Fotos: MTI/ Robert Hegedüs

Astronauten-Forum

Vier auf einer Bühne

Drei Raumfahrer und einen Weltraumtouristen auf einem Podium – das erlebte die Hörerschaft an der TU Budapest vor dem Wochenende.
1. September 2025 7:52

Der ungarisch-amerikanische Softwarepionier Charles (Károly) Simonyi schwärmte von seinen Besuchen der ISS-Raumstation 2007 und 2009 als Weltraumtourist. In seiner Eigenschaft als Tourist war der Geschäftsmann und Milliardär der erste Mensch, der zwei Mal ins All flog. Er verwies auf den weniger bekannten Umstand, dass er die gleiche Ausbildung wie die Astronauten mitmachen musste. Die zweite Reise empfand Simonyi als weitaus spannender, da er bereits viele Vorkenntnisse mitbrachte.

Charles (Károly) Simonyi bewies doppelten Mut und schwärmte insbesondere von seinem zweiten Flug.

Es schläft sich gut, aber der Rücken…

Anekdotisch berichtete er von außerordentlich angenehmen Schlaferlebnissen, aber auch davon, dass im All niemand von Rückenschmerzen verschont bleibt. Von allerhand Mut zeugt, dass sich der Softwaretüftler mit Herzproblemen für biologische Selbstversuche zur Verfügung stellte, um Schlüsse ziehen zu können, wie ein nicht perfekt funktionierendes Herz auf die veränderten Bedingungen in der Schwerelosigkeit reagiert.

Einst Jagdpilot, heute Wissenschaftler

Bertalan Farkas war 1980 der erste Ungar im Weltall. Damals meldeten sich von 240 Jagdpiloten in Ungarn gleich 95 freiwillig für das Raumprogramm. Tibor Kapu folgte ihm als zweiter Ungar vor wenigen Monaten im Rahmen der Mission Ax-4. Sein Reserve-Astronaut Gyula Cserényi erinnerte daran, dass einst Jagdpiloten für diese Weltraumflüge gefragt waren, weil die Raumschiffe manuell gesteuert werden mussten. Heute erfolgen Start und Landung vollkommen automatisch, bei der Auswahl der Astronauten ist weitaus relevanter, dass sie an Bord der Raumstation und im All unterschiedlich gelagerte wissenschaftliche Experimente durchführen.

Schon Farkas nutzte vor Jahrzehnten ein in Ungarn entwickeltes Instrument zur Strahlenmessung an Bord der sowjetischen Raumstation „Saljut 6“. Kapu zufolge hat das entsprechende Instrument heute nur noch die Größe einer Streichholzschachtel. Er führte allein 25 Experimente durch, an denen enorm viele Ideengeber des HUNOR-Programms in der Vorbereitungs- wie in der Aufbereitungsphase teilhatten. Cserényi begleitete die erfolgreiche Durchführung der Versuche von der Erde aus, in Houston. Von dort wurden auch letzte Modifizierungen vorgenommen bzw. die Zeiteinteilung des ISS-Astronauten Kapu optimiert.

Weltraum-Helden auf einem Podium vereint (v. l.): Bertalan Farkas, Charles Simonyi, Tibor Kapu und Gyula Cserényi.

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