„Für Veränderungen müssen wir zusammenhalten“, verkündet dieses Transparent an einer Budapester Schule, die am Donnerstag bestreikt wurde. Foto: Sozialmedien/ Tanárok a Tanárokért

Schulproteste

Lehrer lassen Fidesz kalt

Am Donnerstag kam es bereits zum vierten landesweiten Streik von Lehrern seit Schuljahresbeginn.
9. Dezember 2022 13:59

Der Protest der Gewerkschaften richtet sich gegen die willkürliche Entlassung von Kollegen, zumal die Orbán-Regierung bis zum heutigen Tag nicht auf die ursächlichen Forderungen der Pädagogen eingeht. Am Donnerstag begannen Lehrer und Schüler an mehreren hundert Schulen im ganzen Lande den Tag außerhalb der Klassenräume. Es gab wieder zahlreiche Menschenketten und Sitzstreiks. Am Sándor-Palais auf der Burg „bedankten“ sich Lehrer ironisch für das Engagement der Staatspräsidentin, die sich gerne als Vorkämpfer der Familien und der Jugend sieht. (Der Zeitpunkt für den Protest war hier unpassend gewählt, da sich Katalin Novák als erster ungarischer Staatspräsident überhaupt seit Donnerstag für mehrere Tage im Irak aufhält.) Weil das für das Bildungswesen zuständige Innenministerium keine Reaktionen auf die Proteste zeigt, haben vier Dutzend Lehrer des Illyés-Gymnasiums Budaörs einen achttägigen Streik begonnen.

Verfassungsgericht: Anstandsloses Streikrecht

Unterdessen hat das Verfassungsgericht am Mittwoch Klagen von Oppositionspolitikern vom Tisch gewischt, mit denen die Gesetzgebung zu dem nach ihrer Ansicht unzulässig eingeschränkten Streikrecht der Pädagogen zurückgedreht werden sollte. Das vom Fidesz dominierte Verfassungsgericht überlässt es dem Gesetzgeber, die „Mindestleistungen“ zu definieren, welche von den Lehrern noch im Falle eines Ausstandes zu erbringen sind. Oppositionspolitiker um den MSZP-Vorsitzenden Bertalan Tóth hatten beanstandet, dass eben diese Auslegung von Mindestleistungen dem Streik die Sperrspitze nimmt.

10 Antworten auf “Lehrer lassen Fidesz kalt

  1. Herr Ackermann, Ihr 1 Satz ist falsch.
    Warum war die entlassung willkürlich? Und, was wollen Sie damit sagen: zufällig die Regierung und wo weiter So hat der Satz kein Sinn.
    Ich finde auch, die Pedagogen sollen mehr verdienen. Die Kinder dürfen aber NICHT instrumentalisiert werden.
    So weit ich weiß, über Gehalt verhandelt in Deutschland im Öffentlichem Dienst AUCH der Innenminister.

    1. Frau Westermann, der 1. Satz ist nicht “falsch”.
      Mit “willkürlicher” Entlassung ist gemeint, dass die Schulbehörden manch einen protestierenden Lehrer feuern, andere wiederum nicht.
      Die Forderungen der Pädagogen gehen schon lange über den Lohnstreit hinaus.
      Es fragt sich auch, wer den Kindern und Jugendlichen mehr Schaden zufügt – ein Lehrer, der sein Streikrecht zurückfordert, oder eine Behörde, die einer Schulklasse vor dem Abitur ihren Klassenlehrer nimmt?

      1. Diejenigen, die dafür sorgen, dass keine Lehrer nachkommen, Ungarn bald ohne Lehrer dasteht, sollten gezielt bestraft werden, nicht willkürlich – wennns sein muss, dann eben Fidesz-Politiker! Orbán selber muss nun von seinem Konto an Lehrer überweisen, Herr Meszáros sowieso!

  2. Also es geht um Politik. Und die Lehrer mißbrauchen die Kinder, also die, die ein Abhängig Status haben, für politische Ziele. Nicht schön. Und die 2. Hälfte des Sätze… zumal…..
    Fassen wir kurz also: Diese Arbeitniederlassung geht nicht um Gehalt, sondern um Politik. Und die Lehrer, angeführt von Opposition Parteien mißbrauchen die von ihnen abhängige schutzbedürftige Kinder für politische Zwecke.

    1. Natürlich geht es um Politik, denn die Bildungspolitik der Fidesz-Regierung ist nun einmal ein totales Fiasko und schadet Ungarn und dem ungarischen Volk.

      Die aktuellen Handlungen der Orban-Regierung und das Gesetz, welches den Lehrern faktisch das Streikrecht nimmt, macht deutlich, dass es Fidesz und Orban nur noch um Macht geht.

      Die aktuell besonders schlechte Lage Ungarns und des ungarischen Volkes ist das Resultat einer Politik, die nur auf den eigenen Machterhalt und die Aneignung des Landes abzielte.

      1. Lesen das Bericht die deutscheche Bildungsbericgte Katastrophal. 30 Prozent der 4 klässler erfüllen die mindesforderunfen nicht . Weder in Máthé noch in schreiben und lesen, verstehen
        Die Lehrer verdienen am 2. besten nach Luxemburg.

        1. Und doch demonstrieren Eltern, Schüler und Lehrer nicht wie in Ungarn gegen die Bildungspolitik ihrer Regierung.

          Übrigens gibt es in Deutschland gleich 17 Bildungsministerien, im Vergleich zu 0 (in Worten: Null) im Orban-Land.

          1. Vermutlich gerade deshalb sind die Schulleistung so schlecht. Sok bába közt elvész a gyermek.
            Ein Abigél in Berlin oder Bremen, Hamburg ist noch halb so anerkannt? Als aus Bayern oder Sachsen.
            Die Gehalt wird in Deutschland vom Innenministerium ausgehandelt.
            Ich bleibe dabei. Lehrer brauchen mehr Unterstützung von der Gesellschaft. Dass Lehrer in Deutschland verprügelt werden, gemobbt und eingeschüchtert, ist Fakt. Trotz gute Verdienste bleiben sie nicht im Dienst.
            Für politische Ziele dürfen Kinder nicht eingespannt werden. Eines tages schlägt es zurück. Lehrer MÜSSEN neutral in der Politik bleiben

            1. Frau Westermann, warum sollen Lehrer denn keine Meinung haben dürfen ? Warum reagieren Sie denn immer so dünnhäutig, wenn jemand es wagt die hiesige Regierung zu kritisieren ? Nur durch konstruktive Kritik gibt es Veränderung. Wenn Sie etwas besser machen wollen, müssen Sie es zuerst anders machen. Und zu verprügelten Lehrern können wir in Ungarn auch ein wörtchen mitreden. Nur wird das nicht so publik gemacht, weil es eine hauptsächlich Minderheit betrifft. Wer wird denn hier die Kinder in 10, 20 Jahren unterichten ? Wer will denn noch Lehrer werden. Mein Nachbar (Mathe und Physiklehrer) arbeitet als Hilfsarbeiter in einem Sanitärbetrieb !!

            2. Sie und Ihre Fakten.
              Meine Nichte unterrichtet an einer Brennpunktschule in Hamburg.
              Von Ihren Fakten hat sie bisher noch nichts mitbekommen.

              Dass Kinder für ein gutes Bildungssystem eintreten, zeugt von Reife und Eigenverantwortung.
              Das Engagement der Schüler verdient Hochachtung.

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