Digitale Bürgerkreise
Vom Respekt der Russen
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„Wir sind für die Russen eine besondere Spezies, der sie einen gewissen Respekt entgegenbringen“, beschrieb Orbán das ungewöhnliche Verhältnis zwischen dem kleinen Ungarn und dem großen Reich, das sich seit 1848 drei Mal gegen die Magyaren wandte. Dieser Respekt gelte nicht der politischen Führung, sondern sei kultureller Natur. Man sei heute bestrebt, sich nicht gegenseitig übers Ohr zu hauen, wie es so viele andere Nationen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit den Russen in den vergangenen 30-40 Jahren probierten. Spätestens seit 2009 erleben Russen wie Ungarn, dass sie sich aufeinander verlassen können, denn die geschlossenen Verträge werden ausnahmslos eingehalten.
Die unterstellte Nähe seiner Regierung zu Moskau erklärte der Ministerpräsident mit dem Bedarf Ungarns an einem Gleichgewicht in der europäischen Sicherheit. „Wir brauchen Kräfteverhältnisse, die uns Frieden und wirtschaftliche Prosperität bescheren.“ Die aktive Mitgestaltung des Friedensprozesses im Ukraine-Konflikt sei genau darauf zurückzuführen, dass Ungarn nicht am Ende vor vollendete Tatsachen gestellt sein will.
Von den Geheimverhandlungen in Geschäftsbelangen verriet Orbán immerhin, diese hätten „die Tür für zwei oder drei ernstzunehmende Abschlüsse geöffnet; was die MOL-Gruppe und die anderen daraus machen, ist nicht mehr unsere Angelegenheit“.

