Ob die Aufnahme auf Anhieb klappt, erfuhren die angehenden Studenten über ihr Handy. Fotos: MTI/ Tamás Vasvári

Hochschulen

Ungarn ist weit mehr als Budapest

Nachdem knapp 96.000 Bewerber einen Studienplatz ergatterten, meldeten die Universitäten reihenweise hauseigene Erfolgszahlen.

So hob die TU Budapest (BME) „vergeblich“ die Mindestpunktzahlen für mehrere Fakultäten auf 400-440 Punkte an, am Ende zählt diese angesehene Bildungseinrichtung bis zu einem Zehntel mehr Erstsemester. An der BME werden im Herbst knapp 5.000 Personen ihr Studium aufnehmen. Die Qualität dieser Stätte zeigt dabei, dass es mehr als 12.000 Bewerbungen gab.

Immer häufiger wird auf Englisch studiert

Die ELTE meldete knapp 12.600 Erstsemester, darunter 3.200 für Master-Studiengänge. Hier sind gleich 82% der neuen Studienplätze staatlich finanziert. Die altehrwürdige Alma Mater bildet vor allem Juristen (Aufnahmebedingung war die Rekordzahl von 479 Punkten!), Programmierer-Informatiker, Heilpädagogen und Fachleute für internationale Wirtschaft aus. Gleich 35 Studiengänge werden auf Englisch angeboten; die Zahl der dafür eingetragenen Studenten hat sich binnen fünf Jahren auf mehr als 1.000 verdreifacht. An der Außenstelle Szombathely werden vor allem Pädagogen ausgebildet.

Die Corvinus-Wirtschaftsuniversität zählt mit 2.350 Studenten ein Viertel mehr Neuzugänge. Bald jeder dritte Student kommt aus einem von 70 Ländern. Die beliebtesten Fachrichtungen sind Management sowie Kommunikation/Medien, verstärkt auch auf Englisch – drei Viertel der Erstsemester absolvieren ihr Studium mindestens zum Teil in der Weltsprache.

Begehrter THE-Aufsteiger

Die in der THE-Rangliste in die Platzierungen 601-800 vorgerückte Universität Óbuda nimmt gut 4.200 Erstsemester auf, die vor allem Informatiker, Elektro- und Maschinenbauingenieure oder Architekten werden wollen. Die Hochschule bietet ihre Leistungen neben der Hauptstadt und dem Campus Székesfehérvár auch im ländlichen Raum, in Salgótarján, Kaposvár, Cegléd und neu in Jászberény an.

An die berühmte Semmelweis-Universität (SE) gelangten knapp 2.200 Bewerber, darunter 2.000 staatlich finanziert. Neben Allgemeinmedizin sind besonders die Fachrichtungen der Psychotherapeuten und der Diätetiker beliebt. Die SE beginnt zudem die Ausbildung von 150 Zahnärzten und Zahntechnikern bzw. von nahezu 200 angehenden Apothekern.

Starker Andrang bei Audi Hungaria-Fakultät

Außerhalb von Budapest stellte die Universität Debrecen mit mehr als 8.200 Studienanfängern (bei 19.900 Bewerbern!) einen neuen Aufnahmerekord auf. Einschließlich erfolgreicher Nachprüfungen und von „Quereinsteigern“ rechnet die Uni aber sogar mit 12.000 Studenten, die im Herbst erstmals antreten. Das sind 10-20% mehr als im Vorjahr, wobei die Pädagogik zum neuen erstrangigen Wunschstudium avancierte. Knapp dahinter folgen Medizin und Wirtschaft, aber auch technische Fachrichtungen erzielten einen Zuwachs um ein Viertel.

Die Széchenyi-Universität Győr nimmt mehr als 4.700 Neuzugänge auf, denen man ein echtes internationales Umfeld verspricht. Deutliche Zuwächse verzeichnen die Ausbildungsgänge Fahrzeugingenieur, Informatiker und Logistiker, die Audi Hungaria-Fakultät hatte auch in diesem Jahr wieder eine enorme Nachfrage zu bewältigen.

An der Agraruni Gödöllő (MATE) beginnen rund 3.300 Personen ihr Studium. Am Georgikon-Campus in Keszthely sind es ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Wer sein Studium als künftiger Agraringenieur eigenfinanziert angehen will, benötigte für die Zulassung sage und schreibe 500 Punkte.

Die Uni Szeged nahm knapp 7.000 Erstsemester auf, darunter weniger als 5.000 Personen im Direktstudium. Mit den „Nachrückern“ dürfte die beliebte Hochschule im Süden des Landes ab Herbst insgesamt mehr als 25.000 Studenten betreuen. Die Uni Pécs bleibt nur ein wenig zurück, mit 6.300 Studienanfängern (+12,5%), von denen bald ein Viertel das Studium selbst finanziert. Pflegeberufe, Psychologie und Kindergartenpädagogen gelten in Pécs als besonders gefragte Richtungen.

In zahlreichen Hochschulstädten wurden Partys für die erwartungsfrohen jungen Leute veranstaltet.

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