Die Graphik des Nézőpont-Instituts zeigt die wahrscheinliche Sitzverteilung im Parlament nach den Wahlen 2026, gestützt auf die Umfrageergebnisse von Mitte Juni.

Sonntagsfrage

Mráz: Fidesz führt deutlich

Der Fidesz gewinnt die Wahlen 2026 und dominiert ein Parlament ohne linke Splitterparteien.

Diese Prognose gab das regierungsnahe Nézőpont-Institut ab, das Mitte Juni nach drei Monaten mal wieder eine Meinungsforschung zum Thema der sog. Sonntagsfrage wagte. „Wenngleich die Tisza-Partei die Leute glauben machen will, die nächsten Wahlen schon gewonnen zu haben, zeigt unsere aktuelle Umfrage, dass dem nicht so ist: Der Fidesz führt noch immer deutlich“, kommentierte der Chef des Forschungsinstituts am Freitag die Ergebnisse.

Drei-Parteien-Parlament

Ágoston Sámuel Mráz zufolge liege der Fidesz mit 44% an gleicher Stelle wie bei den Europawahlen. Das würde mit 108 von 199 Mandaten eine komfortable Mehrheit im nächsten Parlament bedeuten, in das die Tisza-Partei von Péter Magyar auf Anhieb mit 82 Abgeordneten einziehen würde. Von den jetzigen Parteien im Hohen Haus würde sich laut dieser Umfrage neben den beiden großen Blöcken nur die rechte Mi Hazánk halten, der Nézőpont 8 Mandate zutraut. Für das letzte Mandat im Parlament besitze der Repräsentant der deutschen Nationalität beste Chancen. (Der Ungarndeutsche Imre Ritter sitzt schon heute im Parlament, wo er in der Regel mit Fidesz-KDNP abstimmt.) Die linksliberale DK würde demnach mit aktuell 3% klar an der 5%-Hürde scheitern, ebenso wie die Satirepartei MKKP, die bei vielen regierungskritischen Instituten als chancenreich für den Einzug angesehen werden.

Mráz verwies auf den Unterschied der Erhebungstechnik, die einzig beim Nézőpont-Institut die wahrscheinlichste Sitzverteilung im Parlament ermittelt. „Die den Linksliberalen nahestehenden Institute zeigen derweil das Abstimmverhalten jener Wähler, die sich hinsichtlich der Wunschpartei bzw. ihrer Wahlteilnahme sicher sind.“ Damit aber würde ein erheblicher Teil der Wähler aus der Kalkulation ausgeschlossen.

Tisza holt auf, Fidesz stagniert

Nachdem bei Medián Péter Magyar als Herausforderer des amtierenden Ministerpräsidenten bereits mehr Zustimmung als Viktor Orbán erhielt, was die Eignung als Regierungschef anbelangt, räumte die Analyse des Nézőpont-Instituts ein, die Tisza-Partei habe gegenüber dem Fidesz aufgeholt. Dieses Erstarken sei jedoch nicht zu Lasten der Regierungsparteien erfolgt, sondern auf Kosten der linken Opposition, allen voran Momentum und DK. Der Fidesz wurde ungefähr auf dem Niveau vom März (45%) gemessen, die Tisza-Partei legte von 35% weiter auf 39% zu und ist im Vergleich zu den Europawahlen (29,5% im Vergleich zu 43,7% des Fidesz) eindeutig erstarkt. Die Mi Hazánk rutschte seit März von 9 auf 7% zurück, was aber ungefähr ihrem Abschneiden bei den Europawahlen 2024 entspricht (6,7%).

3 Antworten auf “Mráz: Fidesz führt deutlich

  1. Dass entsprechend dieser Umfrage des Nézőpont-Instituts ein Scharlatan 39% der Stimmen erhalten würde, lässt nichts Gutes über den geistigen Zustand der Ungarn erahnen. Gibt es eigentlich außer schmierigen Sprüchen, großmäuligen Versprechungen und zwielichtigen Aktionen irgendetwas Konkretes, was diese Type in seinem Leben schon geleistet hat?

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    1. Die Ungarn wollen einfach nur ein bisschen spielen. Die Fidesz-Automatik ist langweilig.

      Da wäre es doch willkommen, mal in den Krieg zu ziehen, hohe Energiepreise zu bezahlen oder Hunderttausende aus dem Islam durchzufüttern.

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