Kulturminister János Csák: „Wir streben nach kulturell gefestigten, autarken Familien.“ Foto: MTI/ Noémi Bruzák

Hochschulwesen

Studium wird wieder beliebter

Mehr als 126.000 junge Leute bewerben sich aktuell um einen Studienplatz.

Diese verblüffende Zahl nannte der für das Hochschulwesen zuständige Kulturminister János Csák am Montag. Der Minister sprach von einer steigenden Popularität des Studiums und erinnerte selbst daran, dass die Bewerberzahl im vergangenen Jahr noch keine 100.000 erreichte. In den Jahren 2009-11 wurden letztmalig noch stärkere Zahlen erreicht, seither schwankten die Bewerberzahlen um 90.-110.000 Personen.

Eine Lanze für den Modellwechsel

Die Orbán-Regierung trete mit all ihren fachpolitischen Entscheidungen für die Entwicklung einer Nation im Herzen des Karpatenbeckens ein, die aus „wirtschaftlich erstarkenden, kulturell gefestigten, autarken Familien“ besteht. Der Minister brach wenig verwunderlich eine Lanze für den Modellwechsel an den Hochschulen, den er als eines der erfolgreichsten Projekte der letzten drei Jahrzehnte bezeichnete. Ungarn gebe bereits weit über dem EU-Durchschnitt (anteilig zum BIP) für die Modernisierung des Hochschulwesens aus. Die Ausbildung soll näher an den Bedarf der Wirtschaft herangeführt werden, wofür den Universitäten mehr Befugnisse gegeben wurden, gepaart mit einer höheren Eigenverantwortung.

Lohnvorteil von 80% für Jungakademiker

Aktuelle Erhebungen zeigen, dass ungarische Jungakademiker statistisch nur 36 Tage benötigen, um ihren ersten Job anzutreten. Obendrein erreichen sie einen Lohnvorteil von 80% gegenüber Arbeitnehmern ohne Hochschulabschluss. Die populärsten Universitäten sind aktuell die ELTE (17.850 Bewerber), die Unis Debrecen und Szeged (11.350 bzw. 9.000), die Budapester Wirtschaftsuniversität (BGE, 8.000), die Uni Pécs (7.950) und die TU Budapest (BME, 6.200).

Die MTI-Graphik zeigt die Zahl der Hochschulbewerber und der jährlichen Erstsemester seit 2001.

Die meisten Interessenten (21%) wollen wirtschaftliche Studiengänge belegen, gefolgt von technischen und geisteswissenschaftlichen Richtungen (12 bzw. 11%). Unbeeindruckt von den schlechten Rahmenbedingungen wollen auch heute noch 14.250 junge Leute einen Lehrerberuf einschlagen, während sich für medizinische Fachrichtungen weniger als 11.000 Bewerber fanden. Übrigens akzeptierten die Hochschulen Bewerbungen in diesem Jahr erstmals nur noch in elektronischer Form. Wer die Aufnahme in eine der ungarischen Hochschuleinrichtungen erlangt, wird Ende Juli bekannt.

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