Aus dem Gerichtssaal
Weiteres Urteil gegen skrupellosen Gangster
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Tamás Portik organisierte Mitte der 1990er Jahre eine Verbrecherbande, die verschiedenste Geschäfte abwickelte. Weil ihn József Prisztás bei einer Transaktion mit mehreren Immobilien übers Ohr hauen wollte, beauftragte Portik einen seiner Gefolgsleute, den Rivalen zu beseitigen. Prisztás wurde am 1. November 1996 in Budapest erschossen. Für dieses Verbrechen wurde Portik 2016 rechtskräftig zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt; seither sitzt er seine Strafe ab.
Auftragsmorde am „Fließband“
Beim jetzigen Verfahren geht es um einen Auftragsmord an einem Zeugen, der die Polizei offenbar auf die Spur von Portik führte. Der „Schwätzer“ sollte am 13. November 1996 liquidiert werden, überlebte aber trotz drei Schüssen, die ihn lebensgefährlich verletzten. Der Auftragskiller György Tanyi wurde 2018 rechtskräftig zu elf Jahren Zuchthaus verurteilt. In jenem Verfahren benannte Tanyi Portik als den Auftraggeber des Attentats.
Portik, der als Chef der Energol-Gruppe in den 1990er Jahren Milliarden mit dem Panschen von Kraftstoffen machte, ließ 1999 einen weiteren Auftragsmord ausführen. Das Opfer war József Gyüre, ein Freund aus Kindheitsjahren, dessen Leben die Auftragskiller in seiner Wohnung mit einer Maschinenpistole auslöschten. Gyüre hatte noch in den 1980er Jahren eine Bande organisiert, um öffentliche Telefonzellen auszurauben. Portik schloss sich der Bande als Teenager an.
Maschinenpistole im Fluss
Dem Mörder Gábor K. kamen die Ermittler auf die Schliche, weil er die Tatwaffe unweit des Tatortes in die Donau geworfen hatte. Der Fluss spülte die Waffe ans Ufer, wo sie Obdachlose fanden. Gábor K. wurde nun im gleichen Verfahren wie Portik zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft plädiert auf lebenslänglich, die Verteidiger auf Freispruch.
