Foto: Sozialmedien/ Béla B. Molnár

Schulproteste

Willkür bricht neue Welle los

Das Innenministerium hat Wasser auf die Protest-Mühlen der Pädagogen und Schüler gegossen, indem man weitere Lehrer wegen Aktionen des zivilen Ungehorsams entließ. Am Mittwochabend forderten Demonstranten den Rücktritt von Innenminister und Ministerpräsident, am Donnerstag lief eine neue Protestwelle in den Schulen an.
3. Dezember 2022 9:25

Knapp 1.000 Demonstranten kamen am Mittwochabend spontan in der Budapester Innenstadt zusammen, nachdem das Innenministerium die Entlassung von weiteren acht Pädagogen verfügt hatte. Den Teilnehmern an Aktionen des zivilen Ungehorsams wurden fristlose Kündigungen ausgesprochen, weitere zwei Dutzend Pädagogen erhielten für ihre gesetzwidrigen Aktivitäten schriftliche Verwarnungen. Das neuerdings für das Bildungswesen zuständige Innenministerium wiederholte die bekannte Floskel, die Pädagogen hätten rechtliche Möglichkeiten zu protestieren, der „zivile Ungehorsam“ gehöre jedoch nicht dazu. (Die Lehrer greifen derweil zu diesen Mitteln, weil ihnen die Orbán-Regierung im Frühjahr mit Hinweis auf die Notstandslage das Streikrecht praktisch bis aufs Äußerste einschränkte.)

Die Schülerbewegung EDF protestierte am Mittwochabend vor dem Innenministerium gegen weitere Entlassungen von Lehrern. Foto: Sozialmedien/ EDF

Schülerfront: Man will uns einschüchtern!

Die Schülereinheitsfront EDF als Organisator zahlreicher Protestaktionen beklagte, nach langen Monaten des Widerstands suche die Regierung nicht etwa nach Lösungen, sondern greife zu Techniken, die einschüchtern sollen und zunehmend diktatorisch wirken. „Warten wir nicht ab, bis unsere eigenen Lehrer an der Reihe sind!“ – warnte die EDF, die mit einer einwöchigen Mahnwache vor dem Innenministerium für ihre Forderungen und die Wiedereinstellung der entlassenen Lehrer demonstriert. Die Schüler prangern an, im Gebäude des Innenministeriums sei es so warm, dass alle Fenster offen stehen – in den Schulen dagegen gelten strenge Sparmaßnahmen. Die EDF veröffentlichte dieser Tage eine Liste, wonach die vom Fidesz ernannten Leiter der regionalen Schulbehörden im vergangenen Jahr Prämien von 1-2,5 Mio. Forint erhielten.

Unterricht fällt tagelang aus

Am Donnerstag beteiligten sich rund 500 Lehrer von mehr als 50 Schulen an Aktionen des zivilen Ungehorsams, um ihre Solidarität mit den entlassenen Kollegen zu bekunden. Der Direktor des Karinthy-Gymnasiums – wo allein sechs Lehrer gefeuert wurden – musste eine außerordentliche Schließung der Schule verkünden, weil niemand mehr blieb, um die Schulstunden abzuhalten. Weitere Gymnasien waren zu ähnlichen Maßnahmen gezwungen, an mehreren Dutzend Schulen kam es zu Protestaktionen der Schüler wie Sitzstreiks. Auch auf dem Lande gab es Widerstand gegen die Haltung der Orbán-Regierung. In Veszprém legten zahlreiche Lehrer um 10:10 Uhr für 10 Minuten eine „Schweige-Pause“ ein. Die Gewerkschaft PDSZ hat für den 8. Dezember den nächsten Streiktag ausgerufen.

56 Antworten auf “Willkür bricht neue Welle los

  1. Streiken was das Zeug hält! Wenn Fidesz so weiter macht, schafft sie es nicht mal bis 2026 zur nächsten Parlamentswahl! Dann hätte der ehemalige Ministerpräsident, Bankrotteur und Wahlbetrüger Ferenc Gyurcsány im Nachhinein gewonnen. Das sollte allen klar sein. Die Pädagogen, die kein Gehalt, sondern nur ein gutes Taschengeld bekommen, können und werden das gesamte Land lahmlegen, wenn die Regierung nicht zum fairen Dialog kommt und die Gehälter mindestens verdoppelt. Eine andere Chance hat sie nicht. Wetten!

  2. Welch ein kulturloser blöder Haufen ist dieses Innenministerium mit Pintér und Konsorten! Viele sagen, Deutschland habe die dümmste Regierung derzeit. Wenn Ungarn so weiter macht, ist Orbán der erste Platz sicher!

    1. “kulturlos” ist lediglich Ihr Kommentar, Herr Péter.
      Rumproleten und nicht wissen wie man die Probleme lösen soll … das findet man hier durchaus öfter in den Kommentaren.
      Es gibt doch niemanden der den Lehrern das Geld nicht gönnt.
      Die Kritiker der Situation sollen mal konkret erklären woher man das Geld nehmen könnte.
      Was wollen Sie stattdessen nicht mehr finanzieren ?

      1. Hä? Wenn schon Herr Nyúl.
        Offensichtlich sind sie ahnungslos in Ungarn, wie viele Deutsche, die gestelzt, eingebildet und mit feiner Sprache daher kommen. Political correctness wie in Germany sollten wir Ungarn eher abweisen.
        Wollen Sie etwa behaupten, dass das Innenministerium irgendeine Umgangskultur oder Diskussionskultur mit den Lehrern in den letzten Jahren bewiesen hätten? Die Stimmung in den ung. Schulen ist seit Monaten katastrophal, wie auch hier ja Deutsche bestätigen, die sich da auskennen. Darum reicht es. Sie lesen doch selber hier von mehreren Seiten, dass die Pädagogen kein Bildungsministerium haben, folglich auch keinen ernstzunehmenden Ansprechpartner.

        1. Herr Nyól, ich schreibe den Namen dazu, damit klar ist auf welchen Beitrag ich mich beziehen möchte.
          Aber wie gesagt, wo soll das Geld herkommen ?
          Woanders in Europa ist die Situation auch katastrophal. Da sollte man sachbezogen urteilen und nicht bloß mit dem Zeigefinger auf Ungarn wedeln.
          Wo kann man also sparen um den Lehrern ein besseres Gehalt zu geben ?

          Und ob sich das “Innenministerium” oder “Bildungsministerium” nennt (übrigens eine Einrichtung, die auch wieder Geld kosten würde, Geld das besser bei den Lehrern aufgehoben wäre) ist doch egal.

  3. Es ist nun einmal kein Geld mehr da.

    Wenn die Orban-Regierung ihren Fidesz-Freunden unbedingt die SUVs mit günstigem Sprit füllen will, bleibt eben nichts mehr für die Bildung übrig.

    Welchen Stellenwert die Fidesz-Politiker der Bildung zugestehen, zeigt sich doch allein schon daran, dass es kein Bildungsministerium gibt und Bildung dem Innenministerium unterstellt ist.

    Es ist immer eine Frage der Priorisierung.

    Normalerweise würde Orban nun nachgeben, aber kann nicht, denn er hat die Staatskassen geleert. Daher sind nun auch die EU-Mittel für die Bildung vorgesehen, deren Blockade Orban und Fidesz provoziert haben.
    Leidtragende sind u.a. Lehrer und Schüler.

    1. Herr Hatzig, Sie meinen wenn 2-3 SUVs (die Autoindustrie verkauft sie massenhaft) eingespart werden kann man davon einen Bildungsministerium installieren ?
      Wovon wollen Sie das bezahlen und warum soll das “wer” besser machen ? Es geht doch bloß um eine Gehaltserhöhung.
      Das Bildungsministerium ist eine unnötige und wenig hilfreiche Aufblähung des Staatsapparates.

      1. “Das Bildungsministerium ist eine unnötige und wenig hilfreiche Aufblähung des Staatsapparates.” Fragen Sie mal die Pädagogen, dann wissen Sie Bescheid. So einen Unsinn habe ich selten gelesen. Welchen Stellenwert hat den Bildung?

    2. Bei dem Moslég geht nicht um die Bildung. Sonst hätten sie Lehrer massenhaft nicht entlassen und ihre Gehälter nicht gekürzt. Und wenn man ihre Abgeordnete sieht und hört, in Bildungsachen sind sie unter dem Froschs Hinten.
      In Deutschland fehlt minimum 40.000 Lehrer, eher mehr.
      Nach Qualitatsprüfung – je nach Bundesland 30-40 Prozent der 4 Klässler erfüllen in Lesen, Schreiben Máthé NICHT die Minimumforderung.
      Nach Luxdmburd die deutsche Lehrer verdienen am meisten.
      Axel denkt doch, dass die Ungarn ihre Hose mit Kneifzange zumachen und 0 Ahnung über die deutsche Verhältnisse wissen.

      1. Wenn eine ungarische Lehrerin statt in einer ungarischen Schule zu unterrichten, nach Österreich pendelt, um dort in einem Sportgeschäft an 3 Tagen die Woche zu arbeiten, dann sagt dies viel über das Problem aus.

        Der demografische Wandel, der alle Bereiche in fast allen EU-Ländern betrifft, ändert darn nichts und kann auch nicht als Rechtfertigung oder Entschuldigung dienen.

  4. 1.Reden wir doch mal Klartext. Orbán wurde wie viele andere Regierungschef böse überrascht vom Krieg und den daraufhin folgenden extremen Energiepreissteigerungen, gegen die Orbán auf allen Ebenen kämpft, weil Brüssel dumme, unwirksame Sanktionspakete schnürt, die tief ins eigene Fleisch schneiden. Die Zahl derer, die zudem den Krieg als Stellvertreterkrieg der Amis bezeichnen und verurteilen, wird auch immer größer.
    18 Milliarden braucht der ukrainische Oligarchenstaat jährlich von der EU, nur um die Infrastruktur aufrecht zu erhalten und Renten zahlen zu können. Ungarn verweigert sich dem zurecht, da es das Kriegsende in weite Ferne verschiebt, wie auch schwere Waffen, die Selensky nicht ohne dafür zu zahlen, von den Amis erhält. Die Amis kämpfen nicht nur bis zum letzten ukrainischen Soldaten, sondern auch bis zur letzten europäischen Industrieanlage. Macron hat gerade angemerkt, dass es unfair sei, dass amerikanisches Gas 3-4 mal teuriger in Europa verkauft wird, als in den USA.

    1. Orban ist ein Schönwetterpolitiker.
      Wenn die globale Wirtschaft im Sonnenschein erblüht, sonnt auch er sich darin.
      Die begangenen Fehler verwässern.

      Nun aber ist Orban mit Krisen konfrontiert und die Fehler der Vergangenheit brechen nun durch.
      Die große, konfrontative Klappe gegenüber der EU rächt sich nun z.B.
      Wer Freunde und Partner zu Gegnern erklärt, kann nun einmal in Krisenzeiten nicht mehr hundertprozentig auf sie zählen.

      Vor allem aber zeigt sich eben auch: Orban kann keine Krisen bewältigen.

  5. 2.Nun in dieser beschissenen Situation realisiert die ung. Regierung, dass sie – wie vor Ausbruch des Corona-Virus – nun vor Ausbruch des Krieges von positiven Annahmen ausgegangen ist. Könnte sie die Zeit zurückdrehen, hätte sie natürlich einiges anders entschieden. Locker hätte sie eine gute Gehaltserhöhung schaffen können, wenn es nicht das gewaltige Thema der Energiepreise, der Inflation gäbe. So schnell kann keine Wirtschaft umgestellt werden. Aber wer sah das alles ? Aus jetziger Sicht wird auch Ungarn mehr diversifizieren, weniger aus Russland beziehen, die eigene Förderung Gas- und Ölförderung vervielfachen und mehr Geothermie- und PV-Anlagen installieren, Paks-Neubau nicht an Russland vergeben.
    Die Regierung ist also zur Unzeit getroffen. Das ändert aber nichts daran, dass sie in der Vergangenheit schwere Fehler machte bei der Schwerpunktsetzung – mit schwerwiegenden Folgen für das Soziale und die Gerechtigkeit. Statt dessen sorgte sie für ihre Klientel mit üppigen Zahlungen. Es ist bekannt, dass die Leiter der kommunalen Schulbehörden auch wieder mit Geld gepämpert werden, von denen die Pädagogen nur träumen können. Die Gefahr ist groß, dass die Stimmung in Ungarn kippt, und die Schattenregierung Gyurcsány aus dem Dunkel tritt, um ihr zerstörerisches Werk zu beginnen.

    1. Andersrum wird auch ein Schuh draus. Die Gefahr bzw. Chance ist groß, dass, wenn die Opposition weiter so gegen die Zahlung der EU-Gelder arbeitet (Zb Wiederaufbaufond), bei der nächsten Wahl noch weiter absteigt. In Budapest mögen es über 50% Oppositionswähler sein, aber selbst von denen findet es ein großer Teil absurd, dass der Dobrev-Gyurcsány-Clan gegen die eigenen Interessen jegliche Zahlungen der Gemeinschaft an Ungarn verhindern will.
      “wir haben es verfickt”, sagte dieser Gyurcsány im Mai 2006 und schlug wenig später am 23.Oktober mit aller Polizeigewalt auf die Demonstranten ein.

    2. Mehr als 12 Jahre Fidesz – und eine Krise bringt die ungarische Wirtschaft dem Zusammenbruch nah.

      Dass gerade Ungarn von dieser Krise so hart getroffen wird, ist die Folge von 12 Jahren Orban-Regierung.
      Die anderen EU-Staaten sind mit derselben Krise konfrontiert.

      Was sich nun zeigt: Orban ist mit der Krise überfordert.
      Und u.a. das Bildungssystem und die Lehrer müssen dafür büßen.

  6. Wie die obszene Lili und Co redet, hat mit Bildung und Schule nichts zu tun.
    Wenn irgend jemand die Kinder für Zwecke missbraucht, hat moralisch unten durch. Also Kinder, Lehrer werden gleichmaßen für politische Zwecke missbraucht.
    Was sagen die Eltern? Schließlich sie haben ihr Pflicht, zumindest teilweise ihre Kinder zu Lehrer lassen, indem sie Steuer zahlen. Also: Eltern, Lehrer, Staat soll zusammen entscheiden, wie weiter.

    1. Die Bürger bezahlen Steuern, mit denen die Regierung dann das Bildungssystem finanzieren soll.

      Nun aber sagt die Orban-Regierung: Wir haben keine ungarischen Steuergelder mehr übrig und wollen das ungarische Bildungssystem mit EU-Geldern vor dem Zusammenbruch bewahren.

      Da stellt sich dann die Frage: Was hat die Orban-Regierung mit den Steuergeldern der ungarischen Bürger angestellt?

      1. Was hat die Regierung Orban mit dem Steuergeld gemacht ?
        Die Infrastruktur in Ungarn ist deutlich besser und gepflegter als in Deutschland. Das ist einfach so. Ich sehe auch bei jeder Fahrt durch Ortschaften Gruppen von Menschen, die in den Anlagen für Sauberkeit sorgen, usw.
        Nennen Sie doch mal konkret wo das Geld angeblich nicht korrekt ausgegeben worden ist ?
        Oder wenigstens sinnlos ausgegeben wurde ?
        Und dann legen Sie bitte diese Maßstäbe an Deutschland an.

        1. Sie sind mir ja ein Witzbold.

          Schon auf der M1 kann man auf der rechten Spur nicht mehr ruhig dahinfahren.
          Viele Straßen im Hinterland wären in Deutschland als unbefahrbar gesperrt.

          Ich sehe mir die Stromleitungen in der ungarischen Nachbarschaft an, die ich in Deutschland gar nicht sehen kann. Wie kommt das wohl?

          Wer solche Behauptungen aufstellt, wie Sie hier, der untergräbt seine Glaubwürdigkeit.

          Es ist doch erstaunlich, dass in einem Land, in dem noch vor 3 Jahrzehnten alles in Staatsbesitz war, es nun so viele Milliardäre gibt. 😉
          In der Krise offenbaren sich die Schäden der Korruption in besonders offensichtlicher Form. 😉

          1. Schauen Sie die Stromleitunfen zB in Portugál, Spanien, Griechenland Italien an. Vermutlich sind Die ausser Deutschland und Ungarn nirgdndswo. Oder in “”bezzegrumánien”.
            Was die Strassen in Deutschland angeht, die Bahnhof Hamburg, Frankfurt, Berlin, die Unterführunfen. Alex, Sie schreiben Ihre ” Berichte” aus der warmen Stube, wie die Spiegel Berichterstatter.

            1. Ich komme gerade aus Ungarn (wo ich übrigens kein Super-Benzin tanken konnte, während ich es in unbegrenzter Menge sogar zu niedrigerem Preis in Österreich bekam).
              Den Unterschied sehe mit eigenen Augen – und erlebe ihn auch.

          2. Also Herr Hatzig, die Stromleitungen sind auch in den USA über Land gelegt.
            Und digital funktioniert Ungarn besser als Deutschland, wo sie überall persönlich erscheinen müssen, weil es online nicht vorbereitet ist.
            Ich war jetzt in Ungarn überrascht über die Zielstrebigkeit und Bürgerfreundlichkeit bei Online-Anfragen.

            1. Nun also führen Sie die USA und nicht mehr Deutschland als Ausrede ins Feld.
              Und Online-Formulare gelten nun als Zeichen für Infrastruktur.

              Wären nicht so viele Steuergelder in korrupten Kanälen versickert, wäre nun auch in Ungarn ausreichend Geld für eine angemessene Bezahlung der Lehrer vorhanden.

              In einer Stadt in Deutschland gibt es einen Aussichtsturm mit einem tollen Weitblick, der an einem Grillplatz gelegen ist und nach einer langen Ausschreibung erneuert wurde.

              In einer vergleichbaren Stadt in Ungarn wurden gleich zwei solcher Türme gebaut. Einer davon versteckt und abgelegen an einem Waldrand mit Blick auf ein Feld. Er steht umgeben von hohem Gras und Getrüpp. Es ist ein recht neuer Turm, der schon verfällt und nicht ungefährliche Beschädigungen aufweist. 😉

                1. Wenn Sie, Frau Westermann, wüßten, wie man argumentiert, wäre Ihnen klar, dass es mehr braucht, als immer nur wilde Behauptungen auszustoßen.
                  Zu einer Argumentation gehören auch Begründung, Belege und – bitte aufmerksam – Beispiele.

                  Die Korruption in Ungarn hat viele Steuergelder und EU-Mittel gekostet. Diese versickerten Gelder hätten für die Bürger eingesetzt werden können. Eben z.B. im Bildungssystem.
                  Stattdessen haben sich einige wenige die Taschen gefüllt.

                    1. Wie verblendet muss man denn sein, um so einen Kommetar abzugeben. Die Korruption hier ist doch für jedermann einsehbar. Das schlimme ist ja nur, das man das inzwischen als gegben hinnimmt. Das ist halt so. Aber leugnen tut die hier eigentlich keiner, selbts die Korruptiertenj nicht.

                    2. Es ist genau dieser Unterschied in der Einstellung:
                      Kommt in Deutschland auch nur das Gerücht auf, jemand hätte ein Geschenk angenommen, kommt es sofort zum Aufstand.
                      In Ländern mit verbreiteter Korruption und mangelnder Korruptionsbekämpfung ist es ganz normal, dass man am Morgen einen Blumenstrauß für den Zahnarzt kauft, weil man schließlich noch einen Termin für das von Zahnschmerzen geplagte Kind bekommen hat.

                    3. Antwort an Herrn Hatzig:
                      Das mit dem Blumenstrauß darf ja wohl nicht Ihr Ernst sein!?
                      Bei uns steht das bis heute für guten Anstand und Empathie.

                    4. So so.

                      Wenn Sie also bei einem Bäcker ein Brot kaufen, dann geben Sie auch ein Blümchen?

                      Wenn Sie hören, dass die Eltern eines Mitschülers ihres Kindes dem Lehrer beim Elternsprechtag ein Geschenkkörpchen übergeben, dann erkennen Sie darin nur Anstand und Empathie.
                      Natürlich fragen Sie sich dann nicht, was in dem Geschenkkörpchen ist. 😉

                      Wenn sich ihr Nachbar für die Baugenehmigung für der hohen Garage direkt an ihrem Grundstück beim Bauamt mit einem Geschenk bedankt, dann ist das völlig in Ordnung, weil “nur Anstand und Empathie.”

                    5. Herr Hatzig, Sie geben hier wirklich ein Bild von sich ab, über solche Leute sagte man bei uns einst: Mensch Meier…
                      Den Blumenstrauß gibt man, wenn man sich über einen anderen Menschen freut, der weit mehr tut, als seine Pflicht, und man gibt diesen ohne Hintergedanken.
                      Aber wenn in Ihrem Deutschland angeblich schon auf ein Gerücht hin Aufstände losbrechen, dann zitiere ich mal den geschätzten Herrn Rieger: “Wie verblendet muss man sein…”

                    6. Und Sie gehören zu den Leuten, Herr Ackermann, die die Grenzen zwischen Anstand und Korruption verschwimmen lassen.
                      Was ist denn mit der Mutter, die es sich nicht leisten kann, einen Blumenstrauß zu kaufen, deren Kind aber auch an Zahnschmerzen leidet?

                      Es hat schon seinen Grund, weshalb bezahlte Mitarbeiter in Deutschland keine Geschenke annehmen wollen, sollen und zum großen Teil auch nicht dürfen.

                      Korruption beginnt nicht erst in Chefetagen.

                      Und Sie, Herr Ackermann, würden wahrscheinlich auch hellhörig, wenn ein Mitschüler ihres Kindes eine bessere Note als Ihr Kind erhält, nachdem dessen Eltern mit einem Geschenkkorb beim Lehrer waren. 😉
                      Und das, obwohl doch Ihr Kind so sehr gelernt hatte, während der Mitschüler oft gefehlt und die HA nicht gemacht hatte.

                      Es gibt dann oft Eltern, die ziehen daraus den Schluss: Beim nächsten Mal einen Geschenkkorb übergeben! 🙂

          1. Die EU-Kommission ist verpflichtet die EU-Steuergelder zu schützen.
            Lange genug wurde die Orban-Regierung auf die Mängel in der Rechtsstaatlichkeit und auf die korruptionsfördernden Strukturen hingewiesen.
            Große Töne und agressive Konfliktrethorik waren die Antworten vom Fidesz.
            Nun kuscht die Orban-Regierung, da die EU-Gelder nicht mehr fließen, die die Fidesz-Mißwirtschaft bisher kaschiert hatten.

          2. Liewber Herr Hatzig, ich bin ja schon oft bei Ihnen mit Ihren Kommentaren, aber hier schiessen Sie übers Ziel hinaus. Hier geht es nicht um den weissen Umschlag, denn das ist bei vielen das vorausgesetzte hálapénz (Dankesgeld) oder Bestechung. Wenn ich mich bei jemanden für seine Arbeit mit einem Blumenstrauss oder einer Tafel Schokolade bedanke, ist da eine andere Dimension. Man muss nicht immer mit Kanonen auf Spatzen schiessen 😉 Heut ist Nikolaustag, das hat was mit Teilen zu tun ….

        2. “Die Infrastruktur in Ungarn ist deutlich besser und gepflegter als in Deutschland”. Was ist das denn für eine blauäugige Aussage, die Züge haben im Schn itt 200 Minuten Verspätung. Dann kommen Sie mal zu uns aufs Land und gucken sich hier die Strassen an, da kann man manche nur noch mit dem Traktor benutzen, Zugverbindungen können Sie zum Teil überhaupt nicht nutzen. Ich müsste um zur Arbeit mit dem Zug zu fahren 3,5 Stunden in kauf nehmen. Sie sollten mal die ornagefarbene Brille abnehmen und sich die wahren Zustände ansehen.

  7. An DR auf meine Meinung: “Das Bildungsministerium ist eine unnötige und wenig hilfreiche Aufblähung des Staatsapparates.” Fragen Sie mal die Pädagogen, dann wissen Sie Bescheid. So einen Unsinn habe ich selten gelesen. Welchen Stellenwert hat den Bildung?”
    Antwort:
    Ich kenne Lehrer und ich kenne Mitarbeiter im Kultusministerium von Baden-Württemberg (in Ungarn so etwas wie ein Komitat) und ich kenne Eltern von Kindern, die leider SCHREIBEN WIE HÖREN lernen mussten.
    Viele Bürger sind sehr empört über diesen Unsinn, den das “Bildungsministerium” vermutlich aus lauter lange Weile installiert hat Einen sinnvollen Grund kann es dafür nicht geben.. Denn ansonsten intelligente Kinder haben noch viele Jahre später mit diesem Mist zu kämpfen und werden verlacht oder falsch eingeschätzt, wenn sie Worte falsch schreiben.

    1. Experimente mit den Schülern gab es unter Sozialisten und Liberalen hierzulande auch (sie haben sich anschließend gegenseitig vorgeworfen, wer mehr Bockmist dabei verzapfte), nun doktert der Fidesz gemeinsam mit den Christdemokraten an der “Zukunfts-Generation” herum.
      Ich kann Ihre Worte über den “installierten Unsinn” gut nachvollziehen.

        1. Deswegen wurde sie ja auch schon mehrmals reformiert. Erklären Sie mir mal den logischen Unterschied im ungarischen zwischen “J” und “Ly” .Es gibt keinen, die Schüler müssen das auswendig lernen, völlig unnötig, müsste meiner Meinung nach auch reformiert werden. Es gibt auch im deutschen viele unsinnige Regeln, die eigentlich kein Mensch braucht, und es gibt auch eine Schreib / Leseschwäche. Die damals noch keinen interessiert hat. Nicht jeden Mensch ist in allen Bereich begabt. Da hilft das Bild weiter vom Affen, Fisch und dem Elefanten die auf einen Baum klettern sollen.

    1. Herr Rieger, es stimmt, ich kenne Herrn Pinter nicht und beschränke mich bei der Argumentation meist auf die positiven Eigenschaften von Ungarn, die ich persönlich wahrgenommen habe.
      Also: hier bei uns im Komitat Somogy kann man die durchaus breiten und neu asphaltierten Straßen mit einem normalen PKW benutzen. Wir kommen Sie denn auf “Traktoren” ? Da haben Sie sich beim Hauskauf aber nicht das Umland angeschaut. *g*
      Zug fahre ich in D. schon seit Jahrzehnten nicht mehr, wegen der Verspätungen. Ungelogen. In Ungarn ist es also dasselbe. Meine Güte wie machen das bloß die Japaner ? Blitzsaubere pünktliche Züge.
      Aber nochmal Stichwort “Bildungsministerium”. In D. sehe ich keine gute und hilfreiche Entwicklung. Ein deutschlandweiter Bildungsplan, der von den Bundesländern (Komitaten) verwaltet wird, wäre für die Schüler vermutlich besser. Sowas wird immer wieder angeregt und dann wieder verworfen.

      1. Bildung ist Ländersache.
        Dies ist Teil des föderalen Systems.
        Ganz im Gegensatz zum zentralistischen System in dem die Komitate nicht mehr zu Sagen haben, wie die Gemeinden in Deutschland, sind die Landesregierungen zuständig für Bildung in ihren jeweiligen Ländern.
        In der Kultusministerkonferenz treffen sie dann Absprachen und versuchen eine Harmonisierung.
        In Bayern hat man gerne landesspezifische Inhalte und will nicht unbedingt den Kindern nur norddeutsche Traditionen nahe bringen.

        Eine Bildungsplanreform in einem Bundesland ist übrigens ein langwieriger, komplexer Prozess, bei dem u.a. auch Elternverbände beteiligt sind.

        1. Herr Hatzig “Eine Bildungsplanreform in einem Bundesland ist übrigens ein langwieriger, komplexer Prozess, bei dem u.a. auch Elternverbände beteiligt sind.”
          Ja das stimmt, die Elternverbände dürfen mitmachen. Ich kann mich leider an einen Artikel entsinnen, wonach eine Vorsitzende eines Elternverbandes den Vorsitz empört aufgab, weil sie nicht gehört wurde. Ihre Einlassungen wurden nicht beachtet.
          Leider ist mir das Thema entfallen.
          Aber Grundtenor ist, dass Kultusministerien recht eigenmächtig handeln und von sich sehr überzeugt sind. Die Vorträge der Lehrer und der Elternverbände sind den Kultusministerien allenfalls lästig, aber meist egal. Das Konstrukt ist gut, aber es hapert an einer demokratischen Durchführung-

      2. Frau Koch, ich will ja nicht die vielen positiven Faktoren ausblenden. Aber ich bin schon seit 1984 regelmässig in Ungarn, und da hat sich ja auch seitdem viel getan. Aber die Infrastruktur, vor allen auf dem Lande liegt schon im Argen. Ich könnte Ihnen da ja mal gerne einige Bilder senden. Das Bildungssystem darf ich aus nächster Nähe begutachten. Und ich finde es nicht gut. Wenn jemand nach der 8. Klasse noch 5 Jahre auf die Schule muss, um als Abschluss dann Kellner zu sein, das halte ich das für Übertrieben. Auch das man jedem das Abitur vermitteln will. Die Sprachausbildung ist , zumindest bei uns, katastrophal. Wenn man auf Privatschulen dasselbe in 6 Wochen lernen kann, wie in 8 Jahren Grundschule, stimmt was nicht.

        1. Wollen nicht die Eltern das Abitur um jeden Preis?
          Bei uns im (rückständigen) Norden orientieren wir die Jugendlichen gerne auf Berufsschulen. Nach der 8. Klasse dauert eine Berufsausbildung gewöhnlich 4 Jahre, vereinfacht 2+2 Jahre für Theorie (und weiteres Allgemeinwissen, wie in Deutschland bis zur 10. Klasse) und für Praxis.
          Ich denke, dass mit den Fremdsprachen löst sich durch die Technik demnächst von alleine.

          1. Die Duale Ausbildung ist eigentlich ein wichtiges Standbein in Deutschland, verliert aber leider in Deutschland an ansehen, während sie im Ausland viel beachtet ist.
            Deutsche Konzerne bilden auch an ihren ausländischen Standorten im Dualen System aus – und sehen sich dann mit Abwerbeversuchen am Ende der Ausbildung konfrontiert.

            Dass in Deutschland 16 Bildungsministerien in Konkurrenz zueinander stehen, hat durchaus Vorteile, da auch im Bildungswesen immer gelten sollte: Das Bessere ist der Feind des Guten.

  8. Herr Ackermann, glaube ich nicht, dass hier die Eltern die Triebfedern sind. Das ist halt im System zunächst so angelegt. Ich finde da den deutschen Ansatz besser. Nicht für jeden Beruf benötigt man 12-13 Jahre Schulbildung. Das mit der dualen Ausbildung hat sich doch bewährt. Auch die verschiedenen Lehrzeiten. Da bin schon eher beim deutschen Modell. Ich selbst habe von der Hauptschule aufwärts alle Schulen besucht, der Wechsel war relativ unproblematisch. Damals wurde das MSS eingeführt, wir waren somit die Versuchspersonen. Das hat sich aber bewährt. So ähnlich funktioniert das hier ja auch ab der 10. Klasse.

    1. Die duale Ausbildung wollte die Orbán-Regierung ja auch breit aufstellen, und der allmächtige Kammerpräsident senkte die Schulpflicht auf 16 Jahre, um mehr junge Leute auf die Baustellen und in die Fabriken zu schicken. Inzwischen sieht man aber auch die Schwachstellen des dualen Systems – da prallen halt Interessen aufeinander.

      1. Die Schwachstelle ist z.B. für zumindest einen der deutschen Autobauer in Ungarn, dass ihre Lehrlinge am Ende der dualen Ausbildung abgeworben werden. 🙂

        Ein gut funktionierendes System der Dualen Ausbildung aufzubauen, benötigt einen langen Atem. Neben den Berufsschulen müssen auch die Betriebe die Voraussetzungen erarbeiten, damit es dann so funktionieren kann, wie bei den eingespielten und erfahrenen, deutschen Autobauern.

        Und sowohl die Regierung, wie auch die Unternehmen müssen es als eine Investition in die Zukunft verstehen und die notwendigen Mittel aufbringen.

        1. Bei allen grossen Firmen wird das mittlerweile praktiziert. Alle grossen Autobauer und Zulieferer haben das schon seit Jahren, ohne die Regierung eingeführt.
          Einzig der gestzliche Rahmen gibt das zur Zeit nicht her. Aber vor 1990 war auch in Ungarn das Ausbilungssystem ähnlich wie in D. Danahc hat jede Reigeirung versucht sich im murksen zu übertreffen. Das Ergebnis sieht man jetzt.

          1. Da muss ich aber widersprechen.
            Die Unternehmen hatten und konnten das Duale Ausbildungssystem nur in Kooperation mit der Regierung einführen.
            Dies gilt für so ziemlich jedes Land.

            Eine duale Ausbildung parallel und abgestimmt in einer Berufsschule und in einem Ausbildungsbetrieb gab es vor 1990 auch nicht.

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