Foto: Ministerpräsidentenamt/ Vivien Cher Benko

Nationalfeiertag

Orbán: Ungarn eine selbstbewusste Nation

Zum Nationalfeiertag wurde am Mittwochmorgen um 9 Uhr wie üblich die Nationalflagge vor dem Parlament im Beisein von Staatspräsidentin Katalin Novák und Parlamentspräsident László Kövér gehisst.

Anschließend zogen die Teilnehmer in einem feierlichen Husarenzug zum Nationalmuseum. In diesem Jahr hielt jedoch nicht Ministerpräsident Viktor Orbán dort seine Rede, sondern stattdessen Kulturminister János Csák. Orbán hielt in diesem Jahr seine Festrede in Kiskőrös vor dem Geburtshaus des Nationaldichters Sándor Petőfi anlässlich dessen 200. Geburtstages, allerdings nur vor geladenen Gästen.

Ungarn
Kulturminister János Csák vor dem Nationalmuseum. Foto: MTI/ Zoltán Balogh

“Ungarn ist zu einer aufstrebenden Nation geworden, die selbstbewusst auf die europäischen Nationen blickt. Die Ungarn haben in erstaunlichem Umfang wissenschaftliche und literarische Werke von Weltrang hervorgebracht, Eisenbahnen gebaut, Brücken und Dampfschiffe in Betrieb genommen und der Wissenschaft und Kultur ein Zuhause gegeben.” Einen so langen Weg zurückgelegt zu haben, sei eine enorme Leistung, eine wahre ungarische Tugend. „Petőfi schuf den ungarischen Dialekt der Freiheit, und so wurden wir Teil der freien Welt. In jedem Ungarn steckt ein bisschen Petőfi, und in Petőfi steckt jeder Ungar“, meinte Orbán.

Freiheitskampf der Ungarn geht weiter

„Wir werden niemals zulassen, dass die Fahne der Freiheit aus den Händen der Ungarn gerissen wird. Der große Marsch der ungarischen Freiheit geht auch heute weiter – auch wenn er in den letzten 200 Jahren manch eine Wendung genommen hat und manchmal sogar in eine Sackgasse geraten ist. Petőfi ist heute mit uns. Wir sehen ihn revoltieren, wenn Ausländer den Ungarn vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben. Wir sehen, wie er sich gegen die Mächte der Welt wendet, die die Ungarn in einen europäischen Superstaat verschmelzen wollen“, betonte Orbán.

Ministerpräsident Viktor Orbán am Geburtshaus von Nationaldichter Sándor Petőfi. Foto: MTI/ Zoltán Máthé

Brief an Auslandsungarn

Wie in den vergangenen Jahren hat Orbán am Vorabend des Nationalfeiertags ein Grußschreiben an die Mitglieder der ungarischen Gemeinschaften jenseits der Grenzen geschickt, das bei einer Reihe lokaler Feierlichkeiten verlesen wurde. Orbán zufolge nimmt der 15. März 1848 einen besonderen Platz in der Weltgeschichte ein. „175 Jahre später erinnern wir uns immer noch mit Bewunderung an diesen Tag von makellosem Glanz, an dem die ungarische Nation ihre Freiheit ohne Blutvergießen, in Frieden und Einigkeit erlangte. Im Laufe der Geschichte haben wir Ungarn oft bewiesen, dass wir es wagen, gegen die Übermacht des Feindes zu den Waffen zu greifen. Gleichzeitig ziehen wir es, wie andere Nationen auch, vor, in Freiheit zu leben, anstatt dafür zu sterben.“

„Jahrzehntelang konnten wir zu Recht und aufrichtig hoffen, dass der Krieg Europa nicht mehr heimsuchen würde. In diesen schrecklichen Zeiten brauchen wir umso mehr den Kompass der ungarischen Freiheit, der uns in unserer Geschichte durch so viele Zeiten des Unglücks geführt hat. Wir wollen Frieden, und wir sind auf der Seite des Friedens.“ Orbán erklärte zudem, dass Ungarn anderen Nationen Respekt entgegenbringe, „aber den gleichen Respekt erwarten wir in Brüssel, Washington und Kiew auch gegenüber Ungarn. Wir sehen es als unsere moralische Pflicht an, alles zu tun, um die Waffen zum Schweigen zu bringen, denn nur so können wir heute Sicherheit und Wohlstand des ungarischen Volkes im Karpatenbecken garantieren.“

Festliches Zeremoniell vor dem Parlament, unter anderem mit Parlamentspräsident László Kövér und Staatspräsidentin Katalin Novák. Foto: MTI/ Noémi Bruzák

Frieden zu wollen bedarf es heute Mut

„Am 15. März verkünden wir im Gedenken an unsere heldenhaften Vorfahren, dass die Ungarn seit 1.100 Jahren, seit 33 Generationen, das Volk der Freiheit sind. Der Mut in Europa besteht heute darin zu sagen: Wir wollen Frieden“, erklärte János Csák. Die Bedeutung des Friedens könne heute, im Schatten des Krieges in unserer Nachbarschaft, nicht hoch genug eingeschätzt werden. „Wenn dieser Krieg außer Kontrolle gerät, kann er alles zerstören.“

6 Antworten auf “Orbán: Ungarn eine selbstbewusste Nation

  1. “… in Freiheit zu leben, anstatt dafür zu sterben.”
    Wer soll den Ungarn denn die Freiheit erhalten?
    Zumal, wenn ihre Regierung sie in immer größere Abhängigkeiten von Regimen manövriert, die die Freiheit unterdrücken. Orbans Freund Putin lässt beim Kampf gegen die Freiheit sterben. Auch das Regime in China meint mit “Freiheit” und “Souveränität” die ungestörte Ausübung und Erweiterung der eignen Macht.

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    1. “Orbans Freund Putin”.
      Der übliche Bullshit von Hatzig. Die üblich-üble Methode der rechtsradikalen Szene und Freunden des hirnlosen deutschen Regimes.
      Derweil werden in der BRD Menschen, die sich für den Frieden engagieren, bestraft oder sogar eingesperrt. Eingesperrt gehören jedoch Bock und Beck und ihre olivgrünen Mitläufer.

      https://www.wsws.org/de/articles/2023/01/30/buec-j30.html
      https://www.nachdenkseiten.de/?p=93106

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    2. Erstens hat Orbán gleich gegen den russischen Eingriff gesprochen; zweitens sind es vor allem die USA und ihre Marionetten (keine Verbündeten), die die Freiheit unterdrücken, zudem die Wirtschaft zerschlagen und die Europäer zu Knechten der orientalischen Invasoren machen.

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    3. Zitat Hatzig: “Wer soll den Ungarn denn die Freiheit erhalten?”

      Das bleibt wohl wieder mal an Ihnen hängen. Uns das, obwohl Sie doch schon damit überlastet sind, die Freiheit in Deutschland zu erhalten…

      Um mal ein Beispiel von vielen zu nennen: In Deutschland oder in Österreich nennt man Demonstrationen jetzt “Spaziergänge”, weil z.B. in DE, mit der Ernennung von Stephan Harbarth zum Präsidenten des BVerfGer, regimekritische Demos faktisch verboten sind. Ähnliches gilt für Österreich…

      Schließlich ist man in DE und Österreich dazu übergegangen, auch Spaziergänge zu verbieten, wenn der Verdacht bestand bzw. besteht, dass es verdeckte regimekritische Demonstrationen sein könnten…
      https://www.wuv.de/Archiv/Polizist-auf-Corona-Demo-wird-zum-Internet-Hit

      https://www.pnp.de/archiv/1/corona-spaziergaenge-durch-deggendorfer-innenstadt-6824348

      Ist es das, was Sie verteidigen wollen???

      Zeigen Sie mir nur ein einziges Beispiel aus jüngerer Zeit, wo Vergleichbares z.B. in Russland passiert

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    4. Alex, D wird in Sachen Gas immer von irgendwem abhängig sein, weil man kaum eigenes hat. Derzeit ist man abhängig vom Flüssiggas der Amis und hofft auf Lieferungen aus dem wenig demokratischen Katar. Nennen Sie das unabhängige Energieversorgung??

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