Auch bei vielen Sehenswürdigkeiten und in den tollen Thermalbädern gibt es günstige Seniorenpreise. Da kann man sich gut fit halten, rostet nicht so schnell und fühlt sich nicht als „Altes Eisen“ oder „Grabverweigerer“, wie in Deutschland gern gelästert wird.

In Ungarn hat man tatsächlich noch Achtung vor der älteren Generation. Hier wird man auch nicht abwertend als „alter weißer Mann” diffamiert. Wobei mich das persönlich nicht so stört – vorausgesetzt: das Wort „weißer“ wird mit nur einem „s“ geschrieben.

Der Autor ist gelernter Diplom-­Physiker, machte dann aber die Musik und die Liebe zur Sprache zu seinem Beruf und wurde Kabarettist. In den vergangenen 40 Jahren stand er mehr als 6.000 Mal auf der Bühne und war in zahlreichen Fernsehsendungen zu Gast. Nebenbei schrieb er sechs Bücher. Seit 2020 lebt er mit seiner Frau in der Nähe des Balaton. Mehr zu Detlev Schönauer finden Sie in diesem BZ-Interview.

8 Antworten auf “Paradies für Rentner

  1. „Grabverweigerer“ können in der BRD noch ihre Wahlstimme abgeben, bringt aber nicht viel, wenn es um den kommenden Verteilungskampf geht. In einer Diversen Gesellschaft mit zig Kulturen und Mentalitäten, von Islamisten bis Transvestiten, sind Rentner immer mehr nutzlose Esser.
    Alleine das Entkommen vor der Rundfunkgebührenpflicht für ist schon ein Grund die BRD zu verlassen – und natürlich die SED.

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  2. Im Jahr 1970 war ich das erste Mal in Ungarn, da wußte ich dort möchte/muß ich wohnen, eben auch verfolgt von der STASI.
    Nach dem meine Kinder in der DDR groß wurden, verließ ich meine Heimat 1988 und zog zu meinen Mann nach Ungarn, ein Jahr vor der Wende.
    Hab es bisher nie bereut, hier zu leben. Bin inzwischen Witwe, kann aber mit meiner deutschen Mini-Rente in Ungarn sehr gut leben, sogar ein Haus gekauft und alles modern machen ließ.
    Mir tut sehr leid, wenn ich alte Leute in D sehe wie Flaschen im Müll suchen.
    Hat das Land das verdient?
    Macht was mit eurem Land und wählt den richtigen Kanzler… ich wüßte eh nicht.

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    1. Gott sei Dank das es in Ungarn keine Flaschensammler gibt die im Müll wühlen ! Es gibt sicherlich auch keine Menschen die von der Mindestrente (28000 Forint) leben müssen . Als ichMitte der Neunziger das erste mal in Ungarn war gab es noch so viele von Ihnen. Vielleicht hat man sie auch versteckt ? Oder sie leben jetzt alle in einem Erholungsheim das die FIDESZ finanziert hat .

      Viele Grüße aus der Schweiz !

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  3. ” einer mickrigen Künstlerrente””

    Vermisse die höhe von der rente… wahrscheinlich ein vielfach von der Ungarische rente….

    „alter weißer Mann”

    “Rassismus ist kein Kabarett”

    Detlev Schönauer, bekannt vor allem durch Jaque’s Bistro, thematisiert Dummheit, leider vor allem seine eigene.

    Er hetzt ganz gezielt und vertritt eine politische Agenda. An manchen Stellen versucht er nicht einmal, seine Aussagen als „Witz“ zu verpacken sondern diskriminiert ganz klar

    https://www.ucaslife.de/detlev-schoenauer-rassismus-ist-kein-kabarett/

    Alles klar, Orban sagt willkommen…..

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  4. Na vom Paradies sind wir hier schon ein Stück weit entfernt. Ich kam 1984 das erste mal nach Ungarn, und da auch in eine eher ländliche Gegend. Die Gastfreunschaft und Offenherzigkeit hat mich schwer beeindruckt. Nun lebe und arbeite ich hier schon sehr lange, und würde sagen dass sich, auch durch die jetzige Politik, vieles ins Gegenteil verkehrt hat. Es wird ja auch in den Medien keine Zeit vergeudet, Ungarn hochleben zu lassen, und alles andere ist ja nur Dreck. Leeider ist dem nicht so, auch sollte man sich GGedanken machen, es hat nicht jeder die Möglichkeit beide Gesundheitssysteme zu nutzen. Die Ungarn haben keine Wahl, die müssen mit dem klar kommen, was hier angeboten wird, und das ist in diesem Bereich nicht viel.

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  5. Ja Frau Becker, ist ja schon ne weile her, als ich das geschrieben habe. Und jetzt ist es auch soweit. Die Verhältnisse in Ungarn haben uns dazu bewogen, unsere Werke hier zu verlagern. So dass ich die unliebsame Aufgabe habe, heute 50 % unserer Mitarbeiter zu kündigen ! Und dann zurück nach Deutschland.

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