Kinderarmut
Wer sagt die Wahrheit?
Der ATV-Reporter Egon Rónai gab dem Ministerpräsidenten im Nachhinein bezüglich der Aussage Recht, jedes einzelne Kind in Armut sei ein Kind zu viel. Allerdings verschwieg er, die Frage provokant so gestellt zu haben, als hätte das Zentralamt für Statistik (KSH) – dem die Linksliberalen häufig manipulierte Zahlen im Interesse der Orbán-Regierung unterstellen – die Armutsrate für Kinder von 9,5% auf 20,9% korrigiert. Wegen dieser Darstellung sprach die Chefberaterin des Ministerpräsidenten Piroska Szalai von Fake News.
Die Wirtschaftsexpertin schrieb in den Sozialmedien, nirgendwo in der EU gebe es einstellige Werte, in Ungarn lebten 2024 gleich 22,9% der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren in Armut oder waren von sozialer Ausgrenzung bedroht. Das sei noch immer ein wenig besser als der EU-Durchschnitt von zuletzt 24,2%. Viel bemerkenswerter bei der Einschätzung der Leistung der Orbán-Regierung sei jedoch, dass Ungarns Zahl 2010 noch bei 40,4% stand. Damals gehörte das Land zu den Schlusslichtern in der Gemeinschaft, heute rangiert es im Mittelfeld. Nur in Lettland konnte die Kinderarmut in den letzten anderthalb Jahrzehnten noch effizienter zurückgedrängt werden. Szalai führte auf die aktive Arbeitsmarkt- und Familienpolitik des Fidesz zurück, dass mehr als 300.000 Kinder aus Armut und Ausgrenzung befreit werden konnten.
