Ministerpräsident Viktor Orbán: „Die EU-Führung will unsere jungen Männer in die Ukraine schicken. Sie nennen es eine Friedensmission, ich fürchte, es wird eine Kriegsmission.“ Fotos: Ministerpräsidentenamt/ Zoltán Fischer

Orbán in Miskolc:

Deutsche derzeit nicht die besten Freunde

„Aus dem Ukraine-Krieg wird sich nur heraushalten können, wer sich wirklich heraushalten will“, sagte der Ministerpräsident am Samstag auf einer weiteren Antikriegs-Veranstaltung der Digitalen Bürgerkreise (DPK) in Miskolc.
Orbán
„Ich bin nicht in die Politik gegangen, um Ministerpräsident zu werden, das hat sich halt so ergeben. Ich wurde Politiker, um große Dinge zu bewegen, an großen Veränderungen teilzuhaben.“

Für Viktor Orbán steht fest, dass im Gegensatz zu Fidesz-KDNP sowohl die Tisza als auch die DK den Kriegspfad der Brüsseler EU-Führung beschreiten würden. Er wiederholte seinen Vorwurf, wonach EVP-Chef Manfred Weber – also im Europaparlament der „Chef“ der Tisza-Partei von Péter Magyar – der größte Kriegstreiber sei.

Orbán: „Wir wollen wohlhabend und stark sein“

Sollte der Fidesz die Wahlen verlieren, drohe ein Ende der bisherigen Errungenschaften. Gewinnt der Fidesz, werden in den nächsten vier Jahren die Durchschnittslöhne auf 1 Mio. Forint und der Mindestlohn auf 1.000 Euro steigen, die komplette 14. Monatsrente eingeführt und die vollständige Energieunabhängigkeit des Landes erreicht. „Die Ungarn sollen groß, wohlhabend und so stark wie möglich sein“, deklamierte der Regierungschef unter Verweis auf den Gründungsanspruch des Fidesz in den 1980er Jahren, den historischen Missstand aufzuheben, wonach den Ungarn nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg durch die internationale Politik die Rolle zugewiesen wurde, klein und arm zu sein.

Orbán
„Wir haben Vertrauen in die KI, sind aber gleichzeitig in Sorge. In Sorge um die Arbeitsplätze und unsere Kinder, die der Einsatz der KI in den Schulen nicht denkfaul machen soll. Denn grundsätzlich bleibt die natürliche wichtiger als die künstliche Intelligenz.“

„Nicht der Liebling der Welt, aber…“

Zu den Freunden Ungarns zählte Orbán neben den US-Amerikanern und den Chinesen die Turkstaaten, also die Türkei und Mittelasien, sowie in Europa Serbien, Italien, Tschechien und die Slowakei. Zu Russland unterhalte Ungarn derweil ausgewogene, korrekte Beziehungen, was in Zukunft ein großer Wert sein könne. Der Ministerpräsident beklagte das niedrige Niveau der deutsch-ungarischen Beziehungen, auf die Ungarn doch immer besonderes Augenmerk gelegt habe. „Ich würde nicht sagen, die Deutschen sind der Liebling der Welt, aber in Ungarn kommen wir mit ihnen ganz gut zurecht“, ordnete er ein. Die in Ungarn lebenden Deutschen seien „gute ungarische Patrioten“, die in der Regel für das nationalkonservative Lager stimmen. Laut einer internen Erhebung würde die Mehrheit der Ungarndeutschen, lebten sie in Deutschland, für die AfD stimmen.

Orbán

10 Antworten auf “Deutsche derzeit nicht die besten Freunde

  1. Die Deutschen sind sich selber zu Feinden geworden. Keine einzige Regierungs-Entscheidung der letzten Jahre war klug oder nachvollziehbar, wobei die in der Rangfolge dümmste Entscheidung war, die letzten modernen Atomkraftwerke zu sprengen – danach kommt direkt gefolgt die Entscheidung, die Grenzen weiter aufstehen zu lassen und abgelehnte Asylanten im Land zu lassen.
    Vereinfacht gesagt: Die Merz-Regierung führt Merkels und Habecks Politik weiter.

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  2. Leider scheinen viele Ungarn Deutschland nach wie vor für ein paradiesisches Traumland zu halten. Aber wenn die Deutschen nicht mal selber merken, dass sie nur in einem Schein-Wohlstand auf Kosten ihrer wenigen Nachkommen leben, …

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  3. Die ungarndeutschen Amtsträger (Selbstverwaltungen, Theaterdirektoren und Kulturvereine) sind anscheinend größtenteils von deutschem Steuergeld gekauft und benehmen sich entsprechend. Das von ihnen vertretene Volk vielleicht nicht, wählt sie aber trotzdem weiterhin in die Selbstverwaltungen.
    Die in Ungarn lebenden deutschen Staatsbürger reden zum Teil auch dem deutschen Regime nach dem Mund, und ich verstehe nicht, warum sie dann vor Jahren nach Ungarn gegangen sind. Für die Wahlen in Deutschland sind sie nur noch per Briefwahl berechtigt, aber ich scheue mich, weil ich mich früher schon ein wenig bekannt gemacht habe und um so mehr die Briefwahlfälschung im deutschen Rathaus fürchte.

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  4. “Deutsche derzeit nicht die besten Freunde”

    Ich denke, das wird Deutschland aber auch völlig egal sein und Deutschland sicher nicht schaden. Andersherum wäre ich mir aber nicht so sicher.

    Ob es sich auf die Deutschen, die in Ungarn leben, in der Zukunft negativ auswirken wird, kann vermutlich nur ein Hellseher voraussagen.

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