Sonntagsfrage
Mandate auf die Schnelle kalkuliert
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Das behauptet das regierungskritische Meinungsforschungsinstitut 21KK, das am Donnerstag einen interaktiven Mandatskalkulator vorstellte. Jeder kann nach Belieben Prozentwerte für die fünf aussichtsreichen Formationen (Fidesz-KDNP, Tisza, Mi Hazánk, DK und MKKP) eingeben und dann über das Ergebnis der Sitzverteilung im Parlament staunen.
Zwar räumt das Institut ein, die hinter dem Kalkulator stehende Methodik werde in den nächsten Monaten systematisch verfeinert. Bei 21KK kommt man nichtsdestotrotz schon heute zu dem Schluss, das Wahlsystem begünstige nicht nur den jeweiligen Sieger, sondern in der Regel die Regierungsparteien. Ausgehend von den auf die Landeslisten abgegebenen Stimmen bräuchte die Tisza-Partei in dem Fall, sollte die rechte Mi Hazánk die 5%-Hürde meistern, einen Vorsprung von 3,5 Punkten gegenüber dem Fidesz für eine relative bzw. sogar von 5 Punkten für eine absolute Mehrheit. Beschränkt sich der Vorteil der größten Oppositionsbewegung letztlich nur auf 1-2 Punkte, könnte der Fidesz bei den Sitzen im neuen Parlament erneut mit einer absoluten Mehrheit rechnen. Für eine Zweidrittelmehrheit reicht dem Fidesz laut 21KK-Kalkulator ein Vorsprung beim Listenergebnis von 12-14 Punkten, die Tisza bräuchte dafür einen Vorteil von 16-18 Punkten.
Die meisten Wahlkreise, in denen das jeweilige Mandat der Tisza bei einem allzu knappen Wahlsieg gefährdet wäre, befinden sich demnach in den Komitaten Győr-Moson-Sopron, Fejér, Pest, Jász-Nagykun-Szolnok, Csongrád-Csanád und Békés.
