Der Olympiasieger im Kanusport, Zoltán Kammerer, hat nun auch als Politiker das Siegertreppchen bestiegen. Foto: Sozialmedien/ Privat

Nachwahlen

Neuanfang in Göd

Die Kleinstadt Göd wird fortan von einem Olympioniken geführt. Zoltán Kammerer gewann die Nachwahl am Sonntag mit knapp 58% überlegen.

Notwendig geworden war der Wahlgang, nachdem der von der Opposition gestellte Bürgermeister das Handtuch geworfen hatte. Der früher für die Momentum politisierende Csaba Balogh rieb sich in endlosen Machtkämpfen innerhalb des Oppositionslagers auf. Parallel verteidigte er die Interessen der Stadt vergeblich gegen die Ambitionen der Orbán-Regierung. Diese setzt bei ihrer Modernisierungspolitik nebst Reindustrialisierung besonders auf Batteriefabriken.

Die erste Gigafabrik dieser Art stellte die südkoreanische Samsung in Göd auf die Wiese, mit dem Ergebnis, dass die Kommunalpolitik aus allen Entscheidungen von Tragweite für die Entwicklung der Infrastruktur ausgeschlossen wurde. Der Fidesz erfand ein neues Modell der „Sonderwirtschaftszone“, mit dem der Stadt die örtliche Gewerbesteuer entzogen wurde. Bau- und Umweltgenehmigungen für die Gigafabrik werden von Regierungsämtern bewilligt, ohne die Kritiken der Anwohner zu hören. So wurde ein Schutzwald gerodet, herrscht eine permanente Lärmbelästigung und rückte das Werk immer näher an Einfamilienhäuser, deren Verkehrswert rapide sank.

Der Nachfolger im Bürgermeisteramt ist zwar offiziell als Parteiloser unabhängig, wurde aber im Wahlkampf vom Fidesz unterstützt. Zoltán Kammerer gewann drei Mal Gold im Kanu bei Olympischen Spielen und nun bei seiner ersten Wahl in ein politisches Amt mit starkem Rückenwind der Bürger von mehr als 3.700 Stimmen.

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