Orbán
Ministerpräsident Viktor Orbán „Es gibt tatsächlich Politiker, die den Krieg wie ein Thema zum Nachmittagstee behandeln.“ Foto: MTI/ Zsolt Szigetváry

Orbán im Kossuth-Radio

„Wir lassen uns nicht in den Krieg hineinziehen“

„Die Europawahlen entscheiden darüber, wie viele Stimmen das Kriegslager und wie viele Stimmen das Friedenslager erhält.“ Diese Einschätzung gab Ministerpräsident Viktor Orbán am Freitag im üblichen Interview für das Kossuth-Radio.

In Ungarn seien die Verhältnisse sonnenklar: „Wer für Frieden ist, gibt seine Stimme dem Fidesz, wer den Krieg befürwortet, wählt die Linken“, so Orbán. Europa spiele, indem es sich auf den Kriegspfad begeben hat, mit dem Feuer. Seit mehr als zwei Jahren würden führende europäische Politiker, die sich von einer Kriegspsychose treiben lassen, über Strategien im Krieg und über Sanktionen schlaumeiern.

NATO-Feuertaufe im Jahre 1999

„Wir Ungarn haben den Jugoslawien-Krieg hautnah erlebt. Wir wissen, was es heisst, wenn sich so etwas direkt vor der eigenen Haustür abspielt. Deshalb können wir auch nicht die Einstellung jener teilen, die den Krieg wie ein Thema zum Nachmittagstee behandeln.“ Der Ministerpräsident sieht konkrete Absichten hinter Äußerungen, wie sie der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell oder der polnische Außenminister Radek Sikorski taten. (Borrell meinte, ein Flächenkrieg in Europa sei nicht länger auszuschließen, Sikorski betonte, es gebe keine diplomatische Lösung, nur rohe militärische Gewalt könne eine Lösung herbeiführen.)

Orbán: „Ungarn hat aus zwei Weltkriegen gelernt“

Viktor Orbán erinnerte daran, dass Ungarn gleich nach seinem NATO-Beitritt 1999 seine „Feuertaufe“ erhielt. Als die NATO Angriffe auf Serbien beschloss, stellte das Land Militärbasen für die Flugeinsätze zur Verfügung. „Die Amerikaner formulierten damals konkrete Pläne für die Eröffnung einer zweiten Front an der ungarischen Grenze zu Serbien. Diese Pläne lehnte ich jedoch ab, so dass es gelang, Ungarn aus dem Krieg so gut es ging herauszuhalten“, warf der Ministerpräsident einen Blick zurück.

Auch wenn sich der damalige Konflikt in seinen Dimensionen nicht mit dem Ukraine-Krieg vergleichen lasse, stellte der Flüchtlingsstrom Ungarn und speziell die Region Pécs doch vor große Herausforderungen. Orbán hielt fest, Ungarn habe aus zwei Weltkriegen gelernt, für die dieses Volk einen besonders hohen Preis zahlen musste. „Wir werden nicht zulassen, dass Ungarn auch ein drittes Mal in einen Weltkrieg hineingezogen wird, für den wir am Ende bezahlen müssen.“ Europa brauche eine Sicherheitsarchitektur, die Russland einschließt.

30 Antworten auf “„Wir lassen uns nicht in den Krieg hineinziehen“

  1. Hoffen wir, dass Victor Orban Recht behält und die Menschen in der EU sich für den Frieden und nicht für den Krieg entscheiden!

    Das wird sehr davon abhängen, wie sehr die Bevölkerung von der Propaganda der West-Medien beeinflusst und unter Kontrolle gehalten wird. Ungarn wird für den Frieden stimmen, denn hier ist die Westpropaganda nicht so dominant wie z.B. in Frankreich oder Deutschland.

    Es ist höchste Zeit, diese Medien zur Rechenschaft zu ziehen, weil das was sie betreiben, Anstiftung zu Kriegshandlungen, Verderben und Tod in Europa ist.

    EU-Parlament: Doppelmoral zerstört letzten Rest Glaubwürdigkeit der EU…

    https://odysee.com/@RTDE:e/EU-Parlament–Doppelmoral-zerst%C3%B6rt-letzten-Rest-Glaubw%C3%BCrdigkeit-der-EU:2

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    1. Zum Video – Clare Daly (Irland): “Jeder weiß, dass die EU, die es sieben Monate lang versäumt hat, Israel für den verhältnismäßig zerstörerischsten Krieg der Geschichte zu verurteilen und zu sanktionieren, Iran sofort und einstimmig für einen disziplinierten Vergeltungsschlag verurteilt und sanktioniert hat, bei dem niemand getötet wurde.”

      Mick Wallace (Irland): “Wie kommt es, dass Sie die Menschen im Nahen Osten so sehr hassen, dass Sie versuchen, sie aus dem Völkerrecht auszuschließen? Wir führen hier endlose Debatten über Menschenrechte, aber diesen Menschen, für deren Vernichtung Sie stimmen, werden keine Menschenrechte gewährt. Sie geben vor, dass die EU zivilisiert ist. Dieser Ort ist ein Schandfleck für die Menschheit.”

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    2. Ja, aber wie wollen Sie es machen, die gleichgeschalteten deutschen Lügenmedien zur Verantwortung zu ziehen, was ja der gesamte Machtapparat blockiert? Es herrschen DDR-Verhältnisse, aber heute glaubt die große Mehrheit alle oder fast alle Lügen.

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      1. Das ist eine wirklich gute Frage!

        Ich persönlich glaube nicht, wenn ich mir die Zustände in Frankreich oder Deutschland so ansehe, dass die Bevölkerung der EU sich noch aus eigener Kraft von dieser fremdgesteuerten Politik befreien kann. Dazu hat das Volk zulange tatenlos zugesehen, wie Einzelpersonen (Oligarchen) immer mehr Geld und Macht anhäufen konnten, bis sie die Kontrolle über ganze Staaten übernehmen konnten (WEF).
        Da könnte m.E. nur noch eine Macht wie z.B. Russland helfen.

        Aber warum sollte Russland uns helfen? Vielleicht fallen Ihnen einige Argumente dazu ein.
        Vielleicht um sich letzten Endes selbst zu schützen?

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        1. Klar hätte Rußland gerne, wenn die Macht der Multis und Oligarchen im Westen zusammenbräche, die ja Rußlands Feinde sind. Aber: Nicht warum, sondern wie sollte Rußland etwas daran tun? Ob sich irgendeine Möglichkeit böte, sollte es irgendwann ganz Neurußland militärisch erobern, woran es ja derzeit unter größten Schwierigkeiten arbeitet?

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          1. Zitat: “Ob sich irgendeine Möglichkeit böte, sollte es irgendwann ganz Neurußland militärisch erobern, woran es ja derzeit unter größten Schwierigkeiten arbeitet?”

            “Woran es derzeit unter größten Schwierigkeiten arbeitet”
            Ja, genau so ist es. Die Schwierigkeiten bestehen aber nicht darin, dass Russland nicht die militärischen Mittel hätte, den Donbass, ja sogar die gesamte Ukraine, in kürzester Zeit einzunehmen.

            Damit kommen wir zu Russlands Dilemma, wobei man schon zugeben muss, dass die Angelsachsen das sehr geschickt eingefädelt haben. Russland ist nämlich, aufgrund der Vorgehensweise der Angelsachsen, in der Situation, in der Ukraine gegen Russen kämpfen zu müssen, weil Ukrainer nun mal ethnische Russen sind. Putin hatte das im berühmten Tucker-Interview ausführlich erläutert.
            Gäbe es dieses Dilemma nicht, wäre der Krieg in der Ukraine sicher längst beendet.

            Der Krieg der von Oligarchen beherrschten Angelsachsen gegen Russland allerdings noch lange nicht (3. Weltkrieg?).

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            1. Die Ukrainer meinen fest, jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert, sie seien seit dem Spätmittelalter ein eigenes Volk mit eigener Sprache. Weil es ihnen dann die Österreicher eingeredet haben, um Ostgalizien nicht zu verlieren und um Unruhe in die zaristische übrige Ukraine zu bringen. Rußland kann es ihnen nicht mehr ausreden, jedoch gab es amtlich in den jetzigen Kampfgebieten vor dem Putsch von 2014 viele Einwohner, die sich als Russen bezeichnen, und noch mehr, die sich mit russischer Muttersprache sehen, und noch mehr, die rußlandfreundlich wählten. Sonst hätte Janukowitsch nie die Wahl gewonnen. Soweit diese noch da sind, wird Rußland sicher auf sie Rücksicht nehmen; auf die anderen auch, oder gar auf die Ukrainer in guten Positionen?
              Meinen Sie es so, daß Rußland es leicht mit dem Krieg hätte, wenn es brutaler wäre, aber daß es einfach nicht brutaler gegen selbsterklärte Russen oder nicht mal gegen Ukrainer sein will?

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              1. Zitat: “Meinen Sie es so, daß Rußland es leicht mit dem Krieg hätte, wenn es brutaler wäre”

                Ja, ganz genau so ist es. Z.B. so wie die USA in Syrien (Raqqa war es, wenn ich mich recht erinnere) vorgegangen sind, indem sie die Stadt mit allen Zivilisten völlig vernichtet hatten. Ähnlich wie Dresten, Hamburg oder Berlin Ende WK2.

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              2. Vielleicht erinnern Sie sich noch, dass am Anfang der russischen MSO viele Leute gefragt hatten, warum Russland nicht zuerst die gesamte Verkehrsinfrastruktur, insbesondere die im Westen der Ukraine, zerstört hat. Damit hätte man schließlich verhindern können, dass immer neue vom Westen gelieferte Waffen an die Front gelangen.

                Warum hatte Russland die Verkehrsinfrastruktur nicht zerstört?

                Weil diese eben auch für die ukrainische Zivilbevölkerung von großer Bedeutung ist.
                Auch sind fast alle großen Städte in der Ukraine noch weitgehend intakt bzw. sogar unbeschädigt, ausser dort, wo es direkte Gefechte zwischen ukrainischen und russischen Truppen gab, und sich die Ukrainer u.a. in Wohnhäusern verschanzt hatten.

                Inzwischen ändert sich das aber, weil der Westen immer gefährlichere Waffen in die Ukraine schickt, so dass Russland nichts anderes übrig bleibt.

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    3. Ich fürchte, daß die große Mehrheit in Deutschland sich von der Kriegspropaganda hat überzeugen lassen. Ernsthaft wagt nicht mal die AfD dagegen einzutreten, weil das noch mehr Unterdrückung und Verfolgung einbringen würde.

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  2. Man sollte sich bitte mal folgende Frage stellen:

    Die Angelsachsen und die dahinter stehenden Oligarchen wissen ganz genau, dass weder die Ukraine, noch die gesamte Nato, Russland besiegen kann. Das hat damit zu tun, dass Russland eine Atommacht ist, und zwar z.Zt. die mit Abstand stärkste der Welt (Hyperschallwaffen). Das ist eine Tatsache!

    Trotzdem hetzen europäische WEF-Marionetten, wie z.B. Macron und andere indoktrinierte EU-Politiker, unterstützt von den in Oligarchenhand befindlichen Konzernmedien, Europa – wozu die Briten bekanntlich nicht mehr gehören – in diesen Krieg. WARUM???

    Ich denke, dass das z.Zt. der einzige Weg für die Angelsachsen (USA und Britannien) ist, ihre schwindende globale Vorherrschaft zurückzugewinnen. Siehe – http://analitik.de/

    Ich denke, dass das der einzige Weg für die Angelsachsen (USA und Britannien), ihre schwindende globale Vorherrschaft zurückzugewinnen, darin besteht, Russland und die EU in einen Krieg zu verwickeln. Siehe – http://analitik.de/

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  3. Man sollte sich bitte mal folgende Frage stellen:

    Die Angelsachsen und die dahinter stehenden Oligarchen wissen ganz genau, dass weder die Ukraine, noch die gesamte Nato, Russland besiegen kann. Das hat damit zu tun, dass Russland eine Atommacht ist, und zwar z.Zt. die mit Abstand stärkste der Welt (Hyperschallwaffen). Das ist eine Tatsache!

    Trotzdem hetzen europäische WEF-Marionetten, wie z.B. Macron und andere indoktrinierte EU-Politiker, unterstützt von den in Oligarchenhand befindlichen Konzernmedien, Europa – wozu die Briten bekanntlich nicht mehr gehören – in diesen Krieg. WARUM???

    Ich denke, dass das z.Zt. der einzige Weg für die Angelsachsen (USA und Britannien) ist, ihre schwindende globale Vorherrschaft zurückzugewinnen. Siehe – http://analitik.de/

    Ich denke, dass das der einzige Weg für die Angelsachsen (USA und Britannien), ihre schwindende globale Vorherrschaft zurückzugewinnen, darin besteht, Russland und die EU in einen Krieg zu verwickeln.

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    1. Hoppla, da ist was durcheinander geraten. Der letzte Ansatz sollte wie folgt lauten:

      Ich denke, dass der einzige Weg für die Angelsachsen (USA und Britannien), ihre schwindende globale Vorherrschaft zurückzugewinnen, darin besteht, Russland und die EU in einen Krieg zu verwickeln. Siehe – http://analitik.de/

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    1. Komische Frage. Sie wissen doch, daß wir in Ungarn leben, wo die Lügenmedien in der Minderheit sind, aber der Pressefreiheit wegen geduldet werden, wohingegen in Deutschland entgegen einer Pressefreiheit nur die eine Seite im Zeitungsladen und auf Sendung geduldet wird, was Sie zweifellos freut.

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  4. Original Zitat von Ihnen: “ugesehen, wie Einzelpersonen (Oligarchen) immer mehr Geld und Macht anhäufen konnten, bis sie die Kontrolle über ganze Staaten übernehmen konnten (WEF).
    Da könnte m.E. nur noch eine Macht wie z.B. Russland helfen. ” Weils in Russland ja keine Oligarchen gibt. Und wie sollte Russland denn helfen , Indem sie alle unterjochen ? Das wäre Ihrer Meinung nach die bessere Alternative ? Und ist Ihnen der Krieg in der Ukraine nicht “brutal” genug ? Bei solchen aussagen sollten Sie sich nicht wundern, dass man das als Quatsch bezeichnet.

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    1. Seien Sie ehrlich. Wann haben die USA wehrend ihren illegalen Kriegen NICH Zivile und Infrastruktur mit dem Grundboden gleich gemacht? Alles weit weg von der USA. Ohne UNO Mandat. Selbst Kriegsforscher berichten das Russland schonend mit Zivilen umzugehen. Auch mit Vergleich Selenskij, seit 15 Jahre. Wer hat Donbass Bombardiert? ODESSZA LEBENDIG MENSCHEN VERBRANNT.
      So geht man nicht mit einer Bevölkerung um.
      So sieht man, dass ihm das eigene Befolkerung 00 bedeutet.

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    1. Zitat: “Sie unterstellen mir, was ich mir ausdrücklich verbitte”

      Sie selbst schreiben oben “Und ist Ihnen der Krieg in der Ukraine nicht “brutal” genug ?”

      Soll das etwa eine rationale Argumentation sein? Was Sie mir mit dieser Frage zu unterstellen versuchen, ist ziemlich übel, finden Sie nicht?

      Bleiben sie sachlich, ohne Emotionen anzufachen. Eigentlich gelten Sie hier ja als fairer Diskussionsteilnehmer. Machen Sie das nicht mit solchen Tiefschlägen kaputt.

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  5. Ich meine mich zu erinnern dass Russland in die Ukraine einmarschiert ist es dafür keinerlei vom Völkerrecht gedeckte Gründe gab. Der aktuelle Krieg ist doch von Putin unter falschen Behauptungen initiiert. Schade dass hier so wenige die Wahrheit sehen wollen und es ist eher naiv zu behaupten dass Russland human mit Zivilisten umgeht. Es werden ganze Landstriche und Städte von Russen bombardiert da gibt es nichts zu beschönigen und warum das hier für gut befunden wird erschließt sich mir nicht. Echter Frieden wird es nur geben, wenn Russland seine Soldaten in die Kasernen und zu ihren Familien zurückschickt.

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    1. So leicht darf man es sich nun doch nicht machen. Der Frage, warum Russland die Militäroperation in der Ukraine durchführt, ist schließlich die alles entscheidende Frage, die es zu beantworten gilt.

      Wer diesen Punkt ignoriert, ist entweder unfähig, die Bedeutung von Ursache und Wirkung zu erfassen, oder gar nicht daran interessiert, die wahren Ursachen für den Krieg in der Ukraine zu ergründen.

      Sehr verkürzt ausgedrückt hat die Nato nach dem Putsch von 2014, der mit dem Sturz der Janukowitsch-Regierung endete, die Ukraine militärisch immer weiter aufgerüstet, was schließlich in der Ankündigung Selenskis gipfelte, Atomraketen in der Ukraine zu stationieren. Damit hätte sich die Distanz zwischen Atomraketen und Moskau auf 450 km verringert, womit Russland nicht mehr die Zeit gehabt hätte, im Falle eines nuklearen Angriffs zu reagieren, was für Russland selbstredend inakzeptabel war.

      Fortsetzung folgt…

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      1. Fortsetzung von oben…

        In dem Zusammenhang sei daran erinnert, dass Präsident Kennedy 1963 während der Kuba-Krise mit Atomkrieg gedroht hatte, sollte die damalige Sowjetunion, als Antwort auf US-Atomraketen in der Türkei und Italien, Atomraketen auf Kuba stationieren. Die Distanz zwischen Kuba und Washington beträgt dabei immerhin 1800 km und die Raketentechnik war damals nicht soweit fortgeschritten wie heute.

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