Viktor Orbán (2.v.l.) in Gesellschaft „schneidiger“ Ministerpräsidenten, mit dem Tschechen Petr Fiala (M.l.), dem Slowaken Eduard Heger (3.v.r.) und dem Polen Mateusz Morawiecki (r.) Anfang Januar in Bratislava. Foto: MTI/ Zoltán Fischer

Übergewichtige Ungarn

Mediziner kritisiert Orbán

Der bekannte Toxikologe Gábor Zacher sorgte am Wochenende damit für Aufsehen, dass er eine Vorbildwirkung der Politik für die Bürger des Landes forderte.
24. Januar 2023 17:37

In einem Magazinprogramm des regierungskritischen TV-Senders RTL ging es zunächst um die Volksgesundheit in Zeiten der Corona-Pandemie. Nach WHO-Angaben hätten rund 60% der erwachsenen Europäer Übergewicht oder wären sogar fettleibig; Ungarn weise ähnliche Zahlen auf. Während der zwei Jahre mit dem Coronavirus hätten die Ungarn aber durchschnittlich weitere 4-5 kg an Körpergewicht draufgepackt.

Mit gutem Beispiel voran!

Zacher meinte nun, der Ministerpräsident und die sogenannten „Influencer“ sollten der Gesellschaft ein gutes Beispiel zeigen. Daraufhin wurde er gefragt, wie er Viktor Orbán in Gesellschaft ausländischer Politiker sehe. „Da bekommen wir neben schneidigen Ministerpräsidenten unseren sehr dicken Ministerpräsidenten zu sehen, der also kein gutes Vorbild ist.“ Würde sich jemand wie Orbán, der Einfluss auf sehr viele Menschen nehmen kann, hinstellen und vorschlagen: „Leute, nehmen wir gemeinsam über ein Jahr hinweg 25 Kilogramm ab“, dann hätte das einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen, resümierte Zacher.

Pálinka ein Grundnahrungsmittel?

Im vergangenen Herbst hatte der Toxikologe im Nachrichtenportal index.hu kritisiert, dass Ungarn keine Strategie gegen den Alkoholismus besitze. „Das Schnapsbrennen daheim wurde von allen Steuern befreit, und der Ministerpräsident erklärt im Parlament, Pálinka sei ein Grundnahrungsmittel. Ich denke, das ist ein mächtiges Eigentor. Wir freuen uns, den Pálinka zum Hungarikum zu erklären, aber wann wird eigentlich der ungarische Alkoholiker zum Hungarikum?“ Einzelne Statistiken setzen die Zahl der alkoholabhängigen Menschen im Lande auf bis zu 800.000 Personen an.

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