Parlamentswahl 2022 / Eine Lagebeschreibung
Wahlkampf auf Ungarisch
Knapp zehn Wochen vor den Wahlen nimmt der Wahlkampf merklich an Fahrt auf. In der Presse steigert sich die Vehemenz des politischen Schlagabtausches, und auch im Ausland regt es sich. Kann sich die Listenverbindung aus Fidesz und KDNP behaupten, oder schafft es die weitgehend vereinigte Opposition, mit Péter Márki-Zay den nächsten Ministerpräsidenten des Landes zu stellen?
Divergierende Umfrageergebnisse
Die Umfragen sind sich bisher uneins. Regierungsfreundliche Meinungsforschungsinstitute wie etwa Nézőpont sehen derzeit die Regierung in haushohem Vorsprung vor der Opposition. Regierungskritische Demoskopen wie die von Republikon ermittelten hingegen, dass die vereinigte Opposition die Wahlen für sich entscheiden würde. Dazwischen deuten die Ergebnisse anderer Institute wie Závecz oder IDEA schon seit Monaten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen hin, wenngleich die Beliebtheit der Regierungsparteien im Januar im Vergleich zu den Vormonaten tendenziell zunahm. All dies lässt den Rückschluss zu, dass die Karten hinsichtlich des Kräfteverhältnisses nach den Parlamentswahlen noch nicht ganz gemischt sind. Eine Zweidrittelmehrheit, an die sich der Fidesz in den vergangenen Legislaturperioden gewöhnen durfte, scheint indes nicht wahrscheinlich. Das gilt auch mit Blick auf die vereinigte Opposition.
Wegen der starken Elemente des Mehrheitswahlrechts im ungarischen Wahlsystem haben aber die Direktkandidaten der Opposition im Vergleich zu den Vorjahren jetzt rein mathematisch deutlich bessere Siegeschancen. Während 2014 und 2018 die Oppositionsparteien in den Wahlkreisen ihre jeweils eigenen Direktkandidaten aufstellten, tritt nun die vereinigte Opposition in jedem Wahlkreis mit nur einem gemeinsamen Kandidaten an. Ungarn gleicht damit derzeit einem Zweiparteiensystem, bestehend aus zwei starken Blöcken. Bei den vorherigen Wahlen hingegen dominierte Fidesz als die einzige Volkspartei, umringt von mehreren kleinen Oppositionsparteien, von denen keine über 20 Prozent kam.
Für was steht der Spitzenkandidat der Opposition?
Trotz dieser neuen Ausgangslage ergaben mehrere Umfragen, dass etwa zwei Drittel der Ungarn den Wahlsieg der gegenwärtigen Regierungsparteien für wahrscheinlich halten. Optimismus bei den Anhängern der Opposition sieht anders aus. Dazu kommt, dass die Popularität von Orbán-Herausforderer Márki-Zay seit seiner Nominierung im Oktober 2021 eher ab-, denn zugenommen hat. Nicht wenige fragen sich inzwischen, für was Márki-Zay eigentlich stehe – was nicht überrascht, angesichts des überbreiten Spektrums der Parteien, die ihn unterstützen, von rechtsradikal bis linksliberal.
Márki-Zay, Bürgermeister der südungarischen Mittelstadt Hódmezővásárhely, bezeichnet sich selbst als gläubig und konservativ, pro-europäisch, aber migrationsfeindlich. „Orbán geht, der Grenzzaun“ bleibt, verlautbaren die Wahlplakate seiner Bewegung. Weitere Schlagworte, die gegen die amtierende Regierung von Márki-Zay in den Ring geführt werden, sind der Kampf gegen die vermeintliche Korruption („Orbán ins Gefängnis“), die Abkehr von der EU-kritischen Politik oder die Beibehaltung der Nebenkostensenkungen. Abgesehen davon sind seine Vorstellungen bisher aber recht undurchsichtig. Es liegen auch nur Fragmente eines Wahlprogramms vor, dessen Verabschiedung noch auf sich warten lässt.
Trotz programmatischem Schweigen laufen die Vertreter der Opposition jedesmal zur Hochform auf, wenn es gilt, Schritte der Regierung zu kritisieren. So etwa die Nominierung von Familienministerin Katalin Novák für das Amt des Staatspräsidenten, nachdem János Áder dieses im Frühjahr aufgeben muss. Die in Ungarn über Parteigrenzen hinaus für ihr familienfreundliches Programm geschätzte Novák wurde von Márki-Zay für „noch untauglicher als Áder“ befunden. Die Geister scheiden sich an allem. Die Regierung hofiere die Russen und Chinesen, das Gesundheitswesen sei krank, die Wirtschaft marode, hört man vonseiten der Opposition.
Fidesz und KDNP sehen das alles natürlich anders. Selbst die kürzliche Eröffnung eines Konzerthauses wurde zum Politikum und Sinnbild der Spaltung der ungarischen Gesellschaft. Im Rahmen des Liget Projekts wurde das Haus der Ungarischen Musik im Budapester Stadtpark fertiggestellt, gefolgt vom Applaus von Anhängern der Regierung. Vertreter der Opposition quittierten die Eröffnung allerdings mit harscher Kritik. Hintergrund ist der jahrelange Streit über das Liget Projekt, das 2011 von der Regierung initiiert wurde, um den maroden Stadtpark in ein grünes Museumsviertel umzugestalten. Der damalige Aktivist und spätere Oberbürgermeister Gergely Karácsony stellte sich von Anfang an vorgeblich aus Gründen des Umweltschutzes gegen die Pläne, die aber von der Mehrheit der Ungarn befürwortet werden.
Verbale Entgleisungen
Angeheizt wird der Wahlkampf überdies von mehreren verbalen Entgleisungen, die sich Márki-Zay seit seiner Spitzennominierung erlaubte und die von regierungsfreundlichen Medien beherzt aufgegriffen werden. Im November postulierte Márki-Zay beispielsweise, dass Orbán 2019 mehr als 55.000 Migranten ins Land gelassen habe, George Soros dagegen keinen einzigen. Dass allerdings unter den 55.000 „Migranten“ die überwiegende Mehrheit aus den Nachbarstaaten Ungarns und nicht aus Nordafrika oder aus dem Nahen Osten kam, war für Márki-Zays Versuch, Orbán als Migrantenfreund darzustellen, nicht gerade förderlich. Hinzu kamen Antisemitismus-Vorwürfe gegen Márki-Zay, nachdem seine Zusammenarbeit mit allseits bekannten Antisemiten aus den Kreisen von Bündnispartner Jobbik bekannt wurde. Jüngst bezeichnete Márki-Zay Fidesz-Wähler sogar als „behindert“. Ungarn gilt zwar nicht als Hort der political correctness, aber solche Entgleisungen sprechen selbst hier nicht gerade für die Seriosität eines möglichen Ministerpräsidenten.
Andererseits ist auch der Wahlkampf des Fidesz-Lagers etwas gewöhnungsbedürftig. So sieht man beispielsweise bei einer aktuellen Plakatkampagne neben dem Konterfei des ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten Ferenc („Feri“) Gyurcsány den Zwerg Péter-Márki-Zay hampeln. Als angebliche Marionette von Gyurcsány wird diesem sodann der Titel „Mini-Feri“ verpasst.
Corona-Politik ist kein Wahlkampfthema
Der Fidesz gibt sich bisher selbstbewusst und siegessicher. Mit der recht liberalen Corona-Politik der ungarischen Regierung ist die Mehrheit der Ungarn zufrieden, während in anderen europäischen Staaten die Frust über die Maßnahmen bisweilen Zehntausende auf die Straße bringt. Die Wirtschaft hat sich nach den Lockdowns im europäischen Vergleich wieder schnell erholt, das Land bringt bemerkenswert viele Infrastrukturprojekte auf den Weg und der Lebensstandard ist in den letzten zwölf Fidesz-Jahren deutlich gestiegen. Ungarn avancierte zu einem echten Motor in Ostmitteleuropa.
Doch insbesondere die Rekordinflation der letzten Monate, die auch Ungarn nicht verschonte, spüren viele in ihrem Portemonnaie. Das könnte der ungarischen Regierung tatsächlich noch Probleme bereiten. So ergriff sie vorsichtshalber mit der Deckelung einiger wichtiger Preise die Initiative. Auch die schon lange vorher beschlossenen Steuersenkungen für Familien, Jugendliche und mittelständische Unternehmen nehmen jetzt Wind aus den Segeln einer möglichen Empörungswelle.
Aktuell sind keine weiteren Ereignisse erkennbar, die zu einer größeren Verschiebung des Kräfteverhältnisses zwischen Opposition und Regierung führen könnten. Vor Kurzem forderte Márki-Zay Amtsinhaber Viktor Orbán zu einem TV-Duell heraus. Bisher hat Orbán auf dieses Ansinnen nicht reagiert. Stattdessen ergriff Fidesz-Kommunikationsdirektor István Hollik das Wort: „Jeder weiß, dass Ferenc Gyurcsány der Chef bei den Linken ist. Es hat keinen Sinn, mit einem seiner Untergebenen zu diskutieren.“ Wahlkampf auf Ungarisch.
Der Autor ist Mitarbeiter des Deutsch-Ungarischen Instituts für Europäische Zusammenarbeit am MCC.

Die ungarischen Wähler bekommen aber eben auch durchaus mit, dass das Verhältnis der Orban-Regierung zur EU gestört ist und als Folge EU-Mittel zurückgehalten werden.
Auch der Kursverfall der Währung bleibt den Wählern nicht verborgen.
Und dann ist da noch die hohe Staatsverschuldung. Die Finanzierung von Wahlgeschenken durch Kredite erkennen die Wähler durchaus als problematisch.
Steuerrückzahlungen und Steuersenkungen angesichts eines hohen Haushaltsdefizits weiß jede Hausfrau korrekt einzuschätzen.
Kerenyi-Nagy Viktor Hauptgärtner Obuda
“Ich hoffe, Orban Viktor wird seine Rentnerjahre zusammen mit Kasler Miklos und Palkovics Lászlo im Gefängnis verbringen, obwohl ich einen ÖFFENTLICHEN Tod durch Strang ( nyilvános akasztást) auch unterstütze.
Linke Wahlkämpfer.
Zum Kotzen sind Ihre Parteigenossen, Alex
Parteigenossen?
Typische Denkweise: Alle anderen sind gleich – und gleich böse. 😉
Aber schon richtig: Aus dem rechten Eck gesehen, sind all die vielen anderen links. 😀
Sie unterstützen das Moslék Koalition mit Leib und Seele. Ukraine der Hauptgertner gehört dazu. Gratulation! Auf Knie zwingen, aushungern, aufhängen. Ihre Genossen. Vögel von ihrem Feder. Menschen von ihren Freunden erkennt man.( Gesinnungsgenossen)
Sie sind so verblendet, dass Sie gar nichts erkennen.
Feindbilder benötigen die bedauernswerten Rechten, in ihrem Eck scheinbar wie die Luft zum Atmen. Je mehr sie jedoch diese Feindbilder aufbauen, desto isolierter werden sie.
Eine Regierung, die sich selbst zunehmend in die Isolation drängt, ist schlecht für das Land.
Nur gut, dass die Ungarn ein pragmatisches und kluges Volk sind, die sich vom Geschrei der Regierungspartei nicht beeinflussen lassen und im Alltag ganz normal mit den vermeindlichen “Feinden” verkehren.
Null Krawall auf ungarischen Stráßen, währen heute mal wieder hundert Tausende in Deutschen Straßen gegen die Regierung in Berlin demonstrieren. Herr Hatzig gehört zu denen, die verheimlichen, dass die Staatsverschuldung Ungarns vor Corona relativ günstig war – dem Fidesz eine Rückführung von 84% (unter den Linksliberalen) auf unter 70%, weil er die Wirtschaft in Schwung brachte und die Arbeitslosigkeit drittelte. Alex ist so ein Typ, die sich freut, dass jemand an einem Virus erkrankt und am Ende einen Schuldenhaufen hat, weil er nicht arbeiten konnte.
… dem Fidesz eine Rückführung der Staatsverschuldung zum BIP von 84% (unter den Linksliberalen) auf unter 70% gelang, weil er die Wirtschaft in Schwung brachte und die Arbeitslosigkeit drittelte.
Das wollte ich sagen.
Inkl. der durch die Fidesz-Politik entstandene Rentenlast geht die Staatsverschuldung in Richtung 100% des BIP.
Wenn die Inflation hoch ist, dann ist dies aus Sicht von Fidesz natürlich importiert.
Wenn in der ganzen EU die Wirtschaft floriert, dann hat aber nur Orban allein das Wirtschaftswachstum in Ungarn geschaffen.
Der heutige Bundeskanzler hatte die deutsche Staatsverschuldung als Finanzminister sogar noch weiter gesenkt.
Die Produktivität in Ungarn ist in den Orban-Jahren nicht so stark gestiegen, wie in den V4-Partnerländern.
Und das ungarische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf wächst in Euro z.B. nicht so stark wie in den Niederlande oder Dänemark.
Bedenkt man die hohen EU-Mittel, die in den letzten 10 Jahren nach Ungarn flossen, ist das Potential des Landes offensichtlich nicht voll ausgeschöpft worden, da zu viel dieser Mittel versickerte.
Na dann können Sie mal ratten, wie hoch die deutsche Last beziffert ist, wenn die zukünftigen Versorgungslasten fetter Staatsdiener (vom Lehrer über Hundesteuerbearbeiter bis Politiker) drin sind. Da kommen Sie aus dem Quark gar nicht mehr raus. Ich gebe ihnen einen Tipp: Raffelhüschen Bernd. Das müssen sie als Tochter eine schwäbischen Hausfrau schon selber herausfinden!
Das mit ihren von Soros manipulierten Statustiken lassen Sie mal lieber stecken. Glaubt nur der Quäker vom bezahlten Dienst.
Aber natürlich: Unter Gyurcsány wird das besser! 😉
Also ich halte mich an wissenschaftliche Studien und Statistiken, denn ihre Wunschzahlen bringen niemanden weiter und verschaffen nur Ihnen ein Glücksgefühl.
Wenn ein ungarischer Wirtschaftsvertreter auf die Produktivität in Ungarn hinweist, dann ist er also von Soros manipuliert.
Selbst wenn er der Chef eines Wirtschaftsverbands ist.
Was die demografische Problematik betrifft, ist man in Deutschland wenigstens ein wenig pragmatischer und verliert sich nicht nur in Anti-Zuwanderungs-Propaganda. Dort hat die Regierung immerhin den Mut, den Wählern zu erklären, dass man Migration benötigt, um die Zahl der Erwerbstätigen zu halten.
In Ungarn hat die Regierung schlicht Angst, über die ständig weiter abnehmende Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zu reden, nachdem die Regierung selbst so sehr Stimmung gegen Miganten gemacht hat.
Tipp: Bernd Raffelhüschen Bernd. Da haben Sie ja mal wieder fein um den heißen Brei herumgeschwänzelt!
Ja wissen Sie denn überhaupt nicht wo oben und unten ist. Die Wachstumszahlen in der BRD sind verschwunden, futsch! Fast Nullkommakappes.
Wenn ich derzeit im Internet Youtube aufrufe und anfange, Filme anzuschauen, werde ich derzeit anscheinend zunächst mit linker Wahlpropaganda eingedeckt; zumindest sieht das Bild und der ständige Name Márki-Zay danach aus, aber den Text verstehe ich freilich nicht. Nach einer Weile geht es zu unpolitischer Reklame über. Dann folgt deutschsprachige Reklame für Anlageberatung und ähnliches; neuerdings folgt sogar Werbung in anderen Sprachen. Komisch, was bei Youtube abläuft.
Der EU-“Elite” ist es ganz wichtig, dass die Hindernissee in Polen und Ungarn, Slowenien… aus dem Weg geräumt werden. Youtube, facebook, … sind sicher bereit die Algorithmen so umzustellen, dass Viktor am Ender der Wahlbetrüger ist, der die Macht nicht abgeben will. Ein buntes Europa besteht zu 100% aus Linken und Linksliberalen. Ohne die gibt es keine totale Transformation im Sinne von Herrn Schwab, Soros und Bill Gates und Anton Hofreiter.
Wir haben die Tage schon einen Vorgeschmack bekommen auf Euronews, wo vorsichtshalber schon mal behauptet wurde, Orbán würde die Wahl verlieren, er dies aber nicht anerkennen und an der Macht bleiben will, worauf es riesige Demos geben würde.
Im Soros-Marionettentheater sind Markisau Peter, Gurkenjan Ferenc und die Stasi-Klára die Helden. Ein guter Anlass jetzt endlich wieder für die SPD-Pinocchios, die Wehrmacht nach Ungarn zu senden. 1989 hat der Sozialismus gesiegt. Wir hatten es nur bis vor Kurzem nicht gemerkt.
Jetzt haben wie es verbrieft: https://www.facebook.com/IsraelIMFA
Also Soros Organisation Amnesty International IST antisemitisch!!!
Was der grosse Mann und sein Organisation schreibt, sagt, berichtet gilt nicht mehr!