Dieses Waffenarsenal beschlagnahmte die Polizei bei der „Speerspitze der Nation“. Foto: police.hu

Terrorprozess

Urteilsspruch gegen „Speerspitze“

Ein Gericht hat jetzt acht Angehörige einer Terrororganisation verurteilt.

Die Polizei nahm im Herbst 2016 unterstützt von der Terrorabwehrzentrale (TEK) Hausdurchsuchungen in Jászberény, Galgaguta und Bőny vor. Dabei konnten mehr als 30 Waffen mit tausenden Schuss Munition sowie bei einer Person ein Kilogramm Sprengstoff sichergestellt werden.

Offen gegen Migranten und Juden

Die Gruppe war als Magyar Nemzeti Arcvonal (MNA – in etwa: „Speerspitze der Ungarischen Nation“) auch im Internet aktiv. Die MNA wandte sich in ihren Schriften offen gegen Migranten und Juden. Das in erster Instanz vorgehende Budapester Bezirksgericht verurteilte die drei Hauptangeklagten zu Haftstrafen von 2,5 Jahren, vier Mittäter zu Freiheitsstrafen, die auf Bewährung ausgesetzt wurden, und eine achte mitangeklagte Person zu einer Geldstrafe, weil sie an einen Waffenschein gebundene Waffen illegal an die Gruppe vermittelt hatte. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, da ihr das Strafmaß nicht streng genug erscheint.

Polizisten bei Schusswechsel getötet

Unter den auf Bewährung auf freien Fuß gesetzten Angeklagten befindet sich auch der Sohn jenes István Győrkös, der schon vor Jahren eine lebenslängliche Zuchthausstrafe aufgebrummt bekam. Der Mann hatte sich in seinem Haus verschanzt und bei einem Schusswechsel einen der eindringenden Polizisten mutmaßlich erschossen. Győrkös bestritt, den tödlichen Schuss abgegeben zu haben, das Gericht glaubte jedoch den Ermittlern. Die Aktion der Polizei geriet in die Kritik, weil sie dilettantisch ausgeführt wurde und niemand die TEK zur Hilfe rief, obgleich man wusste, dass der Mann schwer bewaffnet war.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

BZ+
25. Juni 2022 10:00 Uhr
23. Juni 2022 11:38 Uhr