Coronavirus
Zweite Welle schon jetzt heftiger
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Bis zum Sonntag sind 954 Ungarn an und mit Covid-19 verstorben. In den letzten sieben Tagen wurden im täglichen Durchschnittmehr als 1.000 Neuinfektionen festgestellt; die Gesamtzahl der Corona-Infektionen liegt über 37.500. Die Zahl der täglichen Todesfälle bewegte sich den gesamten Sommer über nahe an null und kletterte auch auf dem Höhepunkt der ersten Welle im April nur kurzzeitig deutlich über zehn. Dieser Wert wurde im September in ähnlichem Tempo erreicht, doch während die Todesfallzahlen im Mai bereits wieder massiv zurückgingen, nähern sich diese im Oktober dem Tageswert von zwanzig an. (In der vergangenen Woche wurden insgesamt 132 Covid-Todesfälle registriert.) Derzeit gelten die frischen Infektionszahlen neben der Hauptstadt und ihrem Umland sowie Győr-Moson-Sopron im gesamten Nordosten des Landes als kritisch. In Tiszaújváros wurden bei einem Großbauprojekt der MOL-Gruppe mit thyssenkrupp gleich 242 von 1.717 PCR-Tests positiv gewertet. Die Betroffenen seien Bürger verschiedener Nationen; sie und ihre Kontaktpersonen wurden isoliert, um die Bewohner der Stadt nicht zu gefährden.
Die Belastung der Krankenhäuser hat extrem zugenommen: Mittlerweile werden 1.250 Covid-Patienten behandelt (+85%), 140 unter ihnen benötigen Beatmungsgeräte – drei Mal so viele, wie noch vor einer Woche. Das Außenministerium hat im Übrigen in den hektischen Wochen nach Ausbruch der ersten Welle insgesamt 16.863 Beatmungsgeräte beschafft, verlautbarte als Antwort auf eine Anfrage der Sozialisten im Parlament. Im Herbst vermeldete eine einheimische Firma zudem die Lieferung von 1.000 Geräten aus eigener Fertigung. Im Frühjahr wurde die Höchstbelastung bei 1.000 Patienten und 80 Beatmungsgeräten erreicht. Der Anteil der positiven Tests steigt seit Mitte August im Trend und ist über 10% geklettert.
Das Coronavirus hat auch den Direktor des zentralen Krankenhauses für Szabolcs-Szatmár-Bereg nicht verschont: Prof. Gusztáv Adorján (r., auf dem Foto mit dem für Logistikfragen eingesetzten Klinikkommandanten) wird derzeit in Budapest behandelt, da der 66-Jährige altersbedingt zur Risikogruppe gehört. Adorján, der auch die Fraktion der Regierungsparteien in Nyíregyháza führt, stand bis zu seiner Erkrankung an der Spitze jener Gesundheitseinrichtung, die im Kampf gegen die zweite Corona-Welle die schwersten Krankheitsfälle von drei Komitaten aufnehmen soll.
