Orbán
Ministerpräsident Viktor Orbán: "Ungarn kann den grünen Umbau notfalls auch mit Krediten aus China finanzieren." MTI/ Zoltán Fischer

Orbán im Radiointerview:

„Wir lassen uns nicht in die Ecke drängen!“

"Die Gelder des Wiederaufbaufonds stehen Ungarn zu", wiederholte Viktor Orbán am Freitag.

Ministerpräsident Orbán erläuterte seinen Standpunkt am Freitagvormittag zunächst im üblichen Interview für das Kossuth-Radio und anschließend auf der Ständigen Konferenz der Auslandsungarn (Máért).

Der als Antwort auf die Corona-Krise eingerichtete Wiederaufbaufonds setze sich nicht aus den Einzahlungen der Mitgliedstaaten zusammen, dieser werde durch eine gemeinsame Kreditaufnahme finanziert. Die Mitgliedstaaten hätten sich vorab darauf verständigt, wie diese Gelder zu verteilen sind. „Dieses Geld steht uns zu“, stellte Orbán klar.

800 versus 62.000 Mrd. Forint

Was die Gelder aus dem Finanzrahmen 2021-27 anbelangt, sei nicht sicher, ob diese Fördermittel fließen bzw. welche Beträge letztlich ausgesetzt werden. Der Ministerpräsident bezifferte den Nettomittelzufluss auf 800 Mrd. Forint (rund 2 Mrd. Euro) im Jahr. „Unser Inlandsprodukt erreicht derweil 62.000 Mrd. Forint. Die EU-Institutionen mögen ihr politisches Spielchen spielen, wirklich erpressen können sie uns damit nicht. Wir lassen uns nicht in die Ecke drängen!“

Sollte Ungarn ohne diese Finanzressourcen bleiben, werde es sein Programm eines „grünen“ Umbaus der Volkswirtschaft am Weltmarkt finanzieren. Orbán nannte als Beispiel die Aufnahme chinesischer Kredite. Die Regierung werde ihre strategischen Zielstellungen auch in Krisenzeiten nicht aufgeben. Dem dienten mehrere gezielte Programme zum Erhalt der Arbeitsplätze sowie die Stärkung der Familien – dazu würden neue Maßnahmen noch vor Jahresende verkündet.

An der Spitze der Verteidigungsindustrie

Zur Regierungsumbildung erläuterte Orbán, die wichtigste Frage in Wirtschaft und Politik sei heute die Energie. Die Einrichtung eines eigenständigen Energieministeriums sei deshalb eine zwingende Notwendigkeit gewesen. Die zweite zentrale Frage sei die der Verteidigungsindustrie. „Ich habe Herrn Minister László Palkovics gebeten, sich an die Spitze der ungarischen Verteidigungsindustrie zu begeben, und er hat diese Aufgabe angenommen.“

Der neue Energieminister Csaba Lantos erhalte wiederum die Aufgabe, die Abhängigkeit von Energieimporten zu senken. „Im Frühling müssen wir die Gasspeicher wieder auffüllen, was im Idealfall über die Gaspipeline „Türkischer Strom“ sichergestellt wird. Weil die Energiepreise explodiert sind, müssen wir zusehen, wie wir die Energierechnung begleichen können. Csaba Lantos soll dafür sorgen, dass wir mehr Energie aus eigenen Ressourcen erzeugen“, führte der Ministerpräsident dazu aus.

38 Antworten auf “„Wir lassen uns nicht in die Ecke drängen!“

  1. In die Ecke haben sich Fidesz und die Orban-Regierung doch schon längst selbst begeben.

    Es ist doch auch bezeichnend, dass Orban hier wieder große Worte von sich gibt, aber andererseits im Schnellverfahren versucht, die eh schon minimalen Forderungen der EU-Kommission zu erfüllen.

    Sollten die EU-Gelder nicht fließen, wird sich dies u.a. auf das Ranking und den Forint auswirken.

    1. Und doch sitzen Orbans Parteifreunde im EU-Parlament in keiner Fraktionssitzung, denn sie haben sich ja in die Fraktionslosigkeit verabschiedet.
      Die Abgeordneten einer Regierungspartei können ihr Land jedenfalls ohne Fraktionszugehörigkeit nun einmal nur schlecht vertreten.

      1. herr alex, sie verstehen von ungarn garnichts. ich besuche das land schon seid 1964. das sind nicht solche hosenscheisser wie der grossteil der deutschen. diese bevölkerung hat schon unter kadar zu allen befehlen aus moskau nur genickt, gemacht haben sie ganz was anderes.
        orban der einzige europäische staatsmann der character hat.

        1. Langweilig.
          Weil Sie in Sachen so viel spazieren gegangen sind, wurden Sie zum Sachsen-Spezialisten.
          Mein Hund geht auch viel spazieren und beschnüffelt alles sehr neugierig. Kluge Vorträge höre ich von ihm deshalb aber immer noch nicht. 😉

            1. Ich war in den ganzen Sommermonaten am Plattensee. Mein Haus war Treffpunkt und Nachrichtazstausch für Ost- und Wedtdeutsche. Ich habe alle Westzeitungen aufgekauft und unter DDRl verteilt. Sie dürfen nur wenig Blechmark für Forint umtauschen. Also auch mir kann Alex und Co. nicht erzählen. Das Selbe in 2015 am Ostbahnhof. Ich bin tagtäglich hingegangen, sah, wie die ” Schutzduchenden” mit Wasserglaschen und Lebensmittelpavkeze Fußball gespielt haben. Sah mit eigenen Augen, wie die selbe Menschen in den umliegenden Geschäfte mit 200 und 500 € Scheine einkaufen wollten und hingespuckt haben, weil sie nicht konnten.

              1. Es ist gut, dass Sie diese Dinge erwähnen. Im Westen hat man keinen Schimmer, was hier im Spätsommer 2015 abging. Mich fragten gute Bekannte aus Österreich, die aufrichtig helfen wollten, ob sie Mineralwasser schicken sollten – so prekär wurde die Lage um die “hungernden und durstenden” Migranten in Ungarn bei ihnen daheim beschrieben.

              2. liebe frau westermann, ich grüsse sie aus sachsen. der alex weiss nicht viel über diese bewegte zeit, der ist noch zu klein. ungarn ist die letzte festung in europa. in polen wird gehetzt in alle richtungen. die tschechen haben auch einen linksdrall gegen das volk. der balkan kassiert nur ab, mitteleuropa ist verblödet, nordeuropa beginnt zu denken, ebenso südeuropa. frankreich dreht sich langsam, die benelux staaten warten ab. und fast alle regierungen total korupt. wir waren vor paar wochen in sarvar und werden weihnacht – sylvester in einem relativ freien land verbringen. bis bald!

                1. Ich weiß nicht ob Sie ” Ungarn aus erster Hand” ” Ungarnreal” kennen. Sufen Sie die Seite auf, Sie isr in deutscher Sprache. Vor einigen Woche las ich dort einen Guten Artikel: Die Sachsen und Ungarn. Lesenswert. Unter den eingeladenen Professoren in Mathias Corvinus Collegium in Budapest, http://www.mcc.hu, jetzt Niederlassung in Brüssel, finden Sie und die Interessiete Mitarbeitern, Forscher auch USA Deutschland, aber Intewktuelle von überall. Die Artikel, Vorträge sind ungarisch, deutsch, englisch. Brüssel ist nicht amused. Liebe Grüße zurzeit aus Hamburg.

            2. Ich war an anderer Stelle 1989 auch mit dabei.
              Ich war auch an der Grenze und im Lager als die Migranten aus Serbien kamen.

              Es ist immer die Frage, wie man hinschaut.
              Geht ein PETER durch den Wald, nimmt er ihn anders wahr, als ein Biologe.

              1. vielleicht liegen wir mit unserer meinung nicht so weit auseinander sehen nur die heutige zeit different. herr alex, wir sind nicht frei, wollten wir frei sein, machen die uns fertig weil eben 80 % des deutschen volkes angst haben und feig sind. ungarn ist spitze im freien gedankengut, in den köpfen der menschen.

                1. Frei kann man sich nur selbst fühlen.

                  Das “Volk” kann durchaus selbst entscheiden, was es möchte. Das genau ist ja dann auch der Unterschied zwischen einer Demokratie und einer Autokratie.
                  Es ist schon ziemlich suspekt, wenn jemand vorgibt für das Volk zu sprechen. So etwas kennt man eigentlich vor allem von undemokratischen Regimen.

  2. Die wirklichen Skandale werden in den nächsten Wochen und Monaten in den USA ausgeschachtet, und diese könnten die linksgrünen Kriegstreiber jenseits und diesseits des Atlantiks zu Fall bringen, zumindest sehr schaden. Orbán könnte so triumphieren.
    In diesem Kontext wird das, was in der letzten Woche mit der Krypto Börse FTX passierte, von besonderer Bedeutung sein, denn offensichtlich funktionierte diese bis zu ihrem Zusammenbruch in der vergangenen Woche als Geldwaschmaschine der amerikanischen Democrats um Biden. Da die Democrats in Amerika gerade verloren haben, wird der amerikanische Kongress eine Ermittlung gegen den Biden-Clan einleiten. Dann hat auch der Frieden in Europa wieder eine Chance! Szelenskyj steckt offenbar mitten drin. Er verzockte Spendengelder an dieser Krypto-Börse?
    Hier ein Beitrag eines Leien, der aber hervorragend zusammenfasst, was in der vergangenen Woche passierte. Die dt Mainstream-Medien schweigen.
    https://www.youtube.com/watch?v=ASYp14-BiMo&t=4s

  3. Beide YouTube Videos führen zu Leuten, die selbst zugehörig sind , dieser Machtgruppe.. man beschäftige sich mit den Freimaurern und Zionisten die dahinter stecken und dann mache man die Augen auf….
    Was ich viel bedenklicher finde, das ist die Aussicht auf Kredite von China…
    dazu ein kleiner Abstecher zur WHO.. Tedros…der in seinem Land ein Terrorist ist und warum?
    Weil er in seiner Eigenschaft als Außenminister in Athiopien das Land an die Chinesen verschachert hat und wie? Durch Kredite… so viele und so lange bis das Land den Chinesen gehörte weil sie natürlich nicht zurück zahlen können.
    So macht man das heute…
    Orban hat gerade erst vorzeitig Kredite zurück gezahlt, es sind so viele große Firmen ins Land gekommen – aus Deutschland- es sind sehr viele gut ausgebildete Deutsche eingewandert… da sollte es doch möglich sein das Land ohne Kredite zu finanzieren
    Dafür sorgen daß diese Verseuchung des guten Bodens durch die Nato aufhört,

  4. 5G abschaffen, damit die Menschen wieder gesünder werden und produktiver, denn das macht krank und müde
    und vor allem mal dafür sorgen, daß diese Schwarzarbeit aufhört, es arbeitet die Hälfte direkt am Fiskus vorbei! (Und dementsprechend ist auch die Leistung)
    Man braucht keine EU und auch keine Chinesen.
    Alles was man haben muß, das sind Menschen die wie solche behandelt werden und die dann auch gerne mit voller Kraft anpacken um ein Land hoch zu bringen
    Ungarn könnte ein reiches Land sein…Tourismus sehr gut … landwirtschaftliche Flächen ohne Ende und gute Tierherden… es ist alles da ..
    Krank wird ein Land nur dadurch daß es sich in die Hände anderer begibt durch Geld

  5. Russische Rohstoffe und chinesische Kredite – die Orban-Regierung hat offensichtlich ein besonderes Gespür dafür, wie man ein Land inmitten einer demokratischen Union in Abhängigkeit von undemokratischen Regimen bringen kann.
    Besonders gut gefahren ist Ungarn jedenfalls damit nicht sonderlich gut, wie die besonders starken Auswirkungen der aktuellen Krisen auf Ungarn zeigt.

        1. Leute wie Sie in Sachen – aber eben nicht alle Sachen – eigentlich gehören Sie zu der kleinen Minderheit der Sachsen auf die das Zitat zutrifft:

          “Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.”
          Jean-Jacques Rousseau

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