Drogenpolitik

Zugang zu leicht

Sollten wir die Drogenpolitik lockern oder verschärfen? Eine tiefgehende Studie hat Gedanken der ungarischen Jugend zur Regulierung von Drogen eingesammelt.

Die Untersuchungen aus dem Jahre 2023 zeigen, dass junge Menschen die Verbreitung von Drogen immer noch als eines der drängendsten Probleme ihrer Generation betrachten, teilte das Jugendforschungsinstitut des Mathias Corvinus Collegiums (MCC) mit. Der illegale Drogenkonsum ist ein komplexes Thema, da die grundlegenden gesundheitlichen und psychischen Auswirkungen mit institutionellen und gemeinschaftlichen Problemen, aber auch mit organisierter Kriminalität zusammenhängen.

In der Umfrage wurden 1.000 junge Ungarn im Alter von 15 bis 29 Jahren persönlich über den Zugang zu Drogen befragt. 44% der Befragten gaben an, dass es einfach sei, an Drogen zu kommen. Von ihnen antworteten 13%, es sei sogar sehr einfach, weitere 31% meinten, es wäre einfach, illegale Drogen zu kaufen. Dieser Trend zeigt einen Anstieg im Vergleich zu den Daten von 2016. Damals lag der Anteil derjenigen, die eine leichte Erreichbarkeit erkannten, bei geringeren 23%. All dies deutet nach Angaben des MCC-Instituts darauf hin, dass illegale Drogen dauerhaft im Umfeld junger Menschen präsent sind, allerdings nicht in gleichem Maße.

Der Zugang zu Drogen wird von jüngeren Menschen als einfacher wahrgenommen. Erweitert man die Altersgruppe um die 15- bis 39-Jährigen, so zeigt sich, dass zwischen den unter und den über 25-Jährigen ein Unterschied von 10 Prozentpunkten besteht. Fast die Hälfte der unter 25-Jährigen denkt, dass der Zugang einfach sei, im Vergleich zu einem deutlich kleineren Anteil bei den über 25-Jährigen. Unter allen jüngeren Jahrgängen gibt es zudem einen Geschlechterunterschied von rund 10 Prozentpunkten: 46% der Männer und 37% der Frauen halten den Zugang zu Drogen für einfach.

Es gibt aber auch deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung der Befragten nach den verschiedenen Regionen. Budapest sticht hervor, hier denkt jeder Zweite, der Zugang zu Drogen sei einfach. Die Bewohner der Südlichen Tiefebene und Nordungarns denken darüber ähnlich. Das Institut betonte zudem, dass junge Menschen auf Festivals einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt seien, denn gleich 51% der Festivalbesucher gaben an, dass sie bei Veranstaltungen einfachen Zugang zu Drogen hätten. Der Studie zufolge befürwortet eine Mehrheit der Jugendlichen die Legalisierung von Drogen nicht. 68% unterstützen eine noch strengere Regulierung, während nur 25% für Lockerungen sind.

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