Pädophilie
Minister János Lázár: „Von mir aus könnten alle pädophilen Triebtäter im Gefängnis verrotten.“ Foto: MTI/ Lajos Soós

Pädophilie-Skandal

„Diese Leute gehören hinter Gitter“

Der für seine markigen Worte bekannte Bauminister János Lázár wäre persönlich für die Todesstrafe im Falle pädophiler Straftäter.

Das sagte er auf einer Pressekonferenz am Donnerstag, die eigentlich zu einem anderen Thema anberaumt war. „János Vásárhelyi könnte von mir aus im Gefängnis verrotten, wie sämtliche pädophilen Triebtäter“, erklärte der Minister frei von der Leber zum Begnadigungsskandal, bei dem es gar nicht um den Direktor János V. ging.  Dieser hatte Jungen des Kinderheims in Bicske zu Oralsex gezwungen und wurde dafür zu acht Jahren Gefängnis verurteilt.

Mittäter viel zu früh in Hausarrest überstellt

Der Skandal, der zum Rücktritt von Staatspräsidentin Katalin Novák führte, drehte sich vor allem um den stellvertretenden Heimleiter Endre K., der seinem Chef den Rücken deckte und dafür ebenfalls hinter Gitter geschickt wurde.

Auch ihn nannte Lázár auf der Pressekonferenz bei vollem Namen: „Endre Kónya hat nichts im Priesterkollegium verloren, er gehört ebenfalls hinter Gitter. Es schmerzt und macht wütend, dass dieser Mittäter viel zu früh in Hausarrest überstellt wurde.“

Im Falle des Direktors János V. hätte er sich jedoch mindestens 25 Jahre Haft oder gleich die Todesstrafe gewünscht, denn der Mann, dessen homosexuelle Neigung bekannt war, habe sich über Jahrzehnte ungestört womöglich an hunderten Jungen vergriffen.

Lázár wies zugleich Kritiken zurück, die zurückgetretene Staatspräsidentin und die Regierung hätten nicht ihr Mitgefühl mit den Opfern gezeigt.

Tiefes Mitgefühl mit den Kindern

„Katalin Novák hat auch im Namen der Regierung die Opfer des Skandals um Vergebung gebeten. Wir haben alle tiefes Mitgefühl mit den Kindern.“ Noch strengere Rechtsnormen müssten  nun dafür sorgen, dass sich so etwas nie wiederholen darf – wenn schon die Vergangenheit nicht korrigiert werden kann.

Lázár äußerte sich schockiert über Erkenntnisse jener Untersuchung, die der Ministerpräsident im Februar angeordnet hatte. Dabei stellte sich heraus, dass die ersten Ermittlungen gegen den Heimleiter 2011 mit 35 Zeugen keine Verdachtsmomente erhärteten.

Der Grund: Die damals befragten Psychologen und Heimpädagogen erklärten zu den Anzeigen, die Kinder würden nicht die Wahrheit sagen. Später wurde der Heimleiter, der somit weiterhin als nicht vorbestraft galt, sogar für mehrere Auszeichnungen vorgeschlagen.

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