Opposition
Stütze oder Last für die Tisza?
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Die sozialistische Tageszeitung „Népszava“ zählt Momentum, Jobbik, Satirepartei MKKP, die bürgerliche MMNP und die Kleinlandwirte „neben weiteren Akteuren“ konkret auf. Repräsentanten dieser Parteien, die zusammengenommen rund ein Zehntel aller Wähler vereinen, sollen bereits vier Geheimtreffen in der Nähe von Budapest absolviert haben, um ihre Positionen hinsichtlich der Parlamentswahlen 2026 auszuloten. Namentlich nennt die Zeitung den Agrarunternehmer György Raskó, der gute „Kontakte“ zur Tisza-Partei von Péter Magyar haben soll. Von der breiten Zusammenarbeit der Opposition von vornherein ausgeschlossen wurde die rechte Mi Hazánk, aber auch mit der DK lehnten mehrere involvierte Politiker gegenüber der „Népszava“ jede Zusammenarbeit ab. Offenbar gebe es auch keinen Draht zur grünen LMP, während einzelne Teilnehmer gerne die Sozialisten und die bürgerliche 2RK des früheren Jobbik-Vorsitzenden Gábor Vona dabei hätten.
„Wir organisieren uns nicht gegen die Tisza-Partei, es geht um den Systemwechsel“, erklärte Botond Szalma, Parteivize der MMNP des OB von Hódmezővásárhely und früheren Orbán-Herausforderers Péter Márki-Zay. Man befinde sich auf der Suche nach den optimalen Wegen, um das Orbán-System abzulösen. Dazu könnte gehören, chancenreiche Oppositionskandidaten gegen den Fidesz in jenen Wahlkreisen ins Rennen zu schicken, in denen die Tisza keine schlagkräftigen Kandidaten findet. Der Haken an der Sache: Die Tisza-Partei will ihre Kandidaten für die 106 Einzelwahlkreise erst im November benennen.
Raskó erklärte der Zeitung, an den Treffen auf Einladung der Kleinlandwirte als Privatperson teilzunehmen. Der Agrarökonom und Staatssekretär der bürgerlichen MDF-Regierung nach der Wende sprach von jeweils ca. 30 Teilnehmern, die sich allesamt im Klaren darüber seien, dass die Tisza-Partei eine Systemwende anstrebt. Um dieses Anliegen zu verwirklichen, müsse die Opposition ihre Kräfte bündeln und einen Wahlsieg mit Zweidrittelmehrheit erzielen. Mehrere Teilnehmer hätten vorgeschlagen, einen „Rundtisch“ der Opposition ins Leben zu rufen, um die wichtigsten Rechtsnormen abzustimmen.
