Nachwahlen
Überraschung in der Industriestadt
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Es ging um ein einziges Mandat in der Bürgerschaft von Kazincbarcika, den Triumph aber feierte via Sozialmedien sogar der Ministerpräsident. Denn in der Kleinstadt bei Miskolc konnte die Regierungspartei seit anderthalb Jahrzehnten das erste Direktmandat erringen. Unter drei Kandidaten setzte sich der Fidesz-Mann mit 43,2% gegen zwei Frauen durch, die stärkste, vom Bürgermeister der Stadt unterstützte Konkurrentin brachte es auf 36,3% der Stimmen. Da diese Kommunalpolitikerin aktives Mitglied einer sog. „Tisza-Insel“ ist, verbuchte die Fidesz-Kommunikation das Wahlergebnis als Sieg über die Tisza. In den Sozialmedien wiesen Tisza-Anhänger diese Darstellung vehement zurück, mit dem Hinweis darauf, dass die Tisza gar keinen Wahlkampf in der Stadt führte. Außerdem erreichte die Wahlbeteiligung nicht einmal 23,5%.
Die Ergebnisse der sog. Sonntagsfrage im Vorfeld der Parlamentswahlen untermauern die Theorie vom überraschenden Wahlsieg nur halbwegs. Wenngleich die Stadt Kazincbarcika als Schwerpunkt der Chemieindustrie einst typisch „links“ wählte, liegen Fidesz-KDNP im 4. Wahlkreis von Borsod, dessen Zentrum die Stadt bildet, in den Umfragen mit gut vier Punkten souverän vor der Tisza.
