Jókai-Kult
Ein Meister der ungarischen Sprache
„Mór Jókai war ein treuer Patriot, ein nachdenklicher Revolutionär und eine große Persönlichkeit der ungarischen Kultur, ein Meister unserer Sprache, ein Schöpfer epochaler Werke, der in der ganzen Nation die Liebe zur Literatur geweckt hat“, sagte Staatspräsident Tamás Sulyok bei einer Gedenkfeier an der Grabstätte des berühmten Schriftstellers. Der junge Intellektuelle war schon beim Ausbruch der Revolution von 1848 dabei. In späteren Jahrzehnten arbeitete er als Abgeordneter, Zeitungsredakteur und Schriftsteller. Seine Worte erregten oft mehr Aufmerksamkeit als die der führenden Politiker. Sein Lebensstil und sein kluges Lächeln waren das Vorbild für den ehrbaren Bürger. Er machte mit mehr als 200 Romanen und Theaterstücken das Leben vieler ungarischer Helden lesenswert. Seine oft romantischen Werke, die sich mit der geistigen Welt des Volkes und dem Alltagsleben befassten, wurden dankbar aufgenommen.
Jókai ist eine herausragende Figur der ungarischen Kulturgeschichte, der produktivste und erfolgreichste ungarische Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, der wesentlich die ungarische Prosa mitgestaltete. Er ist auf dem Friedhof in der Fiumei út begraben, umgeben von seinen zahlreichen Zeitgenossen und Kollegen. Sein Grabmal wurde 1928 fertiggestellt, wobei man den Wünschen des Schriftstellers Rechnung trug und sein Grab nicht mit einer Steinplatte bedeckte, sondern mit einem Blumenfries umgab.

Jókai war ein ausgezeichneter Schriftsteller. Im vorletzten Jahr (2023) habe ich ihn entdeckt und mittlerweile einige Bücher von ihm in deutscher Sprache gelesen, mit großer Begeisterung und zur Bereicherung meines Wissens. Jókai war historisch sehr belesen und sehr kritisch gegenüber der damaligen Gesellschaft eingestellt.
Natürlich habe ich ihn sofort in die Liste der besten und kritischsten Schriftsteller auf meiner Website aufgenommen: https://koka-augsburg.net/literatur/
Folgende Bücher kann ich sehr empfehlen, weil ich sie gelesen habe: Die letzten Tage der Janitscharen; Die Dame mit den Meeraugen; Schwarze Diamanten; Die Narren der Liebe; Hugo von Habenichts. Ferner habe ich gelesen: Traurige Tage; Die unsichtbare Sängerin; Pußtafrühling. Weitere Bücher stehen schon bereit, die gelesen werden möchten!
Danke Herr Richter für die Tipps ,ich werde gleich mal nach den Büchern Ausschau halten, Das Jokai ein Patriot war hört sich in der heutigen ,von nicht Patrioten gequälten Zeit, schon mal positiv an…mal sehen.
Hallo Willi19,
man sollte Jokai nicht aus dem historischen Zusammenhang herausnehmen und – völlig unangemessen! – für heutige Nationalisten (gleich welcher Sorte) funktionalisieren. Jokai war 1848 auf Seiten der Aufständischen gegen die Unterdrückung durch die imperialistischen Mächte (die Kaiserreiche Österreich und Rußland). Er war ein Antirassist, was sich vor allem gegenüber den allseits abfällig behandelten Zigeunern zeigte. Er war der Wissenschaft zugetan, einer Wissenschaft durchaus im aristotelischen Sinne und keineswegs einer instrumentalisierten. Und er war sehr sozial eingestellt. Aufgrund dessen denke ich, wäre er heute ein fundamentaler Kritiker der herrschenden Verhältnisse und würde sich gegen jede Vereinnahmung zur Wehr setzen. Leider kann er das natürlcih ebensowenig wie er die Zukunft voraussehen konnte.
Sein Werk hat international Bedeutung,ebenso wie zum Beispiel Istrati in Rumänien, Ritsos in Griechenland, Andric in Ex-Jugoslawien u.a.