Foto: MTI/ Zoltán Máthé

Politische Unruhen 2006

Opfer des Polizeiterrors begraben

Am Mittwoch wurde László Nagy begraben, der Mann, der infolge der Straßenkämpfe im Herbst 2006 auf einem Auge erblindete.

Auf der Trauerfeier betonten die Redner: „Nagy hat immer für Gerechtigkeit gekämpft. Sein Opfer verpflichtet uns, die Verantwortlichen für den Terror im Herbst 2006 vor Gericht zu bringen.“

Nagy verstarb im Alter von nur 50 Jahren Anfang Dezember. Er war 2006 von einem Polizisten angeschossen worden, als er an der Budapester Fidesz-Gedenkfeier für 1956 teilnahm. Das aus nächster Nähe abgefeuerte Gummigeschoss traf ihn mitten ins Gesicht. Der Mann verlor sofort das Bewusstsein und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo die Ärzte sein linkes Auge nicht mehr retten konnten. Das Opfer erstattete später Anzeige, das Verfahren wurde jedoch von der Staatsanwaltschaft bereits 2007 eingestellt. Die Polizei wies einen Schadensersatzanspruch ab, zahlte jedoch später eine Entschädigung von 4,5 Mio. Forint.

Nach Ansicht von Tamás Gaudi-Nagy, Geschäftsführer des Nationalen Rechtsverteidigungsdienstes, muss der Kampf fortgesetzt werden, damit „die für den Staatsterror vom Herbst 2006 verantwortlichen politischen und polizeilichen Führer nicht ungestraft davonkommen, ihre Parteien und Handlanger niemals an die Macht zurückkehren können und die Patrioten, die während der autoritären Gyurcsány-Regierung einem rechtsstaatlichen Verfahren unterworfen wurden, endlich verfahrensmäßig begnadigt werden“. Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány gestehe seine Verantwortung für die Ereignisse im Herbst 2006 noch immer nicht ein.

3 Antworten auf “Opfer des Polizeiterrors begraben

  1. Die Wessis kennen keinen Ferenc Gyurcány, den ehemaligen Ministerpräsidenten und Bankrotteur einer erfolglosen und skandalösen Ära. Er wurde seit der Lügenrede von 2006 totgeschwiegen. Seine Figur und Rolle passen nicht in das westliche Narrativ über Ungarn, nachdem die Linken und Oppositionellen in Ungarn immer die Guten zu sein haben. Umso wichtiger ist es, heute darüber zu sprechen und zu schreiben. Gyurcsány und seine Frau Dobrev Klára sitzten noch immer als Duo Diabolo in einer mächtigen Position, gesteuert von Soros und anderen Bestien. Seine Partei DK erhält momentan nach Fidesz die zweitmeisten Stimmen.

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  2. 2006 ereignete sich folgendes in Ungarn: Der ehemaligen ungarische Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsány sagte in seiner Rede von Balatonöszöd (auch „Lügenrede“ genannt) vor seiner Partei der ungarischen Sozialisten:
    „…Wir haben keine große Wahl. Weil wir es verf*ckt haben. Nicht ein bisschen, sondern sehr. Sowas Beklopptes, was wir getan haben, hat sich in Europa noch kein einziges Land erlaubt. Man kann es erklären. Es ist offensichtlich, dass wir in den letzten anderthalb bis zwei Jahren durchweg gelogen haben. Es war uns klar, dass das, was wir sagen, nicht wahr ist. Wir sind so weit über die Möglichkeiten des Landes hinausgegangen, wie wir uns das vorher nicht vorstellen konnten, dass die gemeinsame Regierung der Ungarischen Sozialistischen Partei und der Liberalen dies jemals tun würde. Ansonsten haben wir vier Jahre lang nichts gemacht. Nichts….

    Die Rede wurde insgeheim mitgeschnitten und 5 Monate später, im September 2006, in die Öffentlichkeit lanciert.

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