Tamás Sulyok hält seine Antrittsrede im Parlament. Foto: MTI/ Zoltán Máthé

Antrittsrede des Staatspräsidenten

„Wer Ungar ist, ist auch Europäer“

Das Parlament hat am Montagabend den siebten Präsidenten im Nachwende-Ungarn gewählt. Der von den Regierungsparteien nominierte Tamás Sulyok war zuletzt als Präsident des Verfassungsgerichts tätig.
28. Februar 2024 10:55

In seiner Antrittsrede vor den Abgeordneten versprach Sulyok, Vertrauen aufzubauen durch ein „gegenseitiges Zuhören und Verstehen, unbelastet von Vorurteilen“. Getreu seinen Aufgaben im Verfassungsgericht wolle er sich auch in seinem neuen Amt um einen fairen Ausgleich der verfassungsmäßigen Grundrechte und Werte bemühen. Es sei die Grundvoraussetzung einer Nation, dass sich die Einzelnen und die gesellschaftlichen Gruppen mit gegenseitigem Vertrauen begegnen. „In meinem Handeln möchte ich die Einheit zum Ausdruck bringen, die uns Ungarn eine mehr als eintausendjährige Geschichte als ein stolzes, europäisches Volk verschaffte, das sein Recht mit aller Entschlossenheit durchzusetzen bereit ist, mit Überzeugung, von Emotionen getragen und von Humor begleitet.“

Sulyok umschrieb sein Ungarntum mit den Worten: „Meine Muttersprache, Kultur, Familie, meine Arbeit, einfach alles verbindet mich mit diesem Land, und wer Ungar ist, der ist auch Europäer.“ Seine Vision von Europa lautet, dass Werte wieder über Interessen stehen sollen, und dass in den EU-Institutionen wieder juristisch korrekt und nicht politisch motiviert agiert wird. Es könne keine von den Mitgliedstaaten unabhängigen europäischen Werte geben, denn die europäische Werteordnung entwickle sich ja erst aus den Werten, die von den Mitgliedstaaten eingebracht werden.

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