Antiregierungsproteste
Machthaber zum Rückzug gezwungen
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Das sagte der unabhängige Parlamentsabgeordnete Ákos Hadházy am Dienstagabend auf der üblichen wöchentlichen Protestveranstaltung gegen die Orbán-Regierung. „Sie haben die Pistole geladen auf den Tisch gelegt, aber – weil uns das nicht verschrecken konnte – am Ende doch nicht benutzt“, erklärte der Oppositionspolitiker mit Hinweis auf die Gesetzgebung mit dem Pride-Verbot und der Erfassung von Teilnehmern des Demonstrationszugs, die der Staat automatisch mit Bußgeldern belegen könnte.
Das sei ein riesiger Erfolg, der alle Skeptiker motivieren sollte, die glaubten, gegen das Orbán-System sei jeder Widerstand zum Schutz „der Überreste von Freiheit und Demokratie“ zwecklos. Indem die Massen die Machthaber zum Rückzug zwangen, sei das Land einer „Systemwende“ näher gekommen. An sein Ende wird das System dann gelangen, wenn die Massen auch zu fordern lernen. Hadházy mahnte, es würden weiterhin geladene Pistolen auf dem Tisch liegen, man könne trotz dieses Erfolgs von keiner echten Demokratie sprechen. Der angezählte Fidesz werde immer offener zu unlauteren Mitteln greifen und die Wahlen durch Betrug gewinnen wollen.
Dieses Mal zogen die Demonstranten zum neuen Büro von „Propagandaminister“ Antal Rogán auf die Burg. Das begründete Hadházy u. a. damit, seit mehr als einem Monat vergeblich auf Aufklärung zu warten, wie die Stimmen der Nationalen Konsultation „Voks 2025“ ausgezählt wurden. Die nächste Demonstration wird nicht am kommenden Dienstag, sondern voraussichtlich am Samstag stattfinden.
