Lohnerhöhungen
Ferenc Rolek, Vizepräsident des Landesverbandes der Arbeitgeber: Produktivität sank um 5 Prozent.   Foto: MTI/Tamás Kovács

Lohntarifverhandlungen

Standpunkte noch weit auseinander

Die Empfehlungen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen über die Anhebung der Mindestlöhne sind noch weit voneinander entfernt. Arbeitgeber sehen Corona-bedingt in der momentan unsicheren Lage keine reale Chance für Lohnerhöhungen ab dem 1. Januar.
26. November 2020 12:42

Demgegenüber fordern die Gewerkschaften die Anhebung des Mindestlohns und des garantierten Mindestlohns für Fachkräfte um ca. 10%, verlautete nach der Sitzung des Ständigen Konsultationsforums der Regierung und der Wettbewerbssphäre.

Arbeitgeber: Verhandlungen verschieben

Ferenc Rolek, Vizepräsident des Landesverbandes der Arbeitgeber erklärte gegenüber der amtlichen Nachrichtenagentur MTI, dass die jetzigen Lohntarifverhandlungen überaus wichtig seien, dies zeige auch die Anwesenheit von Innovationsminister László Palkovics, der auch bei den nächsten Sitzungen mit dabei sein will.

Arbeitgeber empfehlen die Verhandlungen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, wenn mehr über die Prozesse 2021 bekannt ist. Die Lohnvereinbarung für 2020 mit Mindestlohnanhebungen von 8% beruhte auf Inflationsdaten, Produktivität und Senkung der Arbeitgeberabgaben.

Demgegenüber gab es jedoch in diesem Jahr keine Deckung für diese Anhebung, obgleich die Sozialabgaben um 2 Prozentpunkte sanken und die Inflation bei ca. 3% liegt, sank die Produktivität allerdings um 5 Prozentpunkte.

Imre Palkovics: 10%ige Anhebung angemessen

Imre Palkovics, Vorsitzender des Landesverbandes der Arbeiterräte (MOSZ), hält dagegen in Anbetracht des Anstiegs der Durchschnittslöhne sowie der Inflationsrate die Forderungen der Gewerkschaften von einer ungefähr 10%igen Anhebung für angemessen.

Gleichzeitig sei man jedoch aufgrund der Negativeffekte der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft zu Kompromissen bereit. Dennoch seien die Löhne im Vergleich zu den anderen Ländern der Visegrád-Gruppe (V4) sowie Rumänien niedrig. Diese Unterschiede müssten abgebaut werden.

Rolek zufolge befinden sich jedoch die ungarischen Löhne im Verhältnis zur Kaufkraftparität und im Mittelfeld der Region. Die Verhandlungen werden in zwei Wochen fortgeführt.

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