Krisenstab
Lebensgefahr auf den Seen!

Am Samstag erklärte der Krisenstab die vereisten Seen für lebensgefährlich; am Balaton waren am Wochenende nur noch vier Stellen am Nordufer, in Keszthely, Balatonfüred, Balatongyörök und Zánka für Schlittschuhläufer ausgewiesen. Noch am Freitag musste die Feuerwehr eine 51-Jährige bei Siófok retten, die auf dem Eis 500 m entfernt vom Ufer beim Schlittschuhlaufen einbrach und sich einen Knöchel verstauchte. In Fonyód hatten sich eine Frau und ihr 17-jähriger Sohn sogar einen Kilometer vom Ufer entfernt, als die Mutter zur Lebensretterin ihres Jungen wurde, unter dem das Eis nachgab. Beide wurden letztlich von der Feuerwehr evakuiert. Mehrere Rettungsaktionen gab es auch auf Flüssen wie der Zagyva und der Ipoly, die nur teilweise eingefroren waren, was einige leichtsinnige Menschen aber nicht davon abhielt, die Eisflächen zu betreten.
Der Katastrophenschutz bittet die Bürger, vereiste natürliche Gewässer auf keinen Fall allein, sondern in Gesellschaft zu betreten; die Mobiltelefone sollten dabei unbedingt aufgeladen sein. Hört man ein verdächtiges Knacken und Knirschen des Eispanzers, sollte man sich umgehend auf den Bauch legen, um das Körpergewicht besser zu verteilen, und zum Ufer robben. Bricht das Eis ein, sollte man versuchen, in einer Position wie beim Brustschwimmen wieder auf das Eis zurück zu gelangen. Wer Zeuge von Unfällen auf dem Eis wird, wählt bitte den Notruf 112.
Die Polizei hat einen Mann in Gewahrsam genommen, der offenbar Schuld trägt am Erfrierungstod von zwei Obdachlosen. Der ebenfalls auf der Straße lebende Mann habe versäumt, die Behörden über die Notlage der Obdachlosen zu informieren, die ihr Dasein abseits der Gesellschaft frönten. Tatsächlich sterben in jedem Winter mehr alleinstehende Menschen in ihren schlecht oder gar nicht beheizten Wohnungen, als Obdachlose auf der Straße. Viele Todesfälle sind darauf zurückzuführen, dass die Opfer die Hilfe durch die Behörden und Sozialarbeiter verweigern.
