„Man kann sich über Ungarn ärgern, die Verletzung der EU-Regeln und -Beschlüsse durch Orbán zu Recht kritisieren, aber wenn man bedenkt, dass einige Mitgliedsstaaten Ungarn heute raten, die EU zu verlassen, weil ein ungarisches Gesetz vorsieht, dass den Eltern ein Vorrecht auch auf die Sexualerziehung ihrer Kinder bis zum 18. Lebensjahr zustehe und die EU dies für »beschämend« hält, aber die bundesstaatliche Schweiz Wahlrechtsunterschiede für Frauen in den Kantonen über Jahrzehnte tolerierte oder die USA die Praxis der Todesstrafe in einigen Bundesstaaten zulässt, dann sollte man sich in Brüssel doch fragen, ob nicht mehr Dialog innerhalb der EU zweckmäßiger wäre, als der Weg zum EuGH und die Androhung von Geldstrafen.“