Am Mittwochabend traf Ministerpräsident Viktor Orbán (r.) auf protestierende Landwirte, für deren Forderungen er Verständnis zeigte, auch wenn ihr Lärm ihm später in der Nacht den Schlaf nahm. Fotos: MTI/ Zoltán Fischer

Orbán im Kossuth-Radio

„Wir haben einen guten Kompromiss erzielt“

Im üblichen Freitag-Interview für das Kossuth-Radio rechtfertigte Ministerpräsident Viktor Orbán den Kompromiss beim EU-Sondergipfel.
4. Februar 2024 15:30

Das Veto der Ukraine-Hilfen ließ sich nicht aufrechterhalten, „denn dann hätte Brüssel seine Drohungen wahr gemacht und kein Geld mehr geschickt“. Man habe deshalb einen guten Kompromiss erzielt, weil Ungarn auch weiterhin keine Waffen in den Ukraine-Krieg schickt, aber doch dazu beiträgt, dass der ukrainische Staat funktionieren kann, und weil die EU-Gelder fließen. Nochmals erläuterte er den in der EU einzigartigen ungarischen Standpunkt, auf Frieden zu drängen, weil der Krieg keine Sieger kennt. „Wir helfen der Ukraine im Frieden, indem wir mehreren zehntausend Ukrainern Arbeit geben und tausende Kinder kostenlos betreuen und unterrichten.“ Derweil würden seit 2015 die 150.000 Ungarn in Transkarpatien ihrer Rechte beraubt. Die Chancen, diese zurückzubekommen, hätten sich nach dem Gipfel-Kompromiss verbessert.

Traktoren und Kühe am Hotel

Bereits am Mittwochabend konnte Orbán bei Vorgesprächen erreichen, dass ungarisches Geld für keine Kriegsziele in der Ukraine verwendet werden darf. Dann habe er versucht zu schlafen, aber Traktoren und Kühe unter seinem Hotelfenster schreckten ihn immer wieder hoch. Der Ministerpräsident zeigte Verständnis für die Bauernproteste, denn sie hätten Recht damit, dass keine Agrarprodukte in die Gemeinschaft gelassen werden dürfen, die nicht den EU-Standards entsprechen. „Sie fordern die Kommission auf, diese Spielchen zu unterlassen.“ Es sieht ganz so aus, dass es erst diese lärmenden Aktionen braucht, bis man gehört wird.

Ein Gedanke zu “„Wir haben einen guten Kompromiss erzielt“

  1. Die dargelegten Begründungen zu seinen vor ein paar Tagen getätigten Aussagen zeigen einen Premier, einen “Vater der Ungarn” wie man sich diesen wünscht.
    Die in aller Entschlossenheit geäußerten massiven Erpressungsprobleme, die die Nomenklatura in Brüssel dem ungarischen Volk antun wollte, hat der Premier erfolgreich umschifft.
    Da wundert es nicht, dass H. V. Orban Sympathien für die demonstrierenden Bauern hatte, trotz gestörtem Schlaf und konnte seiner erfolgreichen Linie treu bleiben.

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