Tisza-Chef Péter Magyar kündigte den ruhmlosen Abgang des „türkischen Sultans“ an. Foto: MTI/ Zsolt Szigetvári

Tisza-Partei

„Wir holen uns unser Land zurück“

Péter Magyar organisierte für den Sonntag eine Gegenveranstaltung zum Bürger-Picknick in Kötcse.
8. September 2025 19:26

Auf einer Kundgebung vor mehreren tausend Anhängern unweit der Kurie, wo Viktor Orbán seine Rede hielt, versprach der Tisza-Chef an die Adresse des „türkischen Sultans“ gewandt, man werde Ungarn zurückerobern. Der Oppositionsführer verkündete das Ende der Gyurcsány-Orbán-Epoche nach einem symbolischen Fußmarsch von Balatonőszöd nach Kötcse – in ersterem Ort hielt der damalige Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány seine berüchtigte „Lügen-Rede“ von 2006. „Diese zwanzig Jahre finden nun ein Ende, das ungarische Volk wird in 217 Tagen ein neues Kapitel im Geschichtsbuch aufschlagen.“

Für die Einheit der Nation

Die Tisza stehe für ein friedliches und funktionierendes Land, in dem die Staatsführung die Menschen nicht beherrsche, sondern ihnen diene, wo Arbeit eine würdige Existenz sichert und Rentner nicht gedemütigt werden. Magyar versprach, Ungarn vom Schlusslicht zum Spitzenreiter in der Region zu machen. Man werde die aus öffentlichen Geldern unterhaltene, „verlogene Propagandamaschinerie“ ausschalten. Die Einheit der Nation, also der Ungarn des Mutterlandes mit den Auslandsungarn (im Karpatenbecken), bezeichnete er als gemeinsame, schwerwiegende Verantwortung. 

Tourismusexpertin als Partei-Vize

Als dritter Partei-Vize wurde auf der Veranstaltung die Tourismusexpertin Ágnes Forsthoffer vorgestellt. Sie wird im Herbst eine Strategie vorlegen, die der Entwicklung der Tourismusbranche dienen soll. Ein Vorschlag gilt speziellen Geldern auf der SZÉP-Freizeitkarte, die Rentner erhalten könnten, um gezielt die Nachfrage in der Nebensaison am Balaton zu erhöhen. 

Ex-Staatssekretär erklärt Steuerpläne

Der Ökonom und frühere Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, András Kármán, versprach ein vereinfachtes Steuersystem, das Kleinfirmen und Arbeitnehmern entgegenkomme. Die Steuern auf Einkommen, Vermögen und Konsum würden „korrigiert“, die KATA-Pauschalsteuer „zurückgeholt“, die Steuerlast des Mindestlohns mittels Gutschriften auf 9% gesenkt. Doch selbst für jene, die mehr als den Durchschnittslohn verdienen, bleibe die Einkommensteuer bei 15%. Der Experte bekräftigte die Absicht zur Einführung einer Vermögensteuer von 1% auf Werte ab 5 Mrd. Forint (gut 12,5 Mio. Euro). Dabei würden auch ins Ausland verbrachte und an Familienangehörige überschriebene Vermögenswerte Berücksichtigung finden. Die Mehrwertsteuer (ÁFA) für rezeptpflichtige Medikamente würde auf 0%, jene für gesunde Lebensmittel und Brennholz auf 5% gesenkt. 

Kármán war mit langjähriger Expertise bei der Notenbank 2010/11 Staatssekretär im Wirtschaftsministerium der zweiten Orbán-Regierung, wechselte von dort in die Position eines Direktors bei der EBRD und gehört seit 2015 zum Topmanagement der Erste Bank Hungary-Gruppe. Forsthoffer ist Eigentümerin eines Hotels in Balatonfüred und Regionalleiterin des Landesverbandes des Hotel- und Gaststättengewerbes (MSZÉSZ) für den Plattensee. 

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