Korruption

Schadl bleibt in U-Haft

Der Präsident der Gerichtsvollzieherkammer, György Schadl, bleibt vorerst bis zum 8. Mai in Untersuchungshaft.

Diese Auskunft erteilte die ermittelnde Staatsanwaltschaft auf Anfrage des Info-Radio. In dem Skandal, der Justizstaatssekretär Pál Völner zu Fall brachte, werden mittlerweile 16 Personen verdächtigt. Mehrere Personen hätten ein Geständnis abgelegt, insgesamt drei Verdächtigte befinden sich in U-Haft. Die Ermittlungen laufen wegen Korruptionsstraftaten durch leitende Staatsbeamte, die ihre Positionen bandenmäßig missbrauchten, um sich über die Annahme von Bestechungsgeldern zu bereichern. Es bestehe der begründete Verdacht, dass Völner über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig Beträge zwischen 2 und 5 Mio. Forint von Schadl entgegennahm, um konkrete Angelegenheiten einem „wunschgemäßen“ Ausgang zuzuführen.

Wie wir bereits früher gestützt auf verschiedene ungarische Medien schrieben, zahlte Schadl insgesamt wohl 83 Mio. Forint an Völner, damit ihm die Justiz den Rücken freihält. Mit einem Netzwerk von gefügig gemachten Gerichtsvollziehern wurden überschuldete Kreditnehmer um ihr Hab und Gut gebracht – die von Schadl eingesetzten Gerichtsvollzieher „bedankten“ sich mit sage und schreibe 885 Mio. Forint (2,5 Mio. Euro). Schadl soll zwischen 2016 und 2020 mindestens 19 Wohnungen und sonstige Immobilien in Budapest erworben haben, die Hälfte davon aus Kommunalbesitz.

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