Ungarn
Staatspräsidentin Katalin Novák in Melbourne: „Alle Ungarn sind gleich, egal wohin es sie verschlagen hat.“ Fotos: Sándor-Palais

Nationalfeiertag des 23. Oktober

Ungarn prägen Freiheitsliebe und Zusammenhalt

„Ungarisch ist die Sprache der Freiheit“, sagte Katalin Novák am Sonntag in Australien. Die Staatspräsidentin nahm an einer Gedenkfeier der Auslandsungarn für Revolution und Freiheitskampf von 1956 in Melbourne teil.

„Der 23. Oktober ist der größte Feiertag für die ungarische Diaspora weltweit, denn an diesem Tag gibt es viel zu ehren und zu beweinen“, hob Novák hervor. „Wir feiern unser Ungarntum, die Freiheitsliebe und den selbstverständlichen Zusammenhalt der ungarischen Nation über alle Grenzen hinweg. Wir trauern aber gleichzeitig um all jene, die ihr Leben und ihr Blut für unsere Freiheit gaben, beweinen die zerrissenen Familien und die Auswanderung aus Zwang.“ Dieser Nationalfeiertag vereine über die gemeinsame Sprache und Geschichte die Ungarn des Mutterlandes mit den Ungarn im Karpatenbecken und der Diaspora. Novák erinnerte daran, dass die Freiheit täglich neu erstritten werden müsse.

Staatsbürgerschaft und Wahlrecht

Als Staatspräsidentin sei es ihr Verfassungsauftrag, sich mit allen Ungarn der Welt zu befassen. Novák erklärte, in ihrer fünfjährigen Amtszeit alle größeren ungarischen Gemeinschaften aufsuchen zu wollen, die überall in der Welt verstreut leben. In Australien führte ihr erster Weg zu den dort lebenden Ungarn, in ein Altenheim, dessen Bewohner allesamt Ungarn sind.

Diese Menschen erzählten ihr von persönlichen Erlebnissen im Oktober 1956. Die Olympischen Spiele von Melbourne 1956 wurden für die ungarische Delegation an Stelle sportlicher Erfolge zu einem Drama. Die Ereignisse jenes Jahres bieten jene moralische Festung, auf der alle Entscheidungen im Hier und Heute aufbauen können, zeigte sich Novák überzeugt.

Kinder bei einer Feierlichkeit zum Gedenken an 1956 im Ungarischen Kulturzentrum der Stadt.

„Nicht zufällig haben wir die Nation auch im juristischen Sinne wiedervereint, indem wir unseren ungarischen Landsleuten außerhalb der Grenzen Staatsbürgerschaft und Wahlrecht gewähren“, erläuterte die Staatspräsidentin. Damit wollte Budapest in alle Himmelsrichtungen die Botschaft vermitteln, dass alle Ungarn gleich sind, „egal wohin sie es verschlagen hat“.

„Wir Ungarn wünschen Frieden“

Zu den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten merkte Novák an, Ungarn verurteile die Aggression Russlands und der Hamas und bemühe sich nach Kräften, jede Eskalation der Konflikte zu verhindern. „Wir sind an der Seite der unschuldigen Opfer und treten für Frieden ein. Wir Ungarn wünschen Frieden, denn wir möchten unser hart erstrittenes friedliches Leben bewahren.“

„Wer die ungarische Sprache wahrhaftig versteht und durchdringt, wird sich nie Unterdrückern und Diktatoren unterwerfen.“

3 Antworten auf “Ungarn prägen Freiheitsliebe und Zusammenhalt

  1. Doppelmoral und Realitätsverlust

    Frau Novak, Sie verstehen nicht ihre eigenen Worte, nämlich sich nie Unterdrückern und Diktatoren zu unterwerfen. Den Ungarn gestatteten, sich gegen den menschenverachtenden Bolschewismus, dem Krebsgeschwür jeglicher Freiheit zu wehren, was absolut korrekt ist. Aber die russisch sprechende Bevölkerung in der Ukraine darf unterdrückt und abgeschlachtet werden? So rief der Anführer der Swoboda Partei Oleh Tjahnibok am 21. Februar 2014 auf der Bühne des Maidan in Kiew zum Massenmord auf: 



    „Schnappt euch die Gewehre. Bekämpft die Russensäue, die Deutschen, die Judenschweine und andere Unarten.’“

    Das waren nicht nur Worte, denn es gibt genug Massaker an der russischen Bevölkerung, Zivilisten, in der Ukraine, besonders im Donbass!

    Dass Putin nicht die mindestens 15 amerikanischen Biowaffenlabore entlang der russischen Grenze feiert und auch nicht die aggressive NATO im Vorgarten haben möchte, nennt man nicht Aggression, sondern Sicherheitsinteressen!

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  2. https://www.welt.de/politik/article248164060/Spahn-will-irregulaere-Migrationsbewegungen-notfalls-mit-Gewalt-aufhalten.html?source=puerto-reco-2_ABC-V32.7.C_already_read#Comments

    Klare Worte zur Migrationskrise: In einigen Jahren, so Jens Spahn werde die EU-Außengrenze für Migranten womöglich ganz geschlossen werden müssen. Und schon heute wäre eine harte Begrenzug der illegalen Zuwanderung besser als der Versuch von Rückführungen. (die Welt)

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