Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Budapest Pride

Vielfalt als Wert anerkennen

Am Samstagnachmittag zogen mehrere tausend Menschen im Rahmen der „Budapest Pride“ durch die Innenstadt.

Der 27. Aufzug der LGBTQ-Gemeinschaft in der ungarischen Hauptstadt stand unter dem Motto: „Hol Dir Deine Zukunft zurück!“

Die Menge zog vom Pester Donauufer vorbei am Parlament zum Freiheitsplatz. Zahlreiche westliche diplomatische Vertretungen nahmen an dem Umzug demonstrativ teil, ebenso wie mehrere Oppositionsparteien.

Auf dem Freiheitsplatz kritisierten die Redner verschiedener NGO, wie die Orbán-Regierung systematisch die Rechte der transsexuell orientierten Menschen beschnitt. Später wurde homosexuellen Paaren das Adoptieren von Kindern untersagt. Den vorläufigen Tiefpunkt stelle das beschämende sog. Kinderschutzgesetz dar, das Homosexuelle mit Pädophilen vermenge. Immerhin hätten 1,7 Mio. Bürger mit ungültigen Stimmen das Referendum zu dem Thema zum Scheitern gebracht. „Wir möchten in einem Land leben, das Vielfalt als Wert anerkennt“, sagten die Redner.

Die rechtsradikale Mi Hazánk hatte auf der Prachtstraße Andrássy út eine eigene Veranstaltung angemeldet. Tatsächlich ging es dabei nur darum, der Pride den Umzug über die schönste Straße der Innenstadt, die direkt zum Heldenplatz führt, zu verwehren. Auf der alternativen Strecke wurden die Pride-Teilnehmer nur von vereinzelten Aktivisten der Rechtsradikalen und von weitem angepöbelt.

3 Antworten auf “Vielfalt als Wert anerkennen

  1. Ich komme aus Berlin, bin jahrelang selber zum CSD gegangen und kann nur vor der Intoleranz vieler LGBT+++ Gruppen warnen. Sie haben nichts mehr mit jener bunten Regenbogengemeinschaft gemein, die ich von früher kenne und liebe. Von (Meinungs-)Vielfalt ist in Deutschland keine Rede mehr. Jede abweichende Position wird als “menschen- und transfeindlich” diffamiert, eine Debatte ist kaum noch möglich. Niemals wäre eine solche Demonstration in Berlin möglich, wenn das Motto bspw. lauten würde “Es gibt nur 2 biologische (!) Geschlechter”. Diese Binsenweisheit wäre ausreichend, dass die Demonstration unter dem Beifall aus Politik und Medien von radikalen Gruppen blockiert würde. Erst kürzlich musste der Vortrag einer Biologin zu diesem Thema wegen akuter Bedrohungslage storniert werden (siehe Link unten). Fast alle LGBT+++ Gruppen spendeten Beifall. Ein Fall von unzähligen:

    https://www.welt.de/vermischtes/article239698549/Humboldt-Universitaet-sagt-Vortrag-nach-linkem-Protest-ab.html

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