Gesundheitswesen

Kritischer Fall in Budapest

Spezielles Personal behandelt sechs mit einem Superbakterium infizierte Patienten.
11. Februar 2025 11:20

Multiresistente Bakterien, wie das Carbapenemase-produzierende Klebsiella pneumoniae, das kürzlich auf der Intensivstation des Krankenhauses in der Uzsoki-Straße entdeckt wurde, reagieren kaum noch auf Antibiotika. Zwei Menschen sind infiziert, bei weiteren vier Personen sind die Erreger nachweisbar, sie sind aber noch nicht erkrankt.

Die medizinische Direktorin des Krankenhauses, Zsófia Klára Németh, erklärte, dass die Intensivstation für Neupatienten geschlossen sei. Die Infizierten werden isoliert und von Spezialpersonal betreut, es stehen wirksame Antibiotika zur Behandlung der Infektion zur Verfügung. Der Mikrobiologe und Epidemiologe István Barcs sagte der Tageszeitung „Népszava“, dass multiresistente Bakterien wie der gerade aufgetauchte Stamm nur mit einer sehr komplizierten Therapie behandelt werden können. Die vier weiteren infizierten Patienten müssen von einem Arzt für Infektionskrankheiten überwacht werden. Es ist jedoch keineswegs sicher, dass das Bakterium bei ihnen eine Infektion auslösen wird, die in der Regel mit einer Lungenentzündung einhergeht.

Das Krankenhaus hatte das Büro der Landeschefärztin Cecília Müller aufgefordert, die betroffene Abteilung zu schließen und Patienten in der Neuaufnahme sicherheitshalber in andere Krankenhäuser zu verlegen. Laut Medienberichten hielt die Behörde dies jedoch nicht für gerechtfertigt. Die „Népszava“ stellte dem Nationalen Zentrum für öffentliche Gesundheit (NNGYK) konkrete Fragen bezüglich der Infektionen, z. B. warum die Station nicht geschlossen wurde bzw. wer für gesundheitliche Schäden im Zusammenhang mit der fehlenden Isolation hafte, wenn die Patienten oder deren Angehörige klagen? Auf die Fragen erhielt man zwar keine aussagekräftigen Antworten. Das NNGYK stellte jedoch im Einvernehmen mit der Budapester Regierungsbehörde die Verlegung von Patienten, die eine Intensivpflege benötigen, in eine andere Einrichtung sicher.

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