Jobbik
Markige Sprüche und die eiskalte Realität
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Die verkündeten „Horror“-Maßnahmen verdienten neben den 18°C ein Warnzeichen vor der 18, wie vom Fernsehen gewohnt. Nur wäre hier nicht die Altersbegrenzung, sondern die Temperaturbeschränkung gemeint. „Öffentliche Einrichtungen, die noch auf höchstens 18°C beheizt werden dürfen, beweisen den dort tätigen Menschen und den Besuchern, wie sie von der Regierung im Stich gelassen wurden“, schreibt die Oppositionspartei in einer Stellungnahme. „Da helfen alle vollmundigen Versprechungen aus dem Wahlkampf nichts, diese Regierung ist unfähig, die Menschen vor der Rekordinflation und vor den brutalen Energierechnungen zu bewahren.“
Obendrein sei die Orbán-Regierung unfähig, die Ungarn zustehenden EU-Gelder „nach Hause zu holen“. Die Jobbik erinnerte den Ministerpräsidenten an seinen markigen Wahlkampfspruch: „Im Gegensatz zu Westeuropa werden wir im Winter nicht erfrieren.“ Nun aber kämpft Ungarn mit einer Energie- und Wirtschaftskrise. Dazu falle der Regierung nichts Besseres ein, als in den öffentlichen Einrichtungen, bei den Mitarbeitern und allgemein bei den Bürgern zu sparen, während es keine Mühe bereite, das ungarische Vodafone-Geschäft für 715 Mrd. Forint zu kaufen.

Da zeigt sich, daß Jobbik weit nach links gerückt ist, wenn die Gehorsam gegen die EU verlangen. Aber damit wäre das Energieproblem ja noch schlimmer, so wie in Deutschland. Widersprüchliche Polemik von Jobbik und dem restlichen Linksblock!
Die Financial Times bestätigt doch, daß Ungarn die niedrigsten Gaspreise hat. Was den westlichen Multis und ihren führenden Marionetten in fast ganz Europa freilich nicht paßt. Zu denen gehört Jobbik auch, aber trotzdem findet es die Preise gleichzeitig immer noch zu hoch.