Diktaturen
Staatssekretär Bence Rétvári: „Wir werden unsere Nation vor Diktaturen und dem Verlust der Freiheit schützen.“ Fotos: MTI/ Zoltán Máthé

Europäischer Tag des Gedenkens an die Opfer totalitärer Diktaturen

„Kompromisslos gegen Kommunismus und Nationalsozialismus!“

Am Mittwoch fand im Budapester Terrorhaus-Museum anlässlich des Europäischen Tages des Gedenkens an die Opfer totalitärer Diktaturen eine Gedenkveranstaltung statt.

„Wenn die Dreifaltigkeit von Gott, Vaterland und Familie der Kompass ist, dem wir folgen, dann werden wir uns nicht in Richtung Extremismus verirren“, unterstrich Bence Rétvári. „Wir werden unsere Nation vor Diktaturen und dem Verlust der Freiheit schützen“, so der Staatssekretär im Innenministerium weiter.

Laut Rétvári bestehe kein großer Unterschied zwischen Faschismus und Kommunismus, da beide das Christentum und die bürgerliche Demokratie ablehnten. Deshalb sei ein gemeinsamer Gedenktag für die Opfer beider Diktaturen gerechtfertigt. „Die beiden Regimes haben auch Enteignung, politische Prozesse, Arbeitslager und Antireligiosität gemeinsam.“ Das Ziel bestehe darin, endlich keinen Unterschied mehr zwischen den Opfern zu machen und sicherzustellen, dass diese Ideologien nirgendwo auf der Welt neu verpackt oder zurückgebracht werden können.

Ideologien durch Doppelmoral verbunden

„Die beiden Ideologien sind jedoch bis heute durch eine Doppelmoral miteinander verbunden, denn im Westen Europas herrscht immer noch Unverständnis darüber, woran wir am 23. August erinnern. Dies zeigt sich daran, dass sich die EU-Kommission in ihrer Mitteilung zum Gedenktag für die Fortsetzung des Ukraine-Kriegs ausspricht. Am Gedenktag über die Opfer eines Krieges zu sprechen, zeigt, dass nicht verstanden wurde, worum es an diesem Tag geht“, betonte Rétvári.

„Vor einigen Jahren dachten wir, dass es nie wieder Krieg in Europa geben wird, und nun tobt dieser in unserer Nachbarschaft. Vor diesem Hintergrund ist es um so wichtiger, für christliche und nationale Werte einzutreten, damit extremistische Ideologien wie der Kommunismus und der Nationalsozialismus bzw. deren Neuauflagen nicht wiederkehren.“

Er zitierte auch eine frühere Rede des DK-Vorsitzenden Ferenc Gyurcsány, in der dieser argumentierte, Faschismus und Kommunismus könnten nicht gleichgesetzt werden. Der rote Stern sei ein Symbol sozialdemokratischen Ursprungs, dessen Verbot unbegründet ist, behauptete der ehemalige Ministerpräsident und heutige Spitzenpolitiker der Opposition.

Westen macht sich selbst zum Sieger

„In den letzten Jahren wird zunehmend versucht, die kommunistische und die nationalsozialistische Ideologie voneinander zu trennen. Als hätten die beiden abscheulichen Weltanschauungen nichts miteinander zu tun, als wären sie getrennt entstanden, hätten getrennte Wege beschritten und seien von unterschiedlicher Natur“, kritisierte Mária Schmidt, Direktorin des Terrorhaus-Museums. Dabei gingen und gehen beide Ideologien Hand in Hand und bauen aufeinander auf. Nur das Erinnern bewahre vor neuen Diktaturen. „Im Westen stellt man hingegen bereits wieder Statuen von Marx und Lenin auf“, mahnte sie.

„Damit macht er es uns aber auch unmöglich, über eine Zukunft nachzudenken, die auf einer gemeinsamen moralischen Grundlage beruht.“ Das Gedenken an die Opfer verlangt eine klare, unmissverständliche Sprache und ein kompromissloses Handeln gegen Kommunismus und Nationalsozialismus, unterstrich Schmidt.

Der Europäische Tag des Gedenkens an die Opfer totalitärer Diktaturen wird seit 2011 auf Initiative Ungarns, Polens und Litauens am 23. August begangen, um an die Unterzeichnung des Molotow-Ribbentrop-Pakts an diesem Tag im Jahre 1939 zu erinnern.

Historikerin Mária Schmidt zusammen mit Staatssekretär Bence Rétvári: „In den letzten Jahren wird zunehmend versucht, die kommunistische und die nationalsozialistische Ideologie voneinander zu trennen.“

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