Foto: MTI/ Tamás Purger

Deutsche Schule

Nachfrage verlangt Anbau

Die deutsche Schule in Budakeszi (Wudigeß) wird mit staatlicher Förderung erweitert.

Ist die deutsche Sprache in Ungarn außer Mode geraten? Ja, zugunsten der englischen Sprache. Was kann man dagegen tun? Einer der wenigen Auswege ist der Nationalitätenunterricht. So meinen es auch ungarndeutsche Politiker in der Kleinstadt Wudigeß / Budakeszi, im direkten Einzugsbereich der Hauptstadt. Bis zum Frühling 1946 bestand die Bevölkerung hier mehrheitlich aus Deutschen, den sog. Donauschwaben. Nach der Zwangsaussiedlung von etwa der Hälfte aller Ungarndeutschen verlor die deutsche Sprache allmählich an Bedeutung. Zuerst gelangte ab den 1950er Jahren das staatlich von den Kommunisten verordnete Russisch in den Vordergrund, nach 1990 – abgesehen von einer Deutsch-Nostalgiewelle – dann Englisch.

Wo die Bevölkerung noch deutsche Wurzeln hat – wie in Budakeszi –, besteht jedoch die Hoffnung, dass die Kinder Deutsch als Fremdsprache erlernen wollen. Die Kleinstadt gehört zur Agglomeration der Hauptstadt. Dementsprechend vermehrt sich die Bevölkerung rasch. Die Regierung hat bereits früher versucht, mit dem Bau der deutschen Nationalitätenschule zu helfen, aber es mangelt noch immer an Kapazitäten.

Die Schule wird seit dem vorigen Jahr aus dem Staatshaushalt mit einem Gesamtbetrag von 500 Mio. Forint renoviert und ausgebaut. Auf einer Pressekonferenz kündigte Staatssekretär Miklós Soltész an, dass nach der Zusammenstellung des Staatshaushalts für 2025 weitere Subventionen zur Verfügung stehen werden. Noch in diesem Jahr wird mit dem Bau einiger neuen Klassenräume begonnen.

Die Deutsche Nationalitätenschule Wudigeß / Budakeszi startete am 1. September 2020 unter Leitung der Deutschlehrerin Mira Gölcz mit 310 Schülern in acht Jahrgängen mit 13 Klassen. Die Schule befindet sich in einem Seitenflügel des Gebäudes der Széchenyi-Grundschule des Vorortes der Hauptstadt.

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