Orbán
Ministerpräsident Viktor Orbán: „Statt diesen Konflikt als Krieg zwischen zwei slawischen Völkern zu deuten und entsprechend zu isolieren, wollen die Westeuropäer darin ihren eigenen Krieg sehen.“ Foto: MTI / Zsolt Szigetváry

Orbán im Kossuth-Radio

So wird ein Krieg vorbereitet!

„Es ist empörend, dass wir dafür bezahlen müssen, keine illegalen Einwanderer aufzunehmen.“ Das meinte Ministerpräsident Viktor Orbán im Interview für das Kossuth-Radio, in dem er auch Mythen in Verbindung mit dem Ukraine-Krieg zerstreute.

Orbán zufolge verpflichtet der Europäische Gerichtshof Ungarn, täglich umgerechnet rund 6 Mio. Forint an die EU zu zahlen, weil das Land nicht gewillt ist, illegale Migranten aufzunehmen. (Das Urteil wird mit Blick auf die Europawahlen erst nach dem 9. Juni verkündet.) Das sei nicht nur empörend, sondern geradezu haarsträubend, sagte der Ministerpräsident in seinem üblichen Freitag-Interview für das staatliche Radio.

„Wie kann sich irgendjemand anmaßen, den Ungarn zu sagen, wen sie in ihr Land zu lassen haben? Das ist ein absolutes Unding!“ Erst recht, da Ungarn mit der Außengrenze des Schengenraums „Europa verteidige“, wofür das Land selbst in Euro kalkuliert bereits Milliarden aufgewandt hat. „Als Dank dafür schießt man uns aus Brüssel in den Rücken“, merkte Orbán an und riet seinen Wählern, die EU-Führung bei den Wahlen im Juni abzulösen.

Wenig logische Schlüsse

Hauptsächlich drehte sich das Gespräch jedoch um den Ukraine-Krieg, zu dem der Ministerpräsident einige weit verbreitete (Fehl-) Darstellungen zurechtrückte. Zunächst einmal habe der Konflikt gezeigt, dass die Russen einen verbissenen Krieg gegen die Ukrainer führen, ohne diese niederringen zu können. Die NATO sei im Vergleich dazu um ein Vielfaches stärker.

„Deshalb empfinde ich es nicht als logisch, dass jenes Russland, welches nicht einmal mit der Ukraine fertigwird, morgen plötzlich den kompletten Westen schlucken könnte.“ Ergo sehe er außerordentlich marginale Chancen, dass heutzutage ein NATO-Mitgliedstaat angegriffen wird. Zumal die NATO ihre Rolle als Verteidigungsbündnis bekräftigt habe, die nicht dulden werde, wenn ein Aggressor die Souveränität eines Mitgliedstaates verletzt.

Orbán: Kommunikation bereitet Kriegseintritt vor

„Eine russische Gefahr an die Wand zu malen dient in Wirklichkeit als vorbereitendes Manöver, um Europa oder den Westen in den Krieg hineinzuziehen“, ist Orbán überzeugt. „Statt diesen Konflikt als Krieg zwischen zwei slawischen Völkern zu deuten und entsprechend zu isolieren, wollen die Westeuropäer darin ihren eigenen Krieg sehen.“

Das könne man sehr deutlich an der Verschiebung der deutschen Position erkennen. Neuerdings werde ganz offen diskutiert, russische Raketen von NATO-Seite im Luftraum der Ukraine zu attackieren. Und auch wenn man NATO-Soldaten noch nicht gleich an die Front schicken will, so wird ihr Einsatz auf dem Territorium der Ukraine bereits salonfähig gemacht. „Wer die Geschichte kennt, weiß, dass mit solchen Kommunikationstechniken ein Kriegseintritt vorbereitet wird“, warnte der Ungar.

EU und NATO verfolgten eine Strategie, deren Kosten niemand abschätzen will. „Wie lange soll das noch so weitergehen, wie viele Waffen und wie viel Geld werden noch geschickt?“ Viktor Orbán sieht Ungarn, das sich an die Grundstatuten der NATO hält, in einem Dilemma. Da einflussreiche Kreise in der NATO deren Rolle systematisch neudefinieren, müsse sich auch Budapest fragen, ob es Mitglied der NATO bleiben kann, ohne sich am Ukraine-Krieg zu beteiligen.

2 Antworten auf “So wird ein Krieg vorbereitet!

  1. Den Deutschen juckt es am meisten. Das 3.Rech kann nicht der SU verzeihen, dass es indem 1.und2.Welkrieg verloren hat. es ist unfassbar, Ausdruckweise.! Die USA werden langsam und sicheraustreten, und die EU löffelt – wie schon indem1 und 2 Kriege die Suppe aus. Russland bleibt Nachbarn. Zum kotzen.

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  2. Dem ungar. Premier Herrn Viktor Orban ist in allen Aspekten des Interviews zuzustimmen.
    Dass Russland gleich die nächsten EU-Staaten überrennen will, ist eine dicke Propagandalüge des “Wertewesten” zur Vorbereitung eines Krieges gegen Russland. Es wird ja fast täglich von der EU-Politik gezündelt.
    Gleichwohl ist die Euro-Summe von täglich 6 Mill. Forint (ca. 15.000 Euro) für jeden illegalen, nicht aufgenommenen Migranten von einem souveränen EU-Staat eine bodenlose Unverschämtheit.
    Deshalb ist von den vernünftigen EU-Staaten am 09.06.2024 eine Neuorganisation der EU analog der damaligen EWG dringendst zu verlangen.

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