Kürzlicher Auftritt von Ministerpräsident Viktor Orbán vor Fidesz-Anhängern im Rahmen der Nationalen Konsultation „Voks 2025“ über den EU-Beitritt der Ukraine. Foto: MTI/ Zoltán Fischer

Orbán im Kossuth-Radio:

„Wir gehen nicht vor der Ukraine in die Knie“

„Die Ukrainer haben das Recht, sich für die Aufnahme in die EU zu bewerben, wir haben das Recht, Ja oder Nein dazu zu sagen.“ Diese Ansicht vertrat der Ministerpräsident im Interview für das Kossuth-Radio, in dem er mitteilte, bereits mehr als 2 Mio. Stimmen seien zur Nationalen Konsultation über den EU-Beitritt der Ukraine eingegangen.

Viktor Orbán brachte in dem Gespräch neue Argumente und Aspekte zum EU-Beitritt des Nachbarn vor, den die EU-Kommission mittlerweile unverhohlen forcieren will. Er stellte klar, dass es kein selbstverständliches Grundrecht sei, in die Gemeinschaft zu gelangen. „Ungarn ist nicht das Land, das vor der Ukraine in die Knie geht. Wir erkennen ihre schwierige Lage und ihre heldenhaften Anstrengungen an, aber wir verhalten uns deshalb nicht wie die Westeuropäer, die dem Präsidenten der Ukraine förmlich jeden Wunsch von den Lippen ablesen wollen.“

Moralapostel

Die Ungarn würden sowohl Wolodymyr Selenskyj als auch die Ukrainer viel besser als der Westen kennen. „Hier soll uns niemand etwas von Moralaposteln vorgaukeln“, markierte der Ministerpräsident einen wesentlichen Unterschied zum „Blindflug“ des Westens in Sachen EU-Beitritt der Ukraine. „Präsident Selenskyj muss begreifen, dass er uns Ungarn nicht behandeln kann, als würde er hoch zu Ross sitzen. Wenn er Wünsche hat, dann bringt er diese mit der angemessenen Bescheidenheit vor und wird sehen, wie wir uns dazu verhalten.“ Die Ukraine erhält viel Hilfe von Ungarn in ihrer Not, wofür Ungarn keinen Dank einfordere. „Es ist aber doch zu viel der Respektlosigkeit, wenn der Präsident uns erpresst und bedroht.“

Zwei Millionen Stimmen

Mittlerweile hätten mehr als 2 Mio. Ungarn die Fragebögen der Nationalen Konsultation „Voks 2025“ zum Thema des EU-Beitritts der Ukraine zurückgeschickt. Für die Orbán-Regierung sei es relevant, diese geballte Meinung bei ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Die Befragung wird in diesen Tagen beendet. Um die Antwort der Bürger zu „erleichtern“, erinnerte der Ministerpräsident an den Umstand, dass die Ukraine ohne die Unterstützung des Westens keinen einzigen Tag Krieg gegen Russland führen könnte, ja nicht einmal als Staat fortbestünde. Über die EU bezahlen auch die Ungarn die Renten für die älteste Generation der Ukrainer, die Gehälter der Staatsdiener und ebenso die Armee.

Für die Sicherheit Europas?

„Ein solches Land in die EU zu holen würde unzählige Probleme mit sich bringen, die wir uns nicht aufhalsen wollen, ganz zu schweigen davon, dass wir den Krieg importieren.“ Es wäre nur eine Frage der Zeit, bis alle EU-Staaten in diesen Krieg verwickelt sind. Orbán wiederholte, dass Ungarn sich den russisch-ukrainischen Krieg nicht „ins Haus holen“ wolle. Die EU-Politiker im Westen hätten sich vor drei Jahren unüberlegt in den Konflikt gestürzt, indem sie in den Kampf der Ukrainer hineininterpretierten, dieser werde für die Sicherheit Europas gefochten. Russland sei eine Bedrohung, die man besser noch in der Ukraine stoppt. Mit diesem seiner Ansicht nach falschen Ansatz wurde die Ukraine auf einen Schlag zum Sicherheitsrisiko Europas.

Innerslawischer Bruderkrieg

Ungarn lehnte diese Auffassung von Anbeginn ab, weil es hier einen innerslawischen Bruderkrieg sieht, der nach Waffenruhe und Friedensverhandlungen schreie. „Es liegt nicht in unserem nationalen Interesse, dass auch nur ein einziger Ungar in der Ukraine stirbt“, hielt Orbán fest, der auch die EU-Finanzierung der Ukraine mittels Krediten kritisierte. Man werfe einen Haufen Geld zum Fenster heraus, etwa um eine Million Mann in der Ukraine unter Waffen zu halten, während die eigene Wirtschaft stagniert und die Länder bis über die Ohren verschuldet sind. „Die USA sind ausgestiegen, weil deren Präsident heute ein Geschäftsmann ist, der erkannt hat, dass man bei diesem Konflikt nur verlieren kann“, verwies der Ministerpräsident auf die Friedensposition von Donald Trump.

5 Antworten auf “„Wir gehen nicht vor der Ukraine in die Knie“

  1. Die Ukraine ist brutale Diktatur, es gibt nicht mal mehr überhaupt Wahlen. Zudem total korrupt, hat also gar nichts in der EU oder NATO zu suchen, aber deren Machthaber unterstützen das ja alles zum Schaden ihrer Mitgliedsstaaten, weil diese brutale Diktatur ein Marionettenregime der Multis ist, ebenso wie EU und NATO. Etwa die Hälfte der Ukraine ist traditionell rußlandfreundliches Land, seit 1917 zur Ukraine gepreßt, seit dem Putsch der Westmarionetten in Kiew von 2014 schwer unterdrückt, natürlich zur vollen Freude der westlichen Imperialisten, die dies veranlassen. Und die Elitetruppen, wie die Asow-Brigade, tragen Hakenkreuze und SS-Runen, was den Westen dort auch nicht stört.

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    1. Freilich nennen die Gegner das alles gelogen; aber die freien Wahlen, die es vor 2014 in der Ukraine gab, zeigten stets eindeutig das völlig zweigeteilte Land (seither sind halt viele nach Rußland geflohen); und man kann nicht behaupten, Janukowitsch sei aus der Opposition heraus 2010 durch Gewalt oder Wahlfälschung an die Regierung gekommen; aber man nicht behaupten, er sei 2014 demokratisch durch Wahl abgelöst worden. Die ganze West-Propaganda preist natürlich gewaltsame Machtergreifungen ihrer Marionetten und unterscheidet dabei zwischen guter Korruption auf ihrer Seite und schlechter Korruption auf der Gegenseite.

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  2. Sollte die Ukraine in die EU kommen, dann wars das mit der EU. Ungarn sollte sich auf 2030 vorbereiten, also auf Zeiten, in denen man einen Status vergleichbar mit der Schweiz einstellen muss. Ungarn wird nicht alleine austreten. Die Hauptlast der Zahlungen an die Ukraine werden F,D und die NL tragen.

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  3. Geld für Krieg ist immer “zum Fenster rausgeschmissen”, und zwar zielgerichtet in den Rachen bestimmter Profiteure (z.B. Waffenindustrie). Das gilt nicht nur für den Krieg gegen andere Staaten oder vorgebliche Terroristen, sondern unter anderem auch für den gegen einen Klimawandel oder gegen ausgewählte Viren. Im Vordergrund stehen Umverteilung und größenwahnsinnige Machtgelüste.

    Dass es interessierten Kreisen immer wieder gelingt, der breiten Masse harmlose Windmühlen als böse Ritter zu verkaufen, gegen die sie wie der dämliche Don Quijote ankämpfen muss, werde ich nie begreifen.

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  4. Millionen von Menschen in Deutschland und anderswo fragten nach dem 2. Niedergang Deutschlands, woher kamen die Millionen von “Mitläufer”. Warum haben sie sich nicht informiert, warum sie dem Propaganda ohne Hinterfragen ergeben haben. Nun, jetzt gibt es eine Antwort . nicht nur bezüglich Deutschlands sondern viele andere EU Länder.
    Hirn ausschalten, und jubeln für Unsinn und Propaganda. Klieme, die arme kranke Greta – von Klimagöttin bis Rassist.
    Ich habe mal ein Buch von Laszlo Carl gelesen. Er war Jude, entkam Holocaust, war ein berühmter Kunstsammler. Es war ein Selbstgespräch. Alte Ego und sich selbst. Er, al Jude sagte In den Ländern, die in ihrem christlichen Glauben befestigt waren, kam nicht annährend weniger jüdische Opfer – also es gab weniger Hass, als in Deutschland. Vermutlich können Christen eher auf humanistische Grundprinzipen zurückgreifen. SAGTE ein betroffener Jude.
    In Deutschland scheint jetzt zu sein, dass man die Russen mehr hasst, als sein Nation liebt.

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