Tisza-Chef Péter Magyar: „Ich weiß, welche Verantwortung ein echter Ministerpräsident für seine Heimat und alle Ungarn übernehmen muss.“ Fotos: MTI/ Csaba Krizsán

Tisza-Wahlkampf

Mit den Aufgaben wachsen

„Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen“, verkündete der Vorsitzende der Tisza-Partei, Péter Magyar, am Samstag in Győr.
17. November 2025 7:45
Obgleich die Oppositionsbewegung glaubt, die Mehrheit der Ungarn hinter sich geschart zu haben, warnt Magyar, die verbleibenden 148 Tage bis zu den Wahlen werden kein „Spaziergang“.

Damit erklärte der Chef der größten Oppositionsbewegung zwei Tage vor der Bekanntgabe der Tisza-Kandidaten für die 106 Wahlkreise, er wolle persönlich Ministerpräsident Viktor Orbán bei den Parlamentswahlen 2026 herausfordern. „Ich weiß, was die Aufgaben eines echten Regierungschefs sind, welche Verantwortung er für seine Heimat und alle Ungarn übernehmen muss“, sagte Magyar vor mehreren tausend Anhängern auf dem Bécsi kapu tér in Győr, wo die Tisza ganz bewusst ihre Gegenveranstaltung zu den Digitalen Bürgerkreisen des Fidesz ausrief.

„Ich schwöre euch“

„Landsleute, ich bin bereit! Und ich schwöre euch, nachdem die Tisza-Gemeinschaften und Millionen Ungarn uns in 148 Tagen die Vollmachten erteilen, dieses Land zu führen, werde ich 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr dafür wirken, sämtliche Ungarn hier und überall in der Welt zu repräsentieren“, rief Magyar seinen Anhängern zu. Obgleich die Opposition in Umfragen gut stehe, werde die verbleibende Zeit bis zu den Wahlen kein „Spaziergang“. Nichtsdestotrotz habe man vor anderthalb Jahren einen wunderbaren Weg beschritten, der die Menschen schon heute in einem anderen Land leben lässt, „jetzt, da wir das Licht am Ende des Tunnels sehen können“.

Schnell sichtbare Ergebnisse

Die Tisza-Partei sei zu einem Team gewachsen, mit Kandidaten für die einzelnen Wahlkreise, Führungspolitikern und einem fantastischen Programm, um Regierungsverantwortung zu übernehmen. Magyar forderte alle Anhänger auf, mit der vor ihnen stehenden Aufgabe zu wachsen, damit sie den Menschen auch in ein und zwei, ja „so es Gott wolle auch noch in acht Jahren in die Augen sehen können“. Ohne in Details zu gehen versprach der Tisza-Chef schnell sichtbare Ergebnisse schon nach Tagen und Wochen, während andere Dinge wegen der schwierigen Lage, in die der Fidesz Ungarn gebracht habe, Jahre brauchten, bis Erfolge sichtbar würden. Die Kandidaten für die Wahlkreise bezeichnete der Parteichef als „echte Ungarn, die helfen werden, ein funktionierendes Ungarn mit menschlichem Antlitz aufzubauen“.

Aus einer Reichensteuer für Vermögens-Milliardäre, den EU-Geldern und einem Sparkurs an vielen Stellen wolle die Tisza-Partei die Einkommensteuer für 2,2 Mio. Ungarn senken, die Renten erhöhen und eine spezielle Széchenyi-Karte für die Ältesten einführen, das Gesundheitswesen modernisieren, „echte“ Lohnerhöhungen und eine berechenbare Wirtschaftspolitik, um die Volkswirtschaft anzukurbeln bzw. den Schuldendienst zu reduzieren.

Wie in Győr will die Tisza-Partei überall im Lande Gegenveranstaltungen zu den Digitalen Bürgerkreisen des Fidesz organisieren.

31 Antworten auf “Mit den Aufgaben wachsen

  1. Ich finde ihn gar nicht so schlecht. Er verspricht keine sofortigen Erfolge, sondern sagt das bestimmte Sachen Zeit benötigen.

    Dazu ist er aber auf die Geduld der Bürger angewiesen. Wir werden sehen ob diese Geduld, bei einem Wahlerfolg seiner Partei, dann da ist.

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  2. Wer “24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr dafür wirken (will), sämtliche Ungarn hier und überall in der Welt zu repräsentieren”, ist ein narzisstischer Selbstmörder, aber kein seriöser Regierungschef. Meint der etwa tatsächlich, dass das ein Mensch überleben kann? So etwas verspricht ja nicht einmal das Großmaul Trump.

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  3. Marionetten der EU-Kommission und damit auch der Multis wie Soros. Heißt: Die Macht den Multis, Öffnung der Grenzen, Überrennung durch aggressive Orientalen, hohe Energiepreise, politische Verfolgung wie in Polen, Krieg und Geldverschwendung für das Regime in Kiew, angeblich ökologisch begründeter Ruin der Industrie, usw. Das ergibt sich doch alles zwangsläufig aus der Grundforderung, der EU-Kommission zu gehorchen – und aus der EVP-Zugehörigkeit.

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  4. Ihre Moral läßt eindeutig sehr zu wünschen übrig.
    Weil andere das tun, ist es in Ordnung es auch selbst zu tun?
    Mit dieser Meinung wäre es ja im Ordnung was z.B. Honecker oder Idi Amin oder Ceaucesco getan hatten?
    Korruption ist bei manchen Politikern, die Ihnen in den Kram passen, total in Ordnung, bei anderen Politikern aber nicht.
    Merkwürdige Einstellung, Doppelmoral vom Feinsten.

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  5. Es wird genug dumme, gehirngewaschene Ungarn geben, die diesen EU-Psychopathen wählen werden, nur um Orban zu verhindern – der bitteren Konsequenzen sind sie sich nicht bewusst. Auch die Budapester waren ja doof genug, den Nichtsnutz Karacsony als OB im Amt zu bestätigen.

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    1. Zum besseren Verständnis: Es geht um ein Gedicht von Erich Kästner.

      “Der Peter war ein Renommist.
      Ihr wisst vielleicht nicht, was das ist?
      Ein Renommist, das ist ein Mann,
      der viel verspricht und wenig kann.
      (…)
      So war es immer: Peter log,
      dass sich der stärkste Balken bog.
      Und was das Schlimmste daran war;
      er glaubte seine Lügen gar!
      (…)”
      Deshalb ließ sich Kästners Peter auf ein Klöße-Wettessen ein und landete schließlich im Krankenhaus, weil ihm ein paar davon im Hals stecken geblieben waren.
      Das Ende des Gedichtes:

      “Mit Schmerzen und für teures Geld
      ward Peter wieder hergestellt.
      Das Renommieren hat zuzeiten
      auch seine großen Schattenseiten.”

      Wohl bekomm’s, Magyar Peter!

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      1. Aber das paßt doch gut auf Männer wie Herrn Orban, Putin und Trump. Mehr könnte man noch aufzählen, kennt aber auch jeder.

        Übrigens könnte ich mir vorstellen das Erich Kästner nicht froh darüber wäre wie hier sein Gedicht für politische Zwecke verwendet wird, mit denen er garantiert nicht übereinstimmen würde. Weiß man wenn man ein wenig über ihn kennt.

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