Orbán
Ministerpräsident Viktor Orbán – hier auf der letzten Regierungspressekonferenz des Jahres 2022: „Bis Ende 2023 haben wir wieder eine einstellige Inflation“. Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Orbán im Weihnachts-Interview

„Es gibt Frieden, wenn die Amerikaner wollen“

„Wir befinden uns nicht auf der guten oder der schlechten Seite der Geschichte, wir vertreten die ungarische Seite“, erklärte Viktor Orbán zur Position seines Landes im Ukraine-Krieg.

Der Ministerpräsident und Staatspräsidentin Katalin Novák gaben umfangreiche Weihnachts-Interviews. Sowohl Viktor Orbán als auch Katalin Novák bekräftigten die Solidarität mit der Ukraine und das ungarische Interesse am Fortbestand einer souveränen Ukraine. „Es ist unser Interesse, dass Russland keine Bedrohung für die Sicherheit Europas darstellt“, sagte der Ministerpräsident der regierungsnahen Tageszeitung Magyar Nemzet. Er fügte jedoch hinzu, es liege nicht im Interesse Ungarns, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland zu kappen.

Ukraine-Krieg kann noch lange dauern

„Diese Fragen betrachten wir durch die ungarische Brille, und nicht aus der Sichtweise anderer“, stellte Orbán klar. Das zurückliegende Jahr 2022 sei das gefährlichste Jahr seit der Systemwende von 1989/90 gewesen. „Wir drohten in den Krieg hineingezogen zu werden. Es besteht kein Zweifel, dass wir bei einem Wahlsieg der Linken im April längst bis zum Nacken in der Patsche stecken würden. Heute hält sich allein Ungarn in der EU aus dem Krieg heraus, weil die Wähler dieser Regierung bei den Parlamentswahlen für genau diese Position ein überwältigendes Votum gaben.“

Viktor Orbán (hier beim EU-Gipfel Mitte Dezember) forderte schon vor dem Korruptionsskandal eine Reformierung des Europaparlaments. Foto: MTI/ Zoltán Fischer

Orbán äußerte die Befürchtung, dass der durch die USA finanzierte Krieg noch sehr lange, unter Umständen Jahrzehnte andauern könnte. „Die Ukraine kann nur solange kämpfen, wie sie von den USA mit Geld und Waffen versorgt wird. Wenn die Amerikaner Frieden wollen, wird es Frieden geben.“ Er hielt aber auch fest, niemand dürfe erwarten, dass die Ukrainer auf Territorien ihres Landes verzichten, nur damit Europa seine Ruhe, Energiesicherheit und seinen Wohlstand bewahren kann.

Staatspräsidentin: Rechte der Minderheit angesprochen

Katalin Novák erinnerte im Gespräch mit dem Privatfernsehen TV2 an ihren kürzlichen Besuch auf Einladung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dieser habe sie zu einer Konferenz eingeladen, deren Thema ukrainische Getreidelieferungen an das hungerleidende Afrika waren, welches Anliegen Ungarn gerne und tatkräftig unterstützt. Die Staatspräsidentin betonte, die Begegnungen mit der Führung der Ukraine sehr wohl dafür genutzt zu haben, die Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien anzusprechen.

Von Kiew reiste Novák denn auch direkt in das Gebiet, um den Advent gemeinsam mit den Landsleuten zu feiern. In diesem Kontext unterstrich die junge Staatspräsidentin, sich im Einklang mit der Außenpolitik der Orbán-Regierung zu befinden. Ihr Verhältnis zum Ministerpräsidenten bezeichnete sie in dem Interview als „gleichrangig“ und „korrekt“.

Staatspräsidentin Katalin Novák besuchte Kiew, wo sie auch die Rechte der ungarischen Minderheit in Transkarpatien ansprach. Das Foto entstand bei ihrem nachfolgenden Besuch in Beregszász. Foto: Amt der Staatspräsidentin

Zu den Protesten der Pädagogen meinte Novák, die Rolle der Lehrer bei der Erziehung der heranwachsenden Generationen könne nicht genug betont werden. Deshalb müssten unabhängig von den EU-Geldern und allen wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Bedingungen geschaffen werden, um die Lehrer materiell und hinsichtlich ihrer Stellung in der Gesellschaft anzuerkennen.

Matolcsy in schwieriger Lage

In Wirtschaftsbelangen nahm Orbán wenig überraschend die Energiepreise und die Inflation zum Ausgangspunkt. Er wiederholte die Kalkulation, wonach Ungarn heute an Stelle von 7 Mrd. gleich 17 Mrd. Euro für Energieimporte aufbringen müsse. Diese 10 Mrd. Euro oder 4.000 Mrd. Forint fehlten dem ungarischen Wirtschaftskreislauf. Der Ministerpräsident hielt an seiner These fest, mit dem Ende der Energiesanktionen würden die Preise auf einen Schlag fallen, die Inflation purzeln und Ungarn wieder mit einem kräftigen Wachstum rechnen können.

„Die ungarische Linke ist käuflich, Ungarn aber nicht. Drei Millionen Wähler, die sich für eine nationalkonservative Regierung und die Unabhängigkeit Ungarns aussprachen, lassen sich nicht mit Dollars kaufen.“

Ohne ins Detail zu gehen, sprach er von „klar umrissenen Plänen“ seiner Regierung, um die Wirtschaftskrise zu bewältigen. „Bis Ende 2023 haben wir wieder eine einstellige Inflation“, versprach der Ministerpräsident, den die ungewöhnlich harsche Kritik des Notenbankpräsidenten überrascht habe. „Das heißt aber nichts weiter, als dass sich György Matolcsy in einer schwierigen Lage befindet. Denn er hat die gesetzliche Pflicht, die Inflation im Zaum zu halten, was heute nicht nur in Ungarn, sondern in ganz Europa eine große Herausforderung ist“, erklärte Orbán. „Ich befinde mich in keiner einfachen Lage, aber die von Herrn Matolcsy ist noch kniffliger. Wenn er sich da in der Öffentlichkeit unorthodox gibt, kann ich das verstehen.“

„Kein Schwert, bestenfalls ein Taschenmesser“

Zur kurz vor Weihnachten erzielten Einigung mit Brüssel meinte der Ministerpräsident: „Wir haben einen Schritt nach vorn getan, indem wir eine Vereinbarung treffen konnten, wonach uns das Geld tatsächlich zusteht.“ Orbán sieht im Zurückhalten der Gelder durch Brüssel keine Waffe, „kein Schwert, bestenfalls ein Taschenmesser, vor dem wir uns nicht zu Tode erschrecken müssen“.

Auf den Korruptionsskandal im Europaparlament (EP) angesprochen merkte er an, „manchmal wird der Henker selbst gehenkt“. Das ungarische Parlament habe in der Debatte über die Zukunft der EU vorgeschlagen, das EP in seiner heutigen Form einzustellen und durch ein Parlament aus Abgesandten der nationalen Parlamente zu ersetzen.

„Die Brüsseler Bürokraten meinen, über den Gesetzen zu stehen. Wenn jemand als EU-Abgeordneter auf den geheimen Zahlungslisten von George Soros steht, ist es nicht mehr weit bis zu den Geldkoffern. Dieser Sumpf muss ausgetrocknet werden!“

38 Antworten auf “„Es gibt Frieden, wenn die Amerikaner wollen“

  1. Ja, nur ist es nicht richtig, der russischen Bevölkerung ihr Völkerrecht vorzuenthalten und sie weiterhin in die Ukraine zu zwingen, wie es auch Orbán hier verlangt. Die Ukraine ist nun mal ein Zwangsdach über zwei etwa gleich große, ganz verschiedene Länder, und das eine ist überwiegend russischsprachig bewohnt und nur unter brutalem Zwang unter das Putschregime der West-Marionetten in Kiew gedrückt. Kiew hat das Recht verwirkt, sie zu beherrschen und der westlichen Macht zwangsweise zu unterwerfen. Volksabstimmungen sind angebracht, aber das ist halt leider nur unter russischer Aufsicht möglich, solange die Gegenseite einfach jedes Selbstbestimmungsrecht strikt verweigert.

    1. Russland hat sowieso verloren. Egal, wie lange der Krieg noch dauert und wie er endet.

      Supermacht Russland?
      Weltmacht Russland?
      Pustekuchen.

      Möchtegern Zar Putin hat es geschafft in nur wenigen Monaten Russland zu einer Regionalmacht einzuschrumpfen.
      Das ist nun Putins Vermächtnis: Das kleine Russland.

      Das ganze völkische Geschwafel ändert nichts daran, dass die Russen nun gerade mal noch als Junior-Partner Chinas wahrgenommen werden.

  2. Nun ja: Würde Orbán die Wahrheit aussprechen, dann würden wohl die US-Truppen den Regierungspalast gewaltsam stürmen und die Regierung einfach austauschen, wie sie es oft irgendwo auf der Welt tun; wenn es die ungarischen Linken nicht selber auf Weisung mit Waffenlieferung fertigbringen, so wie es 2014 in Kiew lief und seither den Rest der Ukraine einfach zwingt.

    1. Ich bin gespannt. Bandera hat am 1.1. Geburtstag. Ob AUCH jetzt die Nazi Ukrainer an dem TAG GROSSE Fackelaufmärsche durchführen? Was Brüssel, Washington und Warschau dazu sagen wird, dass Europa Demokratie hoch2 Land Nazismus öffentlich hochleben ließ. Mit Zustimmung des Musterdemokrat und Menschenrechtler, Saharow und Karlpreisträger Selensky.

  3. Es ist unverantwortlich ein zerrissenes Land mit Waffen vollpumpen. Das Volk tut mir Leid, sie kennt nur Kortuption und es ist dem ausgeliefert, wer die größte Lüge vorträgt . Wilde Privatisation zufolge weder das schwarze Erde, noch Gasfelder sind in ukrainischen Hand
    In 91 war Bevölkerung über 50-55 Million, jetzt 30? Die Rest ist entweder Soldat oder haute ab Ich gehe davon aus, dass 20 Million Ukrsiner auch nicht nach dem Krieg zurückkommen. Noch weniger, als die Syrer.

    1. Richtig.
      Die russischen Waffen und Soldaten müssen raus aus der Ukraine.
      Korrupte, russlandtreue Regierungen und Oligarchen hatten die Ukraine heruntergewirtschaftet, wie es ja schon die Sowjetunion tat.
      Noch hat der Westen nur wenige Waffen geliefert, aber wenn Putin seinen Angriffskrieg nicht beendet, wird es auch noch dazu kommen, dass die Ukrainer das erhalten, was ihnen der Westen bisher noch vorenthalten hat.

      https://www.portfolio.hu/global/20221231/itt-a-leleplezo-lista-omlenek-a-nehezfegyverek-ukrajnaba-de-van-amivel-meg-amerika-is-gyanusan-ovatos-587606

      Man kann nur hoffen, dass der kleine Möchtegern-Zar endlich einsieht, dass er letztlich Russland großen Schaden zufügt und er doch längst verloren hat.

  4. „Die Brüsseler Bürokraten meinen, über den Gesetzen zu stehen. Wenn jemand als EU-Abgeordneter auf den geheimen Zahlungslisten von George Soros steht, ist es nicht mehr weit bis zu den Geldkoffern. Dieser Sumpf muss ausgetrocknet werden!“

    Wie wahr, diese Kaste heute meist linker Staatsdiener schaufelt sich seit Jahren in die eigene Taschen, dass die Hosen krachen. Ein ganz allgemeines Problem, das insbesondere die BRD drückt, aber auf eine ganz andere Weise als in anderen Staaten. Es wird eng für die deutschen Staatsfinanzen, und dem kleinen Bürger ist nicht mehr zu vermitteln, warum Rentner so viel weniger im Alter haben als vergleichbare Pensionäre. In der BRD ist dies eine eigene Art Korruption, jedoch legalisierter Art.
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wirtschaftsweiser-plaediert-fuer-Kuerzung-von-Pensionen-article23811780.html

    PS: Auch Fidesz ist bei der Selbstbedienung nicht besser. Orbán sollte sich zurückhaltend äußern oder schämen.

    1. In Magyar Nemzet gibt es ein Srtikel von Grank Füredi. Es geht um NGOs, Lobbyisten und Korruption in der EU. Die EU finanziert NGOs mit Millisrdensummen. Also sie sind nicht mehr NGOs . Die NGOs bestechen wiederum EU Mitarbeiter. Schöne Bande

          1. Nun – der aktuelle Fall im EU-Parlaament zeigt jedenfalls, dass die Korruptionsbekämpfung funktioniert.
            Die Alarmglocken sollten schellen, wenn es Verdachtsfälle gibt, aber nichts geschieht.
            Auf dieses Problem zielt das Rechtsstaatsverfahren ab.

            Wenn öffentliche Aufträge in so großer Zahl wie in Ungarn vergeben werden, bei denen es nur ein Angebot gab, …
            Ganz nach dem Motto: Wir bauen Aussichtstürme an den Waldrand, die niemand besteigt, aber dennoch hat jemand etwas davon. 😉
            Und wenn die EU bei einem Projekt etwas bemängelt, dann nehmen wir eben die Steuergelder der Ungarn.

  5. „Die Ukraine kann nur solange kämpfen, wie sie von den USA mit Geld und Waffen versorgt wird. Wenn die Amerikaner Frieden wollen, wird es Frieden geben.“ Er hielt aber auch fest, niemand dürfe erwarten, dass die Ukrainer auf Territorien ihres Landes verzichten, nur damit Europa seine Ruhe, Energiesicherheit und seinen Wohlstand bewahren kann.

    Diese zwei Sätze sagen doch alles.
    Verlogener geht´s ja nun wirklich nicht mehr.

    Wie kann man sich als Staatsführer nur derart selbst widersprechen und bloßstellen.

    Einfach übersetzt meint Orban:
    Die USA müssen nur die Unterstützung der Ukraine einstellen, dann endet der Krieg, denn die Ukrainer können nicht mehr weiterkämpfen – und verlieren.
    Und dann schwafelt er darüber, dass er natürlich nicht wolle, dass die Ukraine verliert.

    All das gibt er von sich, während er die “ungarische Brille” trägt und es ihm vor allem darum geht für Ungarn “Ruhe, Energiesicherheit und seinen Wohlstand zu bewahren”.
    😉

    1. Sie sind in der Tst Bedauerswert. Krieghetzer. Grünen. Vom Pazifisten mit RAF Sympathisanten bis faschistischen Kriegshetzern. Große Leistung . Beide mendchenverachtend.
      Mein Vater pflegte zu sagen: aus den schlimmsten Nazis wurden die schlimmste Stasi/AVHs

      1. Es gibt diejenigen, die andere einem Aggressor opfern, um selbst davonzukommen.
        Früher nannte man solche Leute Kollaborateure.

        Solche Leute versuchen auch einen Angriffskrieg zu rechtfertigen.

        Diese Leute arbeiten mit allen zusammen – sei es Nazi oder Stasi – nur ihres eigenen Vorteils willen.

  6. Das Wissentschafliche Dienst der Bundesregierung hat ein Gutachten fertiggestellt uber 100 Seiten. Die Frage war: wann, unter welchen Bedingungen würde in dem Krieg zwischen Ukraine und dem Russischen Föderation Deutschland völkerrechtlich als kriegsführende Partei agieren.
    Mit Waffenlieferung ist Grenzfall. Mit Ausbildung ukrainische Soldaten in Deutschland wäre/Ist Deutschland kriegsführende Partei. Ich wunderte mich, warum die Bundesregierung dieses Gutachten machen ließ. Ich wurde fündig in 4+2 Vertrag.
    Kriegsfürung ist im Vertrag GRUND, die Anerkennung der Wiedervereinigung obsolet zu betrachten. Etwas grob ausgedrückt.
    Also, die Bundesregierung weiß es.

    1. Zur Erinnerung:
      Der Krieg tobt in der Ukraine.
      Russland ist der Angreifer und Russland zerstört dort Städte und tötet Menschen.
      Russland hat weit über 4000 Raketen auf die Ukraine abgefeuert.
      Selbst an den Feiertagen feuerten die Russen Raketen auf ungarische Städte ab.
      Putin hatte diesen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg begonnen.

      Also verdrehen Sie hier nicht die bittere Wahrheit.

      Und klar ist auch: Ein Eroberungskrieg in Europa darf in unserem Jahrtausend nicht erfolgreich für den Aggressor enden.

      Was Putin noch nicht wahrhaben will: Er hat schon längst verloren.

      Ein Ukrainer meinte zudem: Ständig schlagen Raketen in Kiew ein. Wenn doch auch Moskau von Raketen getroffen würden.
      Noch hat der Westen nicht wirklich die Waffen geliefert, die die Demokratien im Arsenal haben. Mit diesen könnten die Ukrainer auch Moskau treffen.
      Putin sollte wissen, dass seine nächste Eskalationsstufe auch die Lieferung von modernen westlichen Waffen mit sich bringen könnte.

        1. Die Ukrainer hatten bei einer demokratischen Wahl ihre Volksvertreter gewählt. Es sind die Volksvertreter, die nun versuchen den russischen Aggressor wieder aus dem Land zu drängen.

          Ihre Vorstellung von “Volk” ist eine Beleidigung für jeden Bürger, denn Sie unterstellen ihm, dass er nur eine unmündige Marionette ist.

          Vor allem sollten Sie doch auch mal darüber nachdenken, wie die USA aus der Ferne das ukrainische Volk zu solch einem Widerstand gegen die doch als so übermächtig geltende russische Armee motivieren konnte.

          Gerade die unmotivierten russischen Soldaten machen doch deutlich, dass Putin ein Möchtegern-Zar ist, der seine Landleute in einen Krieg schickt und dort regelrecht verheizt.
          Das ukrainische Volk hat dafür gesorgt, dass Putin längst verloren hat.

  7. Ich überlegte, warum Neujahr in Ukraine einen ” Halbnational Friertag”. Bun, wegen des Hitlerkollaborateur Brandela. Fackelzüge zu Nazi, und seit 2019 ist der Brandela Verehrung Stastsreson.
    Ein Mann, der Hunderttsusende umbringen ließ.
    Als ob in Ungarn Szalasi Denkmäler und Fackelzüge zu Hitler Kollaborateure geben würden. Die rotlinke EU appladiert.

    1. Ich überlege, wie man eigentlich so hasserfüllt sein kann, gegenüber einem Volk, das sich gegen einen Aggressor verteidigt, der einen vermeintlich schwächeren Nachbarn angreift.
      Wie kann man einen Angriffskrieg in diesem Jahrtausend noch so rechtfertigen, wie damals z.B. die Nazis ihren Überfall auf Polen?

      Immerhin: Die Russen offenbaren seit Feb.2022, dass alles nur Schein ist, was ihre Propaganda verbreitete – ganz so wie zu Sowjetzeiten – ganz so wie bei jedem korrupten Langzeitregime.
      Hinter der Fassade der mächtigen russischen Armee verbirgt sich eine zahlenmäßig scheinbar übermächte, aber eben in der Realität schwache Militärmaschine aus den Sowjetzeiten.
      Putin hat Russland vom Sockel der Super- und Weltmacht gestoßen.
      Was nun bleibt ist ein Staat mit vielen Bodenschätzen und Atomwaffen.

      Selbst die russische Rüstungsindustrie geht aus diesem Krieg als eindeutiger Verlierer hervor, denn sie präsentiert sich der westlichen Waffentechnik unterlegen.

  8. „Und das Minsker Abkommen 2014 war der Versuch, der Ukraine Zeit zu geben. Sie hat diese Zeit auch genutzt, um stärker zu werden, wie man heute sieht.“ (Merkel)
    Nun hat auch der eh. franz. Präsident Hollande gleiches mit anderen Worten zugegeben.
    Ordinär ausgedrückt:
    Man hat die Russen verarscht.
    Der Krieg ist hausgemacht und wird eher nicht vom Westen gewonnen. Das erkenn immer mehr. Nut Hatzig nicht.

    1. Scholz und Macron hatten Putin eindringlich gewarnt, als sie sogar nach Moskau gereist waren, um den russischen Angriff im Feb.2022 zu verhindern.

      2014 hatte Russland den Krieg mit der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim und Teilen der Ukraine begonnen.

      Nun bekommt Putin, was ihm Scholz und Macron angekündigt hatten.

      Und anders als 2014 hat Putin nun verloren – auch wenn der Krieg noch nicht zu Ende ist.

      Die Ukrainer kämpfen mit alten Sowjet-Panzern – noch kein einziger moderner westlicher Panzer wurde an die Ukariner geliefert.
      Und doch wurde die russische Armee zurückgedrängt.
      Die Ukraine hatte noch keine weitreichenden Raketen aus dem Westen erhalten – geschweige denn Kampfflugzeuge. Und doch werden Militärflughäfen der Russen getroffen.

      Allein schon dies sagt viel über die wahre Kampfkraft des russischen Militärs und der russischen Waffentechnik aus.
      Typisch für ein korruptes System: Viel Schein – wenig Sein.
      Und:
      BIP Russland: 1776 Mrd.USD
      BIP Italien: 2100 Mrd.USD

    2. Merkel und Hollande haben öffentlich zugegeben, dass Minks Vereinbarung ein Clopapier war. Solche Länder sind nicht in der Lage über Völkerrecht Mund aufmachen. Nur verachten kann man sie. Diese Tatsache hat damit nichts zu tun, ob man Putin mag oder nicht. Diese Tatsache stellt alle! Vereinbarung in Frage.
      Weil in der EU diese beide Länder versuchen das Sagen haben, betrügen auch dort beliebige Länder, wie wir schon gesehen haben. Wer einmal, zweimal, dreimal lügt hat Vertrauen verspielt.

      1. Sie wissen ja offensichtlich nicht einmal um was es im Minsker Abkommen ging.
        Ziel des Minsker Abkommens war die Souveränität der Ukraine wiederherzustellen auch in den „sogenannten Volksrepubliken“.

        Putin hatte letztlich im Feb.2022 einen Krieg fortgeführt, den er schon 2014 begonnen hatte.

        Schon 2014 hätte der Westen viel schärfer reagieren sollen.
        Leider war Merkel immer auf Ausgleich bedacht und scheute Konfrontationen.
        Merkels Regierungsmotto: Probleme aussitzen – bis sie sich dann derart verschärft hatten, dass hektische und teure Lösungen notwendig waren.

        Unser kleiner Möchtegernzar Putin hat nun zwar auf ganzer Linie verloren, aber die Ukrainer müssen jetzt einen hohen Preis dafür bezahlen.

  9. Ukraine – Taiwan

    Soweit man lesen kann spitzt sich die Situation in Taiwan zu oder entwickelt sich zumindest bedenklich.
    Die USA hat schon Signale gegeben.
    Wenn China gegen Taiwan stärker Druck machen sollte wird sich Biden aus der Ukraine zurücknehmen und dort Friedensverhandlungen anregen, um sich auf den anderen Konflikt zu konzentrieren.
    Wir werden sehen, was das Frühjahr bringt.

    1. Im Gegenteil.
      Die USA unterstützen die Ukraine eben auch deshalb so stark, um auch an China ein Zeichen zu senden.
      Hat der Angriffskrieg Russlands Erfolg, so könnte dies auch China dazu verführen, Taiwan anzugreifen.
      Wir müssen China deutlich machen, dass es einen sehr hohen Preis hat, wenn ein kleinerer Nachbar eingenommen werden soll.

      Was die USA demonstrieren, ist der Zusammenhalt der Demokratien – und ihre Entschlossenheit und Stärke.

      Natürlich fühlen sich Regime von Demokratien in ihrer Nachbarschaft bedroht – zumal wenn enge kulturelle Beziehungen bestehen. Denn eine prosperierende Demokratie gefährdet ihre eigene Macht, indem der eigenen Bevölkerung eine alternative Gesellschaftsform vorgeführt wird.

      Putin fürchtet doch nicht die Nato, sondern die demokratischen Entwicklungen im Bruderstaat.

        1. Das Augenmerk liegt schon lange auf Taiwan.
          Putins Erfolg in der Ukraine wäre für das chinesische Regime eine gefährliche Bestärkung.

          In der Ukraine wird eben auch deutliche gemacht werden, dass Eroberungskriege keinen Erfolg bringen können.
          Leider versteht Putin noch immer nicht, dass er längst verloren hat.

        1. So wie in Ungarn etwa? 😉
          Man bekommt den Eindruck, dass sie gar nicht verstehen, was eine Demokratie ist und was eine Demokratie ausmacht.

          Die Ukrainer wollen – wie auch die Ungarn – in einer Demokratie leben.
          Nicht in einer Autokratie mit einem korrupten Regime wie in Russland oder China.

    2. Ich teile Ihre Meinung.
      Die USA hat ihr Ziel erreicht: die EU als Wirtschaft und politische Macht zu schwächen. Nicht wenig, aber bedeutend für Jahrzehnte. Die USA Politik ist seit 200 Jahre: Amerika first.
      Nota bene: wann hat die USA einen Krieg gewonnen? Im 45 mit Hilfe und Blutzoll der SU.
      In ihren Kriegen zusammen weniger USA Bürger gestorben, als in dem Bürgerkrieg in der USA. Außer dieses Krieges hatten sie 0 Krieg auf eigenem Boden.
      Demokratie Export? Nirgendwo.
      China wird jetzt Priorität.

  10. Stellen wir uns vor, Putin hätte die Ukraine wie erhofft, in einer Woche eingenommen. Er hätte dann in Zahony gestanden und das Gespräch mit seinem Vertrauten Orban gesucht. Er hätte ihm die alten ungarischen Landesteile der Ukraine als Geschenk angeboten wenn Orban sich seinem Bündnis anschließt. Als nächstes hätte Putin versprochen auch die alten ungarischen Landesteile in Rumänien zu erobern und Ungarn einzugliedern. Die russische Autoindustrie hätte ihren Platz gefunden wo jetzt Audi, Mercedes und Co. produzieren…………

    Hätte Orban da nicht zugegriffen? Er hätte seinen Platz in den Geschichtsbüchern gefunden und EU und NATO mal so richtig auf die Finger geklopft. Er hätte alles erreicht wovon er geträumt hatte.

    So hat Geschichte schon oft funktioniert.

    1. Mit den westlichen Werken in Ungarn hätte Putin nicht viel anfangen können.
      Für die westlichen Firmen wäre es zwar so schmerzlich gewesen, wie aktuell für die BASF-Tochter Wattenfall, aber ohne den Konzernverbund sind die Fabriken kaum produktionsfähig.

      Die Ungarn hätten sich dann über ähnliche wirtschaftliche Entwicklungen freuen können, wie die Menschen z.B. in Belarus.
      Eine Neuauflage der Sowjetunion wünschen sich die Wenigsten der Ungarn, ganz egal, wie die Grenzen dann verlaufen würden.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

BZ+
6. Februar 2023 10:50 Uhr
BZ+
6. Februar 2023 10:12 Uhr
6. Februar 2023 9:32 Uhr